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Programmheft der Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg 2018

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42 #FAMILYMATTERS

42 #FAMILYMATTERS #FAMILYMATTERS 43 Mittwoch 17.10.18 20.00 Uhr, Passage 1 L’ANIMALE Katharina Mückstein, Österreich 2018, 100’, deutsche Originalfassung mit englischen Untertiteln Unter der sommerlichen Hitze in der österreichischen Provinz liegt eine trügerische Ruhe, die ihre Bewohner_innen in einer fragilen Balance zwischen Gleichgültigkeit und Aktionismus hält. Matti ist 18 und muss für die Matura lernen. Dass sie nach ihrem Studium in Wien die mütterliche Tierarztpraxis übernehmen soll, ist beschlossene Sache. Ihre Freizeit verbringt sie mit den Dorfjungs in einer Kiesgrube beim Motocross fahren. Sebi, ihr bester Freund, findet es auf einmal ganz logisch, dass sie doch auch bald heiraten könnten. Doch so richtig passt es nicht, das vorgezeichnete Leben. Nicht für Mattis Mutter, der die Langeweile das Leben madig macht. Nicht für Mattis Vater, der so tut als wäre er nicht schwul und ganz sicher nicht für Matti, die die Tristesse und die Erwartungen ihres Umfeldes zunehmend an ihre Grenzen bringen. Denn neben ihrer Clique und dem Motorradfahren, gibt es plötzlich noch ein ganz anderes Interesse. Katharina Mückstein hat einen wehmütigen Film gedreht und viele ungewöhnliche, neue Bilder komponiert. Die Titelgebende Italo-Ballade „L’Animale“ singt der Geschichte ihr Manifest. „Das Tier, das ich in mir trage, lässt mich nie glücklich leben, […] es macht mich zum Sklaven meiner Leidenschaften.“ Und es muss in die Freiheit. clg Die Regisseurin Katharina Mückstein ist angefragt. Der Film und das Gespräch danach werden in Deutsche Gebärdensprache gedolmetscht. Summer in a provincial town in Austria. Matti should be studying for her end-of-school exams: her future as a vet is a decided matter. Instead, she’s hanging out with the boys she grew up with. Her friends are all too keen to comply with smalltown expectations of marriage and a predictable life. But not Matti. She’s observed the frustration of her intelligent mother, and the desperation of her closeted gay father. Matti’s heart, demanding more, pulls her towards freedom. Präsentiert von 2018 Unterstützt von MIT GÄSTEN In Berlin, fernab der italienischen Heimat, um die Hand seines Lieb sten anzuhalten, ist romantisch und mutig zugleich, aber dennoch der einfachste Part für Antonio. Die viel größere Herausförderung für ihn: den Eltern beizubringen, dass sie nicht nur einen schwulen Sohn, sondern mit Pablo bald auch einen Schwiegersohn haben. Noch schwieriger wird es allerdings Pablos Mutter, die seit dessen Coming-out den Kontakt mit ihm abgebrochen hat, zur Hochzeitsfeier zu bringen. Denn das ist die Bedingung vom Antonios Mutter. Wenn geheiratet wird, dann traditionell mit der kompletten Familie sowie dem gesamten Dorf – und dafür hat sie auch gleich ungefragt einen TV-Hochzeitsplaner engagiert. Bis zum Ja-Wort gibt es allerdings noch einige Verwicklungen und Konflikte zu durchstehen, schließlich handelt es sich hier um eine klassisch gebaute Screwball-Komödie. Basierend auf dem gleichnamigen Off- Broadway-Erfolg, jongliert Filmemacher Alessandro Genovesi gleichermaßen mit Klischees über Schwule und Italiener. Es gelingt ihm dabei, genauso leichtfüßig die Homosexuellenfeindlichkeit in der katholischen Kirche, als auch innerhalb Pablos Familie bloßzustellen. Ein warmherziger, romantischer Wohlfühlfilm mit einem fulminantem Musicalfinale! as Antonio and Pablo fall in love in Berlin but decide to get married back home in Italy. Antonio’s mother insists on arranging a traditional wedding to which the entire family and the whole village are invited – on condition that Pablo’s estranged mother comes, too. This classic screwball comedy with romantic overtones based on the eponymous off-Broadway success is full of clichés about gays and Italians, but also addresses homophobia in the church and in Italian society, ending with a musical grand finale. Präsentiert von Freitag 19.10.18 22.30 Uhr, Passage 1 MY DAYS OF MERCY Unterstützt von Donnerstag 18.10.18 20.00 Uhr, Metropolis MATRIMONIO ITALIANO MY BIG CRAZY ITALIAN WEDDING Alessandro Genovesi, Italien 2018, 90’, italienische Originalfassung mit deutschen Untertiteln Samstag 20.10.18 22.30 Uhr, B-Movie PATERNAL RITES Jules Rosskam, USA 2018, 82’, englische Originalfassung Donnerstag 18.10.18 20.15 Uhr, Passage 2 LUFT | AIR Anatol Schuster, Deutschland 2017, 92’, deutsche Originalfassung mit englischen Untertiteln Die 17-jährige Manja wohnt in einer Hochhaussiedlung. Beengt, aber geliebt, lebt sie dort mit ihrer kleinen Familie. Der angrenzende Wald ist ihr Rückzugsort. Dort wird sie eines Tages mit voller Wucht umgerannt – von Louk. Die Gleichaltrige ist auf der Flucht vor ein paar Jägern, deren Jagdversuch sie eindrucksvoll torpediert hat. Ein Kuss … und schon ist sie auch wieder weg. Die stille und bedächtige Manja ist sofort gefesselt von ihr und versucht Anschluss an die freiheitsliebende Louk zu finden. Doch das gestaltet sich gar nicht so leicht, denn Louk lässt nicht so schnell jemanden an sich heran. Von ihrem Idealismus geleitet, geht sie durch die Welt und lässt sich von nichts und niemandem Angst machen. Manja lässt jedoch nicht locker und schafft es, sich mit Louk anzufreunden. Langsam kommt sie dahinter, was der wahre Grund für Louks Fassade ist, die durch die sanfte Zuneigung Manjas zu bröckeln beginnt. Gemeinsam begeben sich die beiden Mädchen auf die Suche nach Spuren in Louks Vergangenheit – und nach sich selbst. Anatol Schuster verzaubert in seinem Debütfilm mit sphärischen Eindrücken und tollen Bildern, die mit wenig Worten auskommen. ln The 17-year old Manja lives with her family in the cramped confines of a high-rise development, and finds refuge in a nearby forest. In the forest one day, she is bowled over by Louk, who is on the run from hunters after spectacularly destroying their hunt. The quiet, affectionate Manja manages to break through Louk’s wild façade, and together the girls embark on a journey exploring Louk’s past and discovering themselves on the way. Anatol Schuster debuts with an enchanting, ethereal film, which combines sparse dialogue and stunning visuals. Präsentiert von Tali Shalom-Ezer, UK/USA 2017, 103’, englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln Das Privileg, sich eine letzte Mahlzeit auszusuchen, haben nicht viele. Zum Tode Verurteilten steht es zu. Während drinnen hingerichtet wird, demonstrieren Gegner_innen und Befürworter_innen draußen. Kentucky, Virginia, Missouri – Lucy tourt mit ihren Geschwistern von einer Hinrichtung zur nächsten. Das durchgestrichene Wort „Todesstrafe“ auf ihrem Shirt macht schnell klar, auf welcher Seite sie steht. Selbstlos ist ihr Einsatz aber nicht. Ihrem Vater wird vorgeworfen, ihre Mutter umgebracht zu haben. Die Zeit wird knapp, der Termin seiner Hinrichtung rückt näher. In dieser trostlosen Zeit trifft Lucy auf die Todesstrafenbefürworterin Mercy, deren Name in diesem Kontext zunächst ironisch anmutet. Die beiden kommen aus unterschiedlichen Welten und doch haben sie bei den Protesten nur Augen füreinander. Dass Liebe Gegensätze überwinden und eigene Schamgefühle besiegen kann, zeigt Tali Shalom-Ezers Film subtil und eindrucksvoll zugleich. Neben Christine Vachon („Boys Don’t Cry“, „Carol“) sind die beiden gut befreundeten Schauspielerinnen Ellen Page („Freeheld“) und Kate Mara selbst in die Produzentinnenrolle geschlüpft, um endlich gemeinsam vor der Kamera zu brillieren. Und wie! ap Virginia, Kentucky, Missouri – Lucy travels the United States on an unusual tour. Her travel destinations are executions, where she joins protest marches against the death penalty. Yet Lucy is no selfless idealist. Her father, accused of her mother’s murder, is sitting on death row and time is running out. During this dark time, Lucy meets Mercy, a fierce supporter of capital punishment. And falls in love. Director Tali Shalom-Ezer shows us how love can overcome difference and shame in this moving film. Präsentiert von Vielen von euch ist der Transgender-Aktivist und queere Filmemacher Jules Rosskam bereits durch seinen herausragenden Film „Transparent“ (LSF 2005) bekannt, der von female-to-male Transgender erzählt, die Kinder geboren haben. Nun zeigt er uns einen nachdenklichen Essayfilm, der von zwei Reisen und seiner Kindheit erzählt. Im Herbst 1974 machten sich Rosskams Eltern zu einem Roadtrip von der Ostküste zur Westküste der USA auf und dokumentierten diese Reise mit Tonbändern und Super-8-Filmen. 39 Jahre später bricht Jules Rosskam mit seiner Lebensgefährtin auf, um Meile für Meile den gleichen Weg zurückzulegen. Im Gepäck die Hoffnung und Sehnsucht, mehr über seine Familie und seine Kindheit zu erfahren und seinem alkoholkranken Vater näherzukommen. Die berührenden Interviews Rosskams mit seiner Therapeutin, seiner Mutter und seinem Vater untermalen eine Annäherung an die Vergangenheit, die geprägt ist von der traumatischen Erfahrung von physischer und sexualisierter Gewalt. Der Film lässt Bildmaterial aufflackern, ähnlich wie Erinnerungen, und zeigt, wie die Kraft von Geschichten und Filmen uns verändern kann. Dabei nimmt er uns mit auf eine dritte Reise: die zum eigenen Ich und dem Versuch, Heilung zu finden. aha Transgender activist and queer filmmaker Jules Rosskam takes us on two journeys in this thought-provoking essay, first on a road trip with his parents from the US east coast to the west, captured on tape and super 8 film, then 39 years later with his partner along the same route, hoping to find out more about his family and childhood and come closer to his alcoholic father. Film material flickering like memories takes us on a third journey in search of healing and self-discovery accompanied by interviews with his mother, his father and his therapist. Präsentiert von

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