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REISE ILLINOIS FOTOS:

REISE ILLINOIS FOTOS: ILLINOIS OFFICE OF TOURISM ON THE ROAD AGAIN … Gleich zwei attraktive Straßenrouten führen ab Chicago durch den amerikanischen Bundesstaat Illinois. Während sich die Great River Road entlang des Mississippi schlängelt, ist die legendäre Route 66 mit ihren am Rande liegenden historischen Tankstellen, Diners und Motels ein echtes Highlight für alle Fans des vergangenen American Way of Life. GALENA: KLEIN, ABER FEIN Das kleine Städtchen im Westen von Illinois, knapp drei Autostunden von Chicago entfernt, blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Seinen Wohlstand verdankte Galena vor allem reichen Bleierzvorkommen in der Umgebung. Zudem avancierte das Nahe an der Mündung in den Mississippi gelegene Städtchen als Anlegestelle für die großen Dampfer und diente als zentraler Handelsposten. Gut 85 Prozent aller Gebäude gehören zum historischen Bezirk und machen einen Spaziergang oder eine Rundfahrt mit einem der „Trolleys“ genannten Busse besonders reizvoll. Galena ist es gelungen, seinen Charme als Kleinstadt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zu bewahren. Die für amerikanische Städte typischen Fast-Food- und Kaffeehausketten sind in der der gesamtem Stadt nicht zu finden. Stattdessen wird die Hauptstraße von kleinen Boutiquen und Läden gesäumt wie dem American Old Fashioned Ice Cream Parlor mit seinen leckeren Eiskreationen oder der Great American Popcorn Company, die den gepufften Mais in Geschmacksvarianten wie Cheddar Cheese, Pfeffer & Kräuter oder Speck anbietet. Darüber hinaus hat sich die gut 3.500 Einwohner zählende Stadt innerhalb der LGBTIQ*-Community einen Namen als liberaler Urlaubsort („Gaylina“) gemacht. „Unser Schwulsein ist hier überhaupt kein Thema“, erzählen Robert und Douglas, die seit 2014 das Aldrich Guest House, ein historisches Bed & Breakfast, führen. Mit viel Liebe zum Detail haben sie das über 170 Jahre alte Herrschaftshaus, das zwischenzeitlich als Country Club für die Gemeinde diente, behutsam modernisiert. Neben Spaziergängen durch die Stadt empfehlen die beiden Mittdreißiger Kanufahrten auf dem Galena River oder einen Ausflug auf den etwa 45 Minuten entfernten Chestnut Mountain. „Im Winter kann man dort sogar Ski fahren, und rund um Weihnachten ist die Hauptstraße mit ihrer Weihnachtsdekoration besonders stimmungsvoll“, so Robert. An einem Abend im Dezember wird die Main Street von an die 5.000 Laternen beleuchtet und die Schaufenster erwachen mit Schauspielern darin zum Leben. Galena ist zudem der Ausgangspunkt für eine Fahrt entlang der Great River Road in Richtung Süden: Dem Mississippi folgend erreicht man Städte wie Moline, in der man einen Flussdampfer besteigen kann, das von Mormonen gegründete Nauvoo sowie Alton, wo sich das National Great Rivers Museum befindet. FOTO: ALDRICH GUEST HOUSE Gastgeber Robert und Douglas

PONTIAC: WILLKOMMEN IN DER AUTO- STADT Sie ist der erste Pflichtstopp während einer Fahrt auf der historischen Route 66, die knapp 4.000 Kilometer von Chicago nach Santa Monica bei Los Angeles führt: In Pontiac findet sich vor dem Gebäude der Route 66 Hall of Fame & Museum nicht nur ein riesiges Wandgemälde mit einer „66“, das ausdrücklich dazu einlädt, mit dem eigenen Wagen vorzufahren, um dort ein Selfie zu schießen. Das Museum selbst beherbergt eine sehenswerte Sammlung an Memorabilien rund um die als Mother Road bekannte Straße. Rund um das Route 66 Museum findet sich jeden Menge Street Art und bei bei einem Besuch im benachbarten Pontiac Oakland Automobile Museum schlägt das Herz eines jeden Autofans ein wenig höher. Die hier gezeigten Fahrzeuge der einst von General Motors hergestellten Sportwagenmarke spiegeln die glanzvolle Geschichte von der Gründung 1899 bis zum Produktionsende 2010 wider. Sowohl der Marken- als auch der Stadtname beziehen sich übrigens auf einen Häuptling vom Stamm der Ottawa-Indianer und Führer des nach ihm benannten Pontiac- Aufstandes gegen die britische Kolonialmacht. Im etwa eine Stunde nördlich von Pontiac gelegenen Starved Rock State Park begegnet man dem Namen des Indianerhäuptlings wieder: Der Legende nach wurde Pontiac ganz in der Nähe von anderen Stämmen ermordet, und in den darauf folgenden Auseinandersetzungen wurden Mitglieder des Stammes der Illinois auf dem Gipfel eines Felsens ausgehungert. Rund um den Starved Rock befindet sich heute einer der schönsten Naturparks in Illinois, der sich von der sonst flachen Prärielandschaft des Staates deutlich abhebt. Flüsse und Bäche haben insgesamt 18 Canyons in den Sandstein gegraben. Umgeben von grünen Wäldern mit unzähligen Wanderwegen liegt die in den 1930er-Jahren ganz aus Holz gebaute Starved Rock Lodge, die sowohl über Hotelzimmer als auch Blockhütten verfügt. In nur zwei Autostunden von Chicago erreichbar, ist der State Park auch ideal für einen Kurztrip in die Natur. SPRINGFIELD: GESCHICHTE ZUM ANFASSEN Fährt man stattdessen von Pontiac entlang der historischen Route 66 in Richtung Süden, erreicht man nach etwa 60 Minuten Illinois’ Hauptstadt Springfield. Auch hier gibt es legendäre Stopps wie das Cozy Dog Drive In, dessen Spezialität eine Art Hotdog am Stiel ist, oder der gerade neu eröffnete Motorheads Bar & Grill, der mit jeder Menge Ausstellungsstücken wie beispielsweise historischen Zapfsäulen und Neonreklamen lockt. Wesentlich bekannter ist die Stadt jedoch für ihren Bezug zu Abraham Lincoln. Einerseits wohnte dieser bis zu seiner Wahl zum 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten in Springfield, andererseits ist auch sein riesiges begehbares Grabmal hier zu finden. In der Abraham Lincoln Presidential Library erfährt man anhand eines beeindruckenden Nachbaus des Weißen Hauses und mittels Film- und Showvorführungen alles über einen der bedeutendsten US-Präsidenten, den amerikanischen Bürgerkrieg sowie das Attentat, dem Lincoln am 15. April 1865 erlag. Während der Sommermonate tummeln sich rund um den zu den Nationalparks gehörenden Straßenblock, in dem Lincoln mit seiner Familie einst wohnte, Lincoln-Doppelgänger und Schauspieler in historischen Kostümen an Springfields geschichtsträchtigen Orten. Dazu gehört auch das alte Kapitol, in dem sowohl Abraham Lincoln als auch Barack Obama ihre Präsidentschaftskanditaturen REISE verkündeten. Nicht weit davon entfernt liegt das zwischen 1868 und 1888 erbaute neue Illinois State Capitol mit seiner eindrucksvollen Kuppel, die an Höhe selbst das Kapitol in Washington, D.C. überragt. In unmittelbarer Umgebung findet alljährlich im Mai auch das Springfield Pride Fest statt, dessen Logo die Kuppel des Kapitols in Regenbogenfarben zeigt. Doug Mayol, Besitzer des Geschenkkarten- und Sockenladens The Cardologist, macht sich für gewöhnlich um diese Zeit aus dem Staub. „Zu viel Rummel“, sagt der Anfang 60-Jährige bei einem Gespräch in seinem Laden im Stadtzentrum. Als schwuler Mann fühlt er sich in Springfield wohl, genießt die Ruhe und freut sich über Kunden aus aller Welt, die sich aufgrund ihres Geschichtsinteresses nach Springfield begeben. Vor allem an den Wochenenden schauen Touristen wie Einheimische in Springfields mitten in der Stadt gelegenem Station House vorbei, der einzigen Bar für die lokale LGBTIQ*-Community. Einen wahren Schatz hält Springfield zudem für Architekturfans bereit. Das von Frank Lloyd Wright entworfene und von 1902 bis 1904 gebaute Dana-Thomas House ist eines der wenigen, dessen originale Innenausstattung so gut wie komplett erhalten ist, und lohnt auf alle Fälle einen Besuch. Möbel, Lampen und Glasfenster gehen hier eine einzigartige Symbiose ein, die Wrights „Prairie Style“ unmittelbar erfahrbar machen. Das Dana-Thomas House ist zugleich einer der Höhepunkte des neuen Frank Lloyd Wright Trail, der innerhalb Illinois’ zu 13 von der Architekturlegende entworfenen Gebäude führt, die öffentlich zugänglich sind. Wrights ehemaliges Wohnhaus und Studio kann ebenfalls besichtigt werden und ist ein guter Grund, sich von Springfield wieder auf den gut 320 Kilometer langen Rückweg nach Chicago bzw. dessen Vorort Oak Park zu machen. *dax www.enjoyillinois.de Starved Rock State Park Springfield

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