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rik Dezember 2019 / Januar 2020

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16 KULTUR FOTO1: WDR

16 KULTUR FOTO1: WDR /MARTIN MENKE Gunnar Solka (links) im Gespräch mit Marcel Schenk FOTO2: WDR Gunnar Solka und Sybille Waury GUNNAR SOLKA: Leben, Lotti und Lindenstraße Wie ein Schock traf im Herbst 2018 die Nachricht zum „Aus“ nach über 34 Jahren sowohl die treuen Fans als auch die Schauspieler der „Lindenstraße“. „Es hat mich sehr getroffen, das gebe ich zu“, lässt Gunnar Solka zu Beginn unseres Gespräches wissen. „Lotti ist immerhin 15 Jahre Teil meines Lebens“. Es ist ein grauer Tag, als unser Autor Marcel Schenk auf dem WDR-Gelände in Köln-Bocklemünd auf Gunnar trifft. Und grau passt eigentlich gar nicht zu dessen Rolle. „Peter Lottmann“, genannt „Lotti“, eroberte als partytauglicher, extrovertierter Maskenbildner schnell die Herzen der Fernsehzuschauer - und fand auch in der Lindenstraße schnell Anschluss. Lass uns in deine Jugend zurückgehen, wie waren deine frühen Jahre in der DDR? Für mich als Kind wirkte die DDR ganz schön groß. Bei Autofahrten ins ferne Sachsen brauchte ich damals Anti- Kotz-Tabletten. Die aber ihre Wirkung verloren, sobald ich aus dem Auto stieg. Daheim gab es viel Natur. Baumbuden bauen, Räuber und Gendarm spielen. Und auch immer wieder ins Kino gehen. Im Ostseeurlaub hab ich Muscheln bemalt und verkauft, um von diesem Geld zwei-, dreimal am Tag ins Zeltkino zu können. Gab es in deinem Leben Berührungspunkte mit „Westfernsehen“ oder vielleicht sogar mit der „Lindenstraße“ schon vor deinem Einstieg? Im Studentenwohnheim in Magdeburg haben wir heimlich im Aufenthaltsraum die „Lindenstraße“ geschaut. Damals war noch nicht dauerhaft das ARD-Logo eingeblendet, allerdings hat die Heimleiterin einmal eine Schauspielerin, es müsste Ute Mora gewesen sein, erkannt und als Strafe gab es drei Monate Fernsehverbot. Der

Aufenthaltsraum zählte zum öffentlichen Bereich und dort war uns Westfernsehen strikt verboten. KULTUR 17 A N D R É B L A K E Wie hast du als Jugendlicher das Interesse an Liebe, an Aufklärung wahrgenommen? Waren auf den Dachböden auch alte BRAVO Hefte mit dabei, und wurdest du, wie Millionen westdeutscher Teenies, vom „Dr. Sommer-Team“ aufgeklärt? (lacht) Nein, wir waren im Osten in diesem Punkt wohl etwas freizügiger. Wir kannten durch Urlaube am FKK- Strand nackte Körper, und wenn ich damals mit Freunden tatsächlich mal eine BRAVO durchblätterte, dann war es bei uns wirklich mehr Kichern als Neugierde bei den Aufklärungsseiten. Von Oma mitgebrachte BRAVO- Hefte waren dennoch hilfreich: Poster von Madonna abfotografiert, mit Freunden in unserer Badezimmer- Dunkelkammer entwickelt und dann auf dem Soli-Basar verkauft, um das Geld zu spenden. Wann hast du damals bemerkt, dass Jungs interessanter für dich sind? In der Pubertät hatten wir Jungs untereinander schon das eine oder andere Experiment, verliebt war ich wohl auch mal, aber die Männer so richtig für mich entdeckt habe ich erst mit Mitte zwanzig zur Zeit der Schauspielschule. Ich hatte zum damaligen Zeitpunkt eine feste Freundin, entdeckte aber mehr und mehr die Großstadt-Kneipen für mich und durch das größere Angebot auch das gesteigerte Interesse an Männern. Hast du Anfeindungen aufgrund deiner Sexualität erlebt? Ja, als ich an der Einfahrt zu einem Dorffest im Auto saß, hat mir jemand durch das offene Fenster einen Bierkrug gegen die Schläfe geknallt mit den Worten „Du schwule Sau“. Als ich saß! Freunde hielten ihn fest, bis die Polizei kam. Sich danach vor Gericht selbst schuldig zu fühlen und die Frage „Nehmen Sie die Entschuldigung des Angeklagten an?“ auch noch zu bejahen: das würde mir heute nicht mehr passieren. Bei Schwulenhass denke ich, es ist vielleicht auch Neid, dass ich sexuell flexibler bin. Nein, Anfeindungen bleiben, und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit verliert durch den Aufstieg der AfD ihre Hemmungen. ANDRÉ BLAKE PRÄSENTIERT EIN FEUERWERK DER MAGIE Die magische Show für die ganze Familie! *Interview: Marcel Schenk Das ganze Interview findest du auf www.blu.fm TERMINE IN KÖLN: 25.12.2019 bis 05.01.2020 Erleben Sie eine Magicshow der Superlative. Freuen Sie sich auf spektakuläre Zauberei und Illusionen direkt aus Las Vegas. www.christmas-illusions.de andre.blake_illusions

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