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rik September 2016

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Köln 12 RALF BORGARTZ &

Köln 12 RALF BORGARTZ & ARNE HOFFMANN Lange träumten Ralf Borgartz (48) und Arne Hoffmann (43) davon, ein eigenes Theater zu betreiben – und noch länger kennen sich die beiden. Vor 22 Jahren hat es an der Schauspielschule in Hamburg zwischen ihnen geknistert. 11 Jahre später bimmelten die Hochzeitsglocken. Seit letztem Jahr leiten die beiden das Scala Theater in Köln. Besonders stolz sind sie auf die richtige Mischung aus Kölschem, Lustigem, Schlüpfrigem, viel Musik und Tanz unter ihrem Dach. Neben der Orga, schreiben Ralf und Arne die Stücke in der Tradition des Hauses noch selber. Gerade stecken sie voll in den Proben für die nächste Show „Dreimol Null es Null“. Mathe- Asse sind sie also auch noch. I‘M YOUR VENUS Fragt man Ralf und Arne danach, welcher Planet am besten zu ihnen passe, dann antworten sie einstimmig: die Venus. Der Planet der Schönheit, Liebe und Sinnlichkeit, des Genusses und des Vergnügens. ORDNUNGSFIMMEL Arnes Ordnungsfimmel hat schon so manches Ding vor dem Verschwinden bewahrt. Leider sind einige Dinge geblieben. Auch die dunkelblaue Tupperdose und die Schüssel zum Sahneschlagen – beides Geschenke, auf die die Männer gern verzichtet hätten. KAFFEEKRÄNZ- CHEN Wer Ralf und Arne außerhalb des Scala Theaters treffen möchte, hat im Era in der Kettengasse gute Chancen. Dort schlürfen sie wahlweise Milchkaffee, schnabulieren Kuchen oder liebäugeln mit dem süßen Personal. Zuhause landet aber nur Ralf auf dem Tisch. FASHION VICTIM Fehler macht jeder, vor allem modische. Radlerhose mit Lackschuhen, weißes Oberhemd und Krawatte – Arne fragt sich noch heute, was ihn damals geritten hat. Ralfs Vorsätze sind da klassischer: Nie wieder hellblonde Dauerwelle. BÜROSCHNAUZER Obwohl die beiden keine Haustiere haben, genießen sie die Zeit unter Vierbeinern – auch am Theater. Drei ihrer Mitarbeiter haben Hunde, die sie manchmal mit ins Büro bringen. Beagle gehen übrigens immer!

13 Köln FOTO: BJÖ „Minderheiten müssen zusammenhalten!“ was bei den „Döner-Morden“ passiert ist. Es sind keine Döner gestorben, sondern Menschen! Mich interessiert, was mit all den Akten passiert ist ... DAS macht mich wütend und sprachlos. Interview WELCHE VORURTEILE HAT JILET GEGEN- ÜBER SCHWULEN? Dass sie gut Haare und Klamotten können. (lacht) Mir ist es aber wichtig, dass das auf der Bühne auftaucht. Für die türkische Szene ist das schon ein Schritt, dass Homosexualität einfach so thematisiert wird. Dabei ist es wichtig, dass Minderheiten zusammenhalten, Seite an Seite, nicht gegeneinander! Idil Nuna Baydar ist eine der besten Comedians, die es in Deutschland gibt. Ihre Bühnenfigur Türkin Jilet Ayse – solariumbraun, im Stöckelschuh im Trainingsanzug und gerne auf Krawall aus – ist eine treffende Karikatur der Mädels, die mitunter die U-Bahnfahrt „bereichern“. Das Schlimmste, das Jilet passieren kann: Der Handy-Akku ist leer. „Lesen und Schreiben? Es genügt doch, wenn einer in der Familie das kann!“ und „Deutschland, ich brauch dich für mein HARTZ 4“ – solche Sätze provozieren. Und unterhalten durchweg, sicherlich auch in dem Stück „Apfelstrudel trifft Baklava“, das am 4.9. in Bonn im Haus der Springmaus läuft. SCHWULE KENNEN VORURTEILE ZUR GENÜGE. DU SICHER AUCH. KANN MAN DIESE DURCH SOLCHE ÜBERSPITZUNG ENTKRÄFTEN? Zumindest kann man sie aufzeigen, auch wenn es wünschenswert wäre, dass man sie so ausräumen kann. Dass viele Deutschen denken, dass Türken wie Bakterien Kinder kriegen, steht ja so im Raum. Indem ich es auf der Bühne ausspreche, kann ich einen Denkprozess starten. Hoffe ich. ANGST, DASS „DIE TÜRKEN“ SAUER AUF DICH SIND? Na ja, Humor ist Geschmackssache. Wer es nicht schnallt, der schnallt es eben nicht. Ich mache ja nichts, was jemanden beleidigen soll, ich spiele nur mit Vorurteilen. Mein Vater und meine Mutter feiern mich, das ist toll! STECKT IN DIR EIN BISSCHEN JILET AYSE? Natürlich! (lacht) DÜRFEN WIR OHNE SCHLECHTES GEWIS- SEN ÜBER JILET LACHEN? Ihr sollt bitte! In Deutschland traut man sich so vieles nicht. Oder man diskutiert über den „Gaucho-Tanz“, als ob das Rassismus sei. Blödsinn! Rassismus ist das, ... UND DU? Nein. Ich bin mit Schwulen und Lesben aufgewachsen. Und sollte ich Vorurteile bei mir entdecken, dann versuche ich, mich von ihnen zu lösen! HATTEST DU AUCH SCHON HOMOSEXU- ELLE ERFAHRUNGEN? Natürlich habe ich schon mal eine Frau geknutscht. Es kam aber nie so richtig zur Blüte! (lacht) Ich denke, dass bisexuell das richtige Normal ist! WAS WÄRE DEIN RAT AN EINEN TÜRKEN IM COMING-OUT? Tu es! Tu es für dich! Nichts ist schlimmer als unglückliche Menschen. Es ist dein Leben und dein Geschenk. Umgib dich mit Menschen, die dich unterstützen, nicht mit denen, die draufhauen. Und wenn du mit der Familie brechen musst, tu es trotzdem. Es kann sich auch wieder einrenken. •Interview: Michael Rädel www.apfelstrudeltrifftbaklava.de

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