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LEO November / Dezember 2019

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4 SZENE Community

4 SZENE Community KOMMENTAR VON BERND MÜLLER Es ist ein starkes Zeichen, wenn Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner nach der homophoben Attacke auf zwei Männer die Regenbogenflaggen am Eingang hisst. Ein Zeichen an die Welt, an eine starke Münchner Community – nicht zuletzt sicher auch eines in Richtung der bevorstehenden Kommunalwahl. Diese Regenbogenflaggen machen deutlich, wie sensibel die Stadt bezüglich ihrer queeren Community reagiert, und auch, wie stark deren Lobby in München ist. Denn nur wenige Fälle homophober Gewalt sind in den letzten Jahren beim Oktoberfest dokumentiert. Dass die Dunkelziffer hoch sein dürfte, liegt zwar auf der Hand, aber vergessen wir nicht: Für die vielen Frauen beispielsweise, die jedes Jahr belästigt oder gar vergewaltigt werden, hängt niemand eine Fahne auf. Hoffen wir, dass dieses Bekenntnis zu einer alle Menschen akzeptierenden und respektierenden Wiesn verstanden wird. Hoffen wir, dass von diesen Regenbogenflaggen alle profitieren, die unter Übergriffen, Gewalt und Diskriminierung zu leiden haben. Günther Kaiser, Leiter Wiesnbauhof, Dr. Kai Kundrath, Geschäftsführer Sub e.V., Clemens Baumgärtner, Referent für Arbeit und Wirtschaft, Jörg Garstka Vorstand Sub e.V. (v.l.n.r.) REGENBOGENFLAGGEN AN DER WIESN „KLEINE SENSATION“ Es ist die queere Wiesn-Neuigkeit des Jahres: Erstmals in der 186- jährigen Geschichte des Volksfests wehten heuer drei Tage lang Regenbogenfahnen am Eingang des Geländes. Der Grund war freilich ein trauriger: Wenige Tage zuvor wurden zwei junge Männer, die Arm in Arm durch die Wirtsbudenstraßen liefen, von einer Männergruppe homophob beleidigt, verfolgt und geschlagen – so schwer, dass sie sich einer Behandlung im Krankenhaus unterziehen mussten. Als Reaktion darauf kündigte Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) beim „Rosa Montag“ im Zelt der Fischer-Vroni an, er Anlässlich des 50. Jahrestages des Stonewall-Aufstandes lud der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter am Abend des 9. Oktober Vertreterinnen und Vertreter der LGBTIQ*-Community zu einem Empfang in den Saal des Alten Rathauses. Er wolle damit vor allem Dank sagen, denn deren Engagement trage wesentlich zum sozialen Frieden der Stadt bei. Reiter verwies auf die positiven Entwicklungen für LGBTIQ* in der Landeshauptstadt und versprach, sich weiterhin für die Belange der Community einzusetzen. LGBTIQ* seien „noch nicht so in der Gesellschaft angekommen, wie es wünschenswert wäre“, so der OB, der eine starke Zivilgesellschaft für Toleranz und gegen Diskriminierung forderte. Wichtigste Botschaft des Abends: „Wir müssen zusammenhalten statt spalten!“ *bm werde am Haupteingang zwei Regenbogenflaggen als Zeichen der Solidarität hissen: „Gewalt gegen Menschen, die sich nicht am Mainstream orientieren, darf auf unserer Wiesn keinen Platz haben“, so der Wirtschaftsreferent. „Toleranz ist eine wesentliche Maßeinheit für die Friedlichkeit der Wiesn.“ Mit Unterstützung des schwulen Zentrums Sub wurden tags darauf die Flaggen angebracht und die „kleine Sensation“, wie sie ein schwuler Wiesngast der Fischer-Vroni verdutzt kommentierte, war perfekt. Den Opfern geht es inzwischen wieder gut, sie werden keine bleibenden Schäden davontragen. *bm OB-EMPFANG IM ALTEN RATHAUS „Zusammenhalten statt spalten“ FOTO: LANDESHAUPTSTADT MÜNCHEN/RAW FOTO: BERND MÜLLER

NEUES ANGEBOT Sub-Beratungsstelle für schwule Gewaltopfer SZENE 5 FOTO: MARK KAMIN Kurz nach dem Bekanntwerden des homophoben Angriffs auf zwei junge Männer während des Oktoberfests bewilligte der Freistaat die Einrichtung einer Online- und Telefonberatung für schwule, bisexuelle und queere Männer, die Opfer von Gewalt geworden sind. Angesiedelt wird das Projekt beim Münchner Schwulenzentrum Sub. Das Thema männlicher Gewaltbetroffenheit steht bisher kaum im sozialen und politischen Fokus. Insbesondere schwule, bisexuelle und queere Männer, die Opfer von häuslicher oder sexualisierter Gewalt, von Diskriminierung oder Mobbing wurden, hatten bislang keine niedrigschwelligen, unkomplizierten und anonymen Beratungsangebote. Diese Lücke soll dank der Finanzierung durch den Freistaat schon bald gefüllt sein. „Ganz besonders freuen wir uns darüber, dass Bayern zu den ersten Bundesländern gehört, die sich dieser Problematik annehmen“, sagt Kai Kundrath, Geschäftsführer des Sub (Foto). Geht es um die Belange von schwulen, bisexuellen und queeren Männern, so zählt Bayern eher zu den konservativeren Bundesländern in Deutschland. Die finanzielle Unterstützung in Höhe von jährlich 83.000 Euro und der damit verbundene Aufbau einer bayernweiten Online- und Telefonberatung kann Vorbildcharakter haben und auf andere Bundesländer wirken, hofft man im Sub. Die Beratung wird voraussichtlich ab dem 1.11. zur Verfügung stehen. *bm www.subonline.org Kai Kundrath, Geschäftsführer des Sub Dietmar Holzapfel und Josef Sattler, gut vernetzt Wir vernetzen München seit 157 Jahren. Jetzt Mitglied werden! muenchner-bank.de

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