Aufrufe
vor 3 Jahren

rik September 2016

  • Text
  • Szene
  • Sauna
  • Kultur
  • Pansauna
  • Eintritt
  • Babylon
  • Pluto
  • Metropol
  • Comedy
  • Phoenix

Köln 6 FOTO: BJÖ

Köln 6 FOTO: BJÖ „Segnung meiner Partnerschaft in Düsseldorfs ältester Kirche“ Prof. Dr. Jacob Joussen, geboren 1971 in Duisburg, studierte zunächst Latein und katholische Theologie, bevor er konvertierte und Rechtswissenschaft in Münster studierte. Nach Promotion und Habilitation hatte er verschiedene Lehrstühle inne und lehrt jetzt an der Ruhr-Universität in Bochum, sein Schwerpunkt ist das Arbeitsrecht, besonders auch das kirchliche Arbeitsrecht. Er lebt mit seinem Lebenspartner in Düsseldorf, ist dort in der Lutherkirche zuhause und stellvertretender Vorsitzender des Presbyteriums. Seit 2015 ist er Mitglied im Rat der EKD. Nachgefragt HERR PROF. JOUSSEN, WAS HAT SIE ZU EINER KANDIDATUR FÜR DEN RAT DER EKD BEWOGEN? Zunächst einmal ganz einfach: die Anfrage des Nominierungsausschusses. Bischof Hein rief mich im September 2015 an und hat gefragt, ob ich zu einer Kandidatur bereit sei. Ich habe dann zu Hause mit meinem Partner darüber gesprochen, eine Nacht über die Kandidatur geschlafen – und zugesagt. Ich bin in meiner Gemeinde stellvertretender Vorsitzender des Presbyteriums und kann mich dort seit Jahren für meine Kirche einbringen. Und mit der Kandidatur sah ich eine Möglichkeit, mich auch auf dieser Ebene, der EKD, einbringen und

7 Köln meine Talente zur Verfügung stellen zu können. Das wollte ich sehr gerne. Die Vorstellung, mich auf diese Weise für meinen Glauben engagieren zu können – das fand ich ungemein reizvoll. IN DEN LETZTEN JAHREN HAT SICH DIE EVANGELISCHE KIRCHE FÜR LGBTIQ GEÖFFNET. IN MANCHEN LANDESKIR- CHEN SIND NUN TRAUGOTTESDIENSTE FÜR LESBEN UND SCHWULE MÖGLICH. DOCH DIE MEISTEN LANDESKIRCHEN UND AUCH DIE EKD SIND NOCH NICHT SO WEIT UND ZÖGERN. BIS WANN WIRD ES EINE AKZEPTANZ UND VÖLLIGE GLEICHBEHANDLUNG UND -BERECH- TIGUNG IN ALLEN LANDESKIRCHEN GEBEN? Auch als Ratsmitglied verfügt man natürlich nicht über seherische Fähigkeiten … Aber über eine Hoffnung, die stark ist und die auch auf einer guten Grundlage beruht. Die von Ihnen angesprochene Öffnung begrüße ich ohne Einschränkungen, und ich bin sehr froh, dass immer mehr Landeskirchen sich an diesem Punkt öffnen. Sicher ist dies biographisch bedingt, die Segnung meiner Partnerschaft in Düsseldorfs ältester Kirche – übrigens in einem sehr kleinen Rahmen – stellt für mich einen ganz besonderen Höhepunkt in meinem Leben dar. Doch begrüße ich das nicht nur aus diesem Grund heraus, sondern auch deshalb, weil ich diesen Schritt für theologisch richtig halte und auch für biblisch begründet. Gerade dies aber sehen nach wie vor viele Menschen anders – auch im Rat meinte ja mancher Beobachter zu Beginn, eine gewisse Spannung zwischen verschiedenen Mitgliedern sehen zu können. Es hat sich aber gezeigt, dass gerade Michael Diener und ich sehr gut und vertrauensvoll in tiefem Respekt voreinander zusammenarbeiten können, was mich außerordentlich freut. Und so hoffe ich unverändert sehr darauf, dass bis zum Ende dieser Ratsperiode noch weitere Landeskirchen erkennen, dass es keinen Grund gibt, homosexuelle Menschen zurückzuweisen. Der Zuspruch Gottes gilt ihnen und ihrer Liebe in gleicher Weise – davon bin ich fest überzeugt. DIE SITUATION VON LGBTIQ-FLÜCHT- LINGEN IN DEN ERSTAUFNAHMEEIN- RICHTUNGEN UND HEIMEN IST MITUN- TER SEHR SCHWIERIG. DAS ERZBISTUM BERLIN HAT IM JANUAR UNTERSTÜT- ZUNG UND HILFE VERSPROCHEN. AUCH EIN THEMA FÜR DIE EVANGELISCHE KIRCHE UND IHRE DIAKONIE? Zwar gibt es keine genauen Erkenntnisse darüber, wie die Situation von LGBT*IQ-Flüchtlingen in den Erstaufnahmeeinrichtungen und Heimen tatsächlich ist. Aber klar ist, dass es gerade auch hier keine Form der Diskriminierung geben darf. Die Aussage „Jeder Fall ist einer zu viel“ gilt ohne Einschränkung auch hier. Darüber ist sich nicht nur der Rat der EKD völlig einig, auch der Ratsvorsitzende hat dies deutlich gemacht. Insofern ist aus Sicht der evangelischen Kirche entscheidend, dass zwar „die hohen Qualitätsstandards in der Unterbringung und Betreuung die Situation aller Asylbewerber verbessern, sie dienen aber besonders auch den verletzlichen Gruppen – und müssen dies auch! Neben religiösen Minderheiten sind dies auch Homosexuelle.“ Der evangelischen Kirche geht es insofern um einen umfassenden Ansatz, der gerade auch den Schutz der LGBT*IQ-Flüchtlingen in den Blick nimmt. •Fragen: Bruder Franziskus Aaron RGSM, Rogatekloster.de, http://twitter.com/Rogate- Kloster, Facebook.com/RogateKloster HESSE & HOLLÄNDER AUGENOPTIK Venloer Straße 363 50823 Köln Ehrenfeld | Germany T 0221. 50 60 87 80 info@hesseundhollaender.de hesseundhollaender.de

Magazine

blu Juli / August 2020
Leo Juli / August 2020
hinnerk Juni/Juli 2020
rik Juni/Juli 2020
blu Juli / August 2020
blu März / April 2020
DU GEWINNST. HCV VERLIERT. KENNE DEINEN STATUS
blu Gesundheit 2017
blu Juli 2016
blu Mai 2015
hinnerk Juni/Juli 2020
hinnerk April/Mai 2020
hinnerk August 2016
hinnerk Hamburg Juli 2016
hinnerk Bremen/Hannover Juli 2016
GAB Juni 2020
GAB April/Mai 2020
gab Juli 2016
Leo Juli / August 2020
Leo März / April 2020
rik Juni/Juli 2020
rik April/Mai 2020
Regionalseiten
männer* – das queere Nachrichtenportal

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.