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rik November 2016

Köln • Stadt 4

Köln • Stadt 4 Community Seit 2001 zeichnet der Völklinger Kreis mit dem Max-Spohr-Preis Arbeitgeber aus, die in besonders vorbildlicher und nachhaltiger Weise die Vielfalt ihrer Belegschaft wertschätzen und fördern sowie dabei die Dimension sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität berücksichtigen. Am 4. November werden in Dortmund, dem Preisträger „öffentlicher Arbeitgeber“ aus dem Jahr 2014, die nächsten Gewinner bekannt gegeben. Die Linke hat den Entwurf für ihr Programm zu den NRW-Landtagswahlen 2017 mit einem queerpolitischen Teil vorgestellt. Unter dem Titel „Gleichstellung und Akzeptanz aller Lebensweisen erreichen“ setzt sich die Partei für eine umfassende Verhinderung der Diskriminierung von Schwulen und Lesben, Bisexuellen sowie Intersexuellen und Transgendern ein. Es gelte, die Gleichberechtigung und Gleichbehandlung unterschiedlicher Lebensweisen und sexueller Identitäten im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern. JURISTEN TREFFEN SICH IN KÖLN Am 19. November findet in Köln der erste ALICE- Kongress statt. Eine Veranstaltung, die sich gezielt an Studierende, Referendare und Volljuristen richtet, die sich der LGBTI Community zugehörig fühlen und zu der 100 Teilnehmer erwartet werden. Seit letztem Jahr gibt es diese Plattform in Deutschland, die ihren Auftakt mit zehn Unternehmen und 50 Besuchern 2015 als Karrieremesse hatte. Unter dem Motto „Finding Unicorns - Connecting LGBTI Lawyers“ wartet ALICE 2016 mit einem vielfältigen Programm auf und bietet Raum für Networking, Vorträge, Diskussionen und gemeinsame Aktivitäten. Die Besucher können bei den Speed-Networking Sessions viele neue Kontakte knüpfen, beim „Ehe für Alle“-Panel mitdiskutieren oder in der Messelounge mit Unternehmensvertretern. Neben dem Programm werden sich Unternehmen, Kanzleien, Verbände und StartUps in der ALICE Messelounge präsentieren. MR. GAY GERMANY IN KÖLN ÜBERFALLEN Köln bekommt die Sicherheitslage am Hauptbahnhof offenbar immer noch nicht in den Griff. Am ersten Oktoberwochenende wurden gleich zwei Gäste der Auftaktveranstaltung zur diesjährigen Mr. Gay Germany Wahl überfallen. Wie die Veranstalter mitteilten, sei in der Nacht zum Sonntag Kandidat Holger aus Herne von einer Gruppe Männern umzingelt worden, die ihm Tasche und Wertsachen stahlen. Nur 30 Stunden später, am 3. Oktober, erwischte es den amtierenden Mr. Gay Germany Tony Eberhardt. Auf dem Weg zum Flughafen sei ihm am helllichten Tag im Hauptbahnhof der Geldbeutel von zwei Männern gewaltsam entrissen worden. Bargeld, EC-Karte und Ausweise seien dabei entwendet worden. Das 4. Benefizkonzert der Vereins queer.salam.cologne zugunsten von LGBTI*-Flüchtlingen findet am 25. November in Köln statt. Mit seiner gefühl- und ausdrucksvollen Stimme füllt Chris Rivers den Abend im Barcelon. NRW STELLT VORSITZENDEN DES VÖLKLINGER KREISES Der Völklinger Kreis (VK), der Berufsverband schwuler Führungskräfte und Selbstständiger, hat einen neuen Vorstand. Bei der Jahresversammlung in Berlin wählten die Mitglieder den selbstständigen Unternehmensberater und ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Michael Kauch zum Vorsitzenden. Sein Stellvertreter, Matthias Weber, stammt aus Dortmund. Mit Alf Spröde als Kommunalpolitiker aus Köln und Christoph te Heesen aus Wesel stellt NRW damit die Mehrheit des Vorstandes. In einer Resolution forderte die Mitgliederversammlung des VK den Deutschen Bundestag auf, die Rehabilitierung und Entschädigung der von § 175 StGB nach 1949 Betroffenen noch in der laufenden Legislaturperiode zu regeln. „Schon der Respekt vor dem Alter vieler noch lebender Männer, die nach § 175 StGB verurteilt wurden, gebietet dies. Sie wurden ihrer Berufs- und Lebenschancen beraubt“, betonte VK-Vorsitzender Michael Kauch. Die betroffenen Männer sollten noch zu ihren Lebzeiten rehabilitiert werden. Zuvor feierten etwa dreihundert Mitglieder und Gäste aus Unternehmen, Verbänden und Politik das 25-jährige Jubiläum des Verbandes. Die Festrede hielt die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium Brigitte Zypries. Der Fachtag 2017 des Antidiskriminierungsprojekts Schule der Vielfalt hat das Ziel, die Darstellung von Vielfalt innerhalb der Religionen sichtbar zu machen und zu verdeutlichen, dass sich Religion und LSBTI*Q nicht ausschließen müssen. Der Fachaustausch findet am 1. Februar in Köln statt. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

FOTO: STUDIO KOHLMEIER Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie über Kinder in Regenbogenfamilien, die Gleichheit vor dem Gesetz und die geplante Rehabilitierung von Opfern der Nachkriegs- Schwulenverfolgung. Brigitte Zypries ist die direkt gewählte SPD- Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Darmstadt-Dieburg (WK 186). Sie ist in Kassel geboren und aufgewachsen, studierte in Gießen Jura und arbeitete unter anderem beim Bundesverfassungsgericht drei Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Unter den Regierungen Gerhard Schröders und Angela Merkels war sie von Oktober 2002 bis Oktober 2009 Bundesministerin der Justiz. FRAU STAATSSEKRETÄRIN ZYPRIES, SIE HABEN SICH BEREITS ALS BUNDESMINISTERIN FÜR JUSTIZ MIT DER SITUATION VON REGEN- BOGENFAMILIEN BESCHÄFTIGT. WARUM? Ich trete für Gleichheit vor dem Gesetz und durch das Gesetz ein. Für den Gesetzgeber gibt es keinen Grund, homosexuelle Lebenspartner und heterosexuelle Beziehungen unterschiedlich zu behandeln. 2009 GABEN SIE DIE UNTERSUCHUNG „DIE LEBENSSITUATION VON KINDERN IN GLEICHGESCHLECHTLICHEN LEBENSPART- NERSCHAFTEN“ IN AUFTRAG. WAS IST, KURZ GEFASST, DABEI RAUSGEKOMMEN? Ich wollte – wissenschaftlich belegt – der Meinung entgegentreten, dass Lesben und Schwule Kinder nicht so gut erziehen könnten wie heterosexuelle Väter und Mütter. Die Studie hat bewiesen: Kinder, die von gleichgeschlechtlichen Paaren aufgezogen werden, entwickeln sich genauso gut wie Kinder von heterosexuellen Paaren, denn Kinder brauchen vor allem Eltern, die sie lieben und die sich um sie kümmern. Das können gleichgeschlechtliche Paare genauso gut oder schlecht wie andere auch. Ich sage: Familie ist dort, wo Kinder sind. WAS BRAUCHEN REGENBOGENFAMILIEN RECHTLICH, SOZIAL UND GESELLSCHAFTLICH, UM EIN GUTER ORT FÜR KINDER ZU SEIN? Rechtlich benötigen Regenbogenfamilien vor allem die echte Gleichstellung mit anderen Familien. Deshalb sollten gleichgeschlechtliche Partnerschaften auch den Schutz des Artikels 6 des Grundgesetzes genießen. Beide Partner sollten Kinder adoptieren dürfen. Steuerrechtlich sollte kein Unterschied zwischen heterosexuellen und homosexuellen Interview NACHGEFRAGT BEI BRIGITTE ZYPRIES Eltern gemacht werden. Sozial brauchen Kinder auch bei Regenbogenfamilien das, was alle Kinder brauchen: Liebe, Fürsorge, Geborgenheit und Vertrauen. Für die gesellschaftliche Anerkennung der Kinder aus Regenbogenfamilien ist es wichtig, dass es im Alltag keine Diskriminierung gibt. Und natürlich stehen diese Familien vor genau den gleichen Herausforderungen wie andere: Sie brauchen gute Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten mit Zeit für die Familie, Chancen auf Bildung für ihre Kinder et cetera. NACH DEM ANSCHLAG VON ORLANDO IST IN DEN MEDIEN NEU DIE SITUATION UND LE- BENSLAGE VON LGBT*IQ IN DEUTSCHLAND ALS THEMA AUFGETAUCHT. ORGANISATI- ONEN KRITISIEREN DISKRIMINIERUNGEN, BENACHTEILIGUNGEN UND GEWALTERFAH- RUNGEN AUCH HIERZULANDE. WAS MUSS PASSIEREN, UM VERBESSERUNGEN UND GLEICHE RECHTE ZU ERREICHEN? Wir müssen (leider) immer wieder auf die Rechte von Homosexuellen aufmerksam machen und sie auch verteidigen. Veranstaltungen wie der Christopher Street Day helfen, die Öffentlichkeit für die Benachteiligungen zu sensibilisieren, ein breiteres Interesse zu wecken und Initiativen für Gesetzesänderungen zu fördern. Gleiche Rechte kann man nur mithilfe von gesetzlichen Änderungen erreichen – die Politik muss die rechtliche Gleichstellung vollenden. PAPST FRANZISKUS SAGTE JÜNGST: „ICH GLAUBE, DIE KIRCHE SOLLTE DIE HOMO- SEXUELLEN UM ENTSCHULDIGUNG BITTEN, WIE SIE BEHANDELT WORDEN SIND ...“ IST SO EINE ENTSCHULDIGUNG AUCH VONSEITEN DES STAATES DENKBAR UND SINNVOLL? Erst mal finde ich es gut, dass Papst Franziskus das gesagt hat. Auch der Staat hat Homosexuelle früher kriminalisiert – bis 1994 war männliche Homosexualität unter Strafe gestellt. Dafür haben sich staatliche Stellen schon entschuldigt. Jetzt gibt es einen Gesetzentwurf des Bundesjustizministers zur Rehabilitierung von Opfern der Nachkriegs-Schwulenverfolgung. Nach wie vor bestehen zehntausende Verurteilungen nach Paragraf 175 weiter und die Betroffenen müssen bis heute mit diesem Strafmakel leben. Das werden wir ändern. •Fragen: Bruder Franziskus Aaron RGSM, Rogatekloster.de, http://twitter.com/Rogate-Kloster, Facebook.com/RogateKloster 5 Köln • Gesellschaft Vielfalt von Familie leben! Das Erziehungsbüro Rheinland möchte die Vielfalt von „Familie“ mitgestalten und unterstützt das Familienmodell Regenbogenfamilie. Haben Sie den Wunsch, Kindern ein neues Zuhause zu geben, ihnen eine kontinuierliche Beziehung anzubieten und so professionelle Arbeit mit Ihrem familiären Kontext zu verbinden? Sie haben eine pädagogische Ausbildung oder Interesse an einer Qualifizierungsmaßnahme durch die Trägerkonferenz der Erziehungsstellen im Rheinland? Dann ist die Tätigkeit als Erziehungsstelle genau das Richtige für Sie! Informationen unter: www.erziehungsbuero.de oder 0221 - 720 262 - 26

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.