Aufrufe
vor 1 Jahr

Leo Oktober 2017

  • Text
  • Strasse
  • Szene
  • Schwules
  • Kulturzentrum
  • Kammerspiele
  • Maximilianstrasse
  • Residenz
  • Gasteig
  • Rosenheimer
  • Konzert

10 KULTUR INTERVIEW

10 KULTUR INTERVIEW STAATSINTENDANT JOSEF E. KÖPPLINGER Josef E. Köpplinger wurde in Niederösterreich geboren, er studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Wien und besuchte Seminare in New York und London. Seine Regiekarriere führte ihn von Wien über Deutschland in die Schweiz, nach Frankreich, England, Amerika und Japan. Seit der Spielzeit 2012/2013 hat Josef E. Köpplinger die Intendanz des Gärtnerplatztheaters übernommen. Leo traf Josef E. Köpplinger zum Interview und sprach mit ihm über die lange Umbauphase, politisches Theater, neue Spielzeit und München. Die Umbauphase ist fast beendet, die neue Spielzeit beginnt im Oktober. Wie groß ist die Vorfreude, endlich wieder zu Hause zu sein? Es ist natürlich eine immense Vorfreude vorhanden, vor allem, weil die Geduld durch anhaltende Verschiebungen strapaziert wurde. Das ist wohl einfach so, dass Baustellen im seltensten Fall pünktlich fertig werden. So ein Umzug ist eben ein absoluter Kraftakt, und er wird bei der Eröffnung noch nicht abgeschlossen sein. In Ihrem Gastkommentar in unserer letzten Ausgabe sprachen Sie von einem spürbaren Rechtsruck. Jetzt sind Sie wieder zurück in einem Münchner Viertel, das für Diversität steht. Welchen Beitrag muss da ein Theater in der heutigen Zeit leisten? Ich glaube, unabhängig von der Zeit habe ich Theater immer als Ort der absoluten Freiheit in seiner Außen- und Innenwirkung wahrgenommen. Das heißt, durch das Erzählen von Geschichten in den verschiedenen Genres wie Oper, Operette, Musical, Tanz und Konzert setzt man nicht nur ein Fanal für Toleranz, sondern es muss dann auch gelebt werden. Ich sage immer zu meinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, dass wir in dem Mikrokosmos Theater für den Makrokosmos da draußen mit unserer Haltung ein kleines Beispiel sein können. Niemand von uns kann wahrscheinlich die Welt retten. Deshalb brauchen wir Superhelden-Comics und Geschichten, die im Theater, Kino oder Printmedium gesehen werden, um uns zu inspirieren, um uns von einer besseren Welt träumen zu lassen. Ich verstehe das Theater wirklich als Ort einer gelebten Utopie. Jeder Mann und jede Frau kann sich dann beim Verlassen des Theaters mitnehmen, was er oder sie braucht. Was macht es für Sie besonders, dass das Theater in München steht? Welche Wechselwirkungen gibt es? Das Spezielle ist auf alle Fälle, dass es nur noch ein paar Schwesternhäuser hat. Es gibt noch die Volksoper in Wien, die Komische Oper in Berlin und die English National Opera in London: Das sind Staatsopern, die neben der großen Oper die Operette, das Singspiel und den Tanz pflegen – also musikalisches Unterhaltungstheater. Das war es dann schon fast weltweit. Gleichzeitig ist die Welt bunt, und so ist auch unser Theater. Auch das Team spiegelt die große Diversität der Welt wider. Dort, wo eine Gesellschaft separieren und aussortieren möchte, führte es immer zu Krieg, Vernichtung, Schaden und Leid. Das ist für mich die nahezu unvorstellbare Nicht-Lernfähigkeit einiger Menschen, die aus der Geschichte der Menschheit zu wenig mitnehmen. Nun zur neuen Spielzeit. Warum wurde „Die lustige Witwe“ als Eröffnungsstück gewählt? Ich denke, man muss über die Qualität des Stückes nicht reden, denn es steht für sich. Es ist eine sehr klassische Operette mit einem spannenden Inhalt. Die Musik von Franz Lehár dazu ist unbeschreiblich. Es ist eine Oper, ein Singspiel, ein Kabarett – sehr vielschichtig. Außerdem gibt es eine Vorgeschichte: Meine Großtante hat mich sehr geprägt und sie war als Kind in der Uraufführung des Stücks. Sie erzählte mir davon, auch wie damals Polizisten im Publikum saßen, weil die Regierung Angst vor einem Aufkommen der Anarchisten hatte. – Von den circa 200 Vorstellungen, die wir im Jahr machen, werden 100 davon Opern sein und der Rest teilt sich auf in Operette, Musical und Tanz. Vielleicht ist aber diese Unterscheidung doch ein deutschsprachiges Problem und man bräuchte all diese Schubladen nicht. Wie haben denn die Münchner die Wanderschaft mitgemacht? Ich freue mich sehr, dass die Abonnementzahlen stetig wachsen. Wir sind bei einem Zuwachs von 72 Prozent im Vergleich zum letzten Jahr. Dann können wir sehr glücklich sein, dass die Leute die Reise so gut mitgemacht haben, und es geht ja weiter. Im Theater reisen wir immer durch Geschichten und Zeit. Zugleich ist das Münchner Publikum sehr fordernd und wir versuchen immer, die hohe Qualität aufrechtzuerhalten. •Interview: Mario Lehlbach

STADT 11 THEATER DAS NEUE GÄRTNERPLATZTHEATER OKTOBER 2017 ES IST SOWEIT Das Gärtnerplatztheater lädt am 14. Und 15. Oktober zur Eröffnungsgala. Nach fünf Jahren Umherziehen und Umbau kommen Musik, Wort und Tanz wieder an ihren Platz zurück. Unter der musikalischen Leitung von Anthony Bramall, Michael Brandstätter und Andreas Kowalewitz wird fast das gesamte Ensemble des Theaters auf die Bühne gebracht. An beiden Abenden geben der Chor, das Orchester, das 32-köpfige Solistenensemble, die Balettkompanie und der Kinderchor ein Stelldichein, um die Rückkehr ins alte Haus zu feiern. 14. und 15. Oktober, Gärtnerplatztheater, 19.30 und 18 Uhr, Eintritt ab 10 Euro, www.gaertnerplatztheater.de #WIEDERAMPLATZ Neben der Eröffnungsgala gibt es einen „Tag des offenen Zuschauerraums“. Hier kann man als Erster oder Erste in der neuen, alten Wirkungsstätte Platz nehmen und sich vom Umbau überzeugen, bevor sich zum ersten Mal der brandneue Vorhang zur ersten Vorstellung hebt. 8. Oktober, Gärtnerplatztheater, 14 Uhr, Eintritt frei DIE LUSTIGE WITWE Um die klammen Kassen des in finanzielle Schieflage geratenen Operetten-Staats Pontevedro zu sanieren, veranstaltet der pontevedrinische Gesandte Baron Zeta in Paris ein rauschendes Fest, mit dem Hintergedanken, auf diesem Weg die letzten finanziellen Privatreserven für das Vaterland zu retten. Denn der drohende Staatsbankrott scheint nur noch durch eine Heirat der millionenschweren pontevedrinischen Witwe Hanna Glawari mit einem Landsmann abwendbar. Als geeigneter Heiratskandidat soll der lebenslustige Graf Danilo Danilowitsch herhalten, dem allerdings ein etwas zweifelhafter Ruf vorauseilt, so dass es zwischen ihm und der durchaus heiratswilligen Witwe, einer alten »Verflossen« Danilos, anfänglich nicht so recht funken will. Warum diese Operette das Eröffnungsstück im neuen Haus ist und warum sich Staatsintendant Josef E. Köpplinger freut die Regie zu übernehmen, lest ihr im ausführlichen Interview nebenan. 19. Oktober, Gärtnerplatztheater, 19.30 Uhr, Karten ab 10 Euro, weitere Termine: 21.10./22.10/24.10./25.10./3.1 1./5.11./10.11./18.11. LA CENERENTOLA Die komische Oper, die auch „La bontà in trionfo“ heißt, feiert ihre Spielzeitpremiere am 28. Oktober. Die Geschichte vom Aschenputtel ist hinreichend bekannt. Seit Charles Perrault den schon damals weit verbreiteten Stoff in seiner Märchensammlung von 1697 bearbeitet hatte, inspirierte er immer wieder Vertreter aller Kunstgattungen zu stets neuen Darstellungen. In Gioachino Rossinis am 25. Januar 1817 am römischen Teatro Valle uraufgeführtem Meisterwerk »La Cenerentola« muss sich die arme Angelina von ihren Stiefschwestern Tisbe und Clorinda wie auch von ihrem Stiefvater Don Magnifico schikanieren lassen. Doch als der Prinz Don Ramiro, der mit seinem Kammerdiener Dandini die Rollen getauscht hat, auf Brautschau geht, beginnt sich das traurige Schicksal Angelinas zu wenden. Mit »La Cenerentola« stellten sich Rossini und sein Librettist Jacopo Ferretti dem Wagnis, einen kindlichen Stoff für ein weitgehend erwachsenes Publikum aufzubereiten und die Geschichte aus der Welt der Märchen in die Realität des täglichen Lebens zu transferieren. In der Inszenierung von Brigitte Fassbaender wird eine der intelligentesten Partituren Rossinis zu einem Opernereignis für Jung und Alt. *ml 28. Oktober, Gärtnerplatztheater, 19.30Uhr, Karten ab 10 Euro, weitere Termine: 31.10./2.11./4.11./12.11./ 17.11./22.11. FOTO: CHRISTIAN POGOZACH 2.10. Montag präsentiert montags 21:15 Uhr Atelier-Kino • Sonnenstraße 12 Kartenhotline: (089) 591918 Tom of Finland – OmU Die Bilder von Tom of Finland sind Kult, den Mann dahinter kennt kaum jemand. Das ändert dieses tolle Biopic über Touko Laaksonen, der sich in der rigiden Gesellschaft der 1950er Jahre nicht zurechtfi ndet und in die ikonischen Männerzeichnungen fl üchtet, mit denen er zur Symbolfi gur einer ganzen Generation wird. 9.10. Montag 21:15 Uhr Irland 2015, 86 min Queen of Ireland – OmU Irland ist schon seit 1949 kein Teil der britischen Monarchie mehr. Eine Königin hat das Land trotzdem, zumindest eine der Herzen. Denn Drag Queen Panti Bliss trug maßgeblich dazu bei, dass Irland die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnete und wird dafür geliebt. Tolle Doku über einen bemerkenswerten Menschen. 16.10. Montag The Square – OmU Der diesjährige Gewinner der Goldenen Palme in Cannes ist eine beißende Satire auf den Kunstbetrieb, die Jury-Präsident Pedro Almodóvar für seine politische Unkorrektheit pries. Als Museumsdirektor Christian sein Handy verliert, schlittert sein Leben ins Chaos ab. Großartig, böse, rasend komisch! 23.10. Montag 21:15 Uhr – PREVIEW Finnland 2017, 115 min 21:15 Uhr – PREVIEW NON GAY FAVORITE S/D/F/DK 2017, 142 min 21:15 Uhr – PREVIEW GB 2017, 104 min God’s own Country – OmU Johnny ist frustriert vom Leben auf dem Bauernhof in Yorkshire und schlägt seine Freizeit mit Saufen und flüchtigem Sex mit Männern tot. Bis Gheorge auftaucht, ein rumänischer Arbeiter in Johnnys Alter, der die Saison über aushelfen soll. Und plötzlich ist alles anders… Völlig zurecht als britisches ‚Brokeback Mountain’ gefeiert. 30.10. Montag Retake – OmU 21:15 Uhr – PREVIEW USA 2016, 95 min Nach einigen Reinfällen scheint der Mittvierziger Jonathan endlich einen Stricher gefunden zu haben, der bereit ist, bei seinem Rollenspiel mitzumachen. Auf einem gemeinsamen Roadtrip durch die kalifornische Wüste verschwimmen jedoch die Grenzen zwischen Macht und Unterwerfung und ein gewagtes Spiel beginnt… In der Tiefe schlummern Fragen der Identität und des Glücklichseins.

Magazine

Abrigo
blu Gesundheit 2017
After-Show-Dinner von und mit Ricardo M.
27. Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg • Programmheft
STIGMAfighter im Einsatz gegen Ausgrenzung
hinnerk August 2016
hinnerk Hamburg Juli 2016
hinnerk Bremen/Hannover Juli 2016
gab Juli 2016
blu Juli 2016
blu Mai 2015
Regionalseiten
blu.fm Webseite

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.