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Leo Oktober 2017

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8 SZENE FOTO: MVG/SWM

8 SZENE FOTO: MVG/SWM HOCHHÄUSCHEN UND EINE SORGLOSE SPD FOTO: PRIVAT In seiner kommunalpolitischen Kolumne schreibt Abendzeitung- Lokalchef Felix Müller diesen Monat über Rezepte gegen die überquellende Stadt, die Münchner SPD nach der Bundestagswahl - und Thomas Niederbühls Hochzeit. Münchens Marketing: Rauschende Bäume im Englischen Garten, Lederhosen-Burschen in mäßig gefüllten Biergärten, immer dabei: der Alpenblick. Der Münchner Alltag sieht oft sehr anders aus: Stress, wohin man auch schaut. Und es wird nicht besser: Alle Prognosen gehen davon aus, dass die Stadt in den nächsten Jahren stark weiter wachsen wird. Fürs Rathaus ist das eine der größten Herausforderungen. Dabei geht es – natürlich – vor allem um den Wohnungsbau und den Ausbau der Öffentlichen. Was die Wohnungen betrifft, lohnt es sich, einem zuzuhören, der gar nicht mehr in Verantwortung ist. Denn Politiker in Rente haben nicht mehr das Ziel, gewählt zu werden – und können also freier sprechen. Alt-OB Ude hat mal erklärt, dass die große Mehrheit der Münchner ja gar keinen Wohnungsbau will, das Thema also eigentlich unpopulär ist. Stimmt: Wer das Wohnungsproblem für sich halbwegs anständig gelöst hat, will meistens nicht, dass sein Innenhof, seine Aussicht, sein Park um die Ecke zugebaut wird. Auch an noch volleren Restaurants im Viertel, noch stickigeren Bahnen und noch größeren Problemen einen Kita-Platz für die Kinder zu bekommen besteht meistens kein Bedarf. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat in diesen Wochen als einen Lösungsansatz Wohn-Hochhäuser ins Spiel gebracht. Das ist durchaus überraschend, er hatte immer darauf verwiesen, dass diese mit „normalen“ Wohnungen wirtschaftlich nicht rentabel seien. Jetzt betont er, dass es in anderen Städten ja auch gehe. München als Hochhaus-Stadt? Das nun aber auch nicht. 2004 hatten sich die etablierten Parteien eine blutige Nase geholt, als die Münchner in einem Bürgerentscheid dafür votierten, dass kein Haus höher als 100 Meter sein dürfe – also höher als die Frauenkirche. Daran will sich Reiter auch weiter halten. Während die Hochhäuschen eher Gedankenspiele sind, könnte ein öffentlich bisher wenig bekanntes großes Verkehrsprojekt heuer noch ganz konkret werden: die U9. Wer viel U-Bahn fährt, weiß, dass es vor allem in der Innenstadt viel zu voll ist. Ein Netz-Ausbau am Stadtrand mag zukunftsträchtig sein, viel wichtiger ist, dass die zentralen Bahnhöfe und Linien entlastet werden. Die Neubaustrecke würde von der Münchner Freiheit über einen neuen Bahnhof „Pinakotheken“ zum Hauptbahnhof führen. So könnten nicht nur zentrale Bahnhöfe wie der Odeonsplatz entlastet werden, auch die Fahrtzeit etwa aus Garching zum Hauptbahnhof ließe sich sehr verkürzen. Manchen Münchner Politiker wird das Thema nicht mehr beschäftigen. Etwa zehn (erfolgreiche) Kandidaten machen nach der Bundestagswahl wieder den Abflug nach Berlin. Beim Druck dieser Leo-Ausgabe war die Wahl noch nicht entschieden, aber für München lege ich mich schonmal fest. Im Westen (der junge Stephan Pilsinger), im Süden (der Hardliner und Gauweiler-Nachfolger Michael Kuffer) und im Osten (der ebenfalls junge, aber schon im Bundestag sitzende Wolfgang Stefinger) holt die CSU die Direktmandate. Aber auch im Norden, dem traditionell SPD-freundlichsten Stimmkreis in ganz Bayern, dürfte der sehr unbekannte CSU-Kandidat Bernhard Loos einen Erfolg einfahren. Klarer Sieg für die CSU also, wahrscheinlich sogar ein 4:0. Für die Münchner SPD ist das weniger bitter als es klingt. Erstens hat sie sich in der angeblichen SPD-Stadt München bei Bundestagswahlen schon immer schwer getan, das Ergebnis wird also nicht als Gradmesser für eine besonders SPD-unfreundliche Stimmung in der Stadt gelten. Und zweitens haben sich die Münchner parteiintern diesmal – anders als bei manchen Wahlen der Vergangenheit – im Vorfeld durchgesetzt. Die Listenplätze von München-SPD-Chefin Claudia Tausend und dem Abgeordneten Florian Post aus dem Münchner Norden sind so gut, dass sie wohl beide wieder dabei sind. Zwei Münchner Sozis in Berlin: Damit können die Sozialdemokraten leben. Die „Ehe für alle“ wird den neuen Bundestag erstmal nicht mehr beschäftigen. Sie wurde bekanntermaßen beschlossen. In München wird mit einem Ansturm gerechnet, auch, weil fast alle, die eine eingetragene Lebenspartnerschaft haben, diese jetzt umtragen werden. Einer von ihnen ist Rosa-Liste-Stadtrat Thomas Niederbühl, der sich gleich am 6. Oktober von Oberbürgermeister Dieter Reiter im Standesamt an der Ruppertstraße trauen lassen will. Für ihn persönlich und politisch ein sehr wichtiger Tag. Niederbühl erinnert sich noch, wie Rot-Grün-Rosa 2001 ermöglichen wollte, die Partnerschaft in Standesämtern einzutragen – und das Innenministerium das als „politische Aktion“ bewertete und verhinderte. „Was für eine Kränkung!“, sagt er noch heute. Die neuerliche Feier sei nun „auch ein bisschen Wiedergutmachung“.

KULTUR 9 STADT 9 From Vienna with Love Unvergessen: Als bärtige Diva gewann Conchita 2014 für Österreich den 59. Eurovision Song Contest in Kopenhagen und wurde mit den Worten „We are unstoppable“ zu einer globalen Galionsfigur der LGBTIQ*- Community. Nach dem Debütalbum, internationalen Auftritten und ihrer ersten Solo-Tour kommt Conchita, alias Tom Neuwirth, mit Liveband bereits zum zweiten Mal nach München. Im Circus Krone tritt sie mit ihren bekannten Hits, ihren liebsten Coversongs und der einen oder anderen musikalischen Überraschung auf. *bm 2.10., Circus Krone, Marsstr. 43, 20 Uhr, www.conchitawurst.com BOYBANDS FOREVER WELTPREMIERE Ob New Kids on the Block, Take That, Backstreet Boys oder One Direction, seit Generationen verkaufen sie weltweit Millionen Tonträger und brechen ebenso viele Rekorde wie Herzen. Im Deutschen Theater hat man nun die Möglichkeit, auf eine aufregende Weltund Zeitreise zu gehen, wenn BOY- BANDS FOREVER für einen Abend das Boyband-Feuer neu entfacht und die besten Songs in einer Liveshow vereint. FOTO: KAI HEIMBERG Es geht auf eine spannende Rundreise durch die Jahrzehnte, über die Kontinente, bis zur Essenz der ultimativen Boyband. Was ist es, das diesen Zauber ausmacht, die Emotionen auslöst? Welche Rolle spielen die Charaktere, die Outfits, die Videos? Die Neugierigen werden verstehen, die Töchter die Jugend ihrer Mütter nachempfinden, und die Fans dürfen endlich mal wieder Fan sein: Zwei Stunden voller Choreografie, beeindruckender Dance-Moves und cooler Styles, aber auch viel Spaß, Selbstironie und vor allem einzigartige Melodien mit den so besonderen Gesangsharmonien. Für Buch und Regie der Show ist der bekannte Moderator und Comedian Thomas Hermanns verantwortlich. Für die künstlerische Umsetzung konnte Marvin A. Smith als Choreograf gewonnen werden. Er gilt als internationaler Fachmann in dieser Sparte, arbeitete mit Weltstars wie Michael Jackson, En Vogue, Donna Summer oder Anastacia und hat sich mittlerweile auch in Deutschland, nicht zuletzt durch seine Arbeit mit Helene Fischer, einen Namen gemacht. Die musikalische Leitung für „Boybands Forever“ hat Christoph Papendieck übernommen. Er gehört ebenfalls zum Kreativteam von Helene Fischer, ist aber auch Produzent, Songwriter und international gefragter Livemusiker unter anderem als Keyboarder für Tom Jones. Für den roten Faden durch die Show sorgt ein Moderator: Die Comedians Ole Lehmann und Dittmar Bachmann werden dies alternierend tun und ihren Beitrag leisten, um mit dem Publikum die wilde, aber auch merkwürdige Welt der Boybands zu feiern. *ml 3 - 15.10., Deutsches Theater, Schwanthalerstraße 13, www.deutsches-theater.de FOTO: OLIVER FANTITSCH Hans Olde sen., Caroline Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, um 1903 Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München BILD SCHÖN ANSICHTEN DES 19. JAHRHUNDERTS STÄDTISCHE GALERIE IM LENBACHHAUS UND KUNSTBAU MÜNCHEN LENBACHHAUS LENBACHHAUS.DE

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