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Leo März 2018

6 SZENE „KEIN KÄFIG

6 SZENE „KEIN KÄFIG VOLLER NARREN“ FOTO: BR/JOHANNA SCHLUETER Bayerisches Fernsehen sendet SCHWULE Heimatkomödie Es ist eine kleine Kulturrevolution: Am 4. März sendet das Bayerische Fernsehen auf dem für gewöhnlich mit „Komödienstadel“ oder „Unter unserem Himmel“ eher traditionell besetzten Sendeplatz am Sonntagabend eine Komödie, in deren Mittelpunkt ein schwules Paar steht. Möglich gemacht hat das Reinhard Scolik, seit 2016 Fernsehdirektor des BR, der mit zeitaktuellen Themen aus der Provinz neuen Schwung in die bayerische TV- Landschaft bringen möchte. Die Komödie „Bäcker braucht Frau“ ist eine Realsatire, die sich um das ungewollte Outing eines jungen Bäckerei-Erben in der Oberpfalz dreht. Geschrieben wurde das Stück von Jürgen Kirner, der vielen als Mitglied der Couplet-AG oder Moderator der BR- „Brettlspitzen“ ein Begriff sein dürfte. Doch wer Tunten-Trash erwartet, liegt völlig falsch: „Das ist kein ‚Käfig voller Narren‘, betont Kirner. „Wir wollen das echte schwule Leben zeigen mit seiner Sehnsucht nach Zweisamkeit, Anerkennung und Liebe und nicht das Klischee vom ewig geilen Schwulen bedienen.“ Gespielt wird das Stück von Laiendarstellern, die dieses Stück zusammen mit bekannten Gesichtern der bayerischen TV-Landschaft bereits im Dezember für das Fernsehen aufgezeichnet haben. Schon die Zeitungsberichte darüber lösten Reaktionen aus: „Bei mir haben sich viele Männer gemeldet, die nicht geoutet sind und sich sogar in eine Hetero-Ehe geflüchtet haben, weil sie sich nicht trauen, zu sich selbst zu stehen“, so Kirner. „Sie waren dankbar, dass Homosexualität einmal von einem Vertrauensträger wie dem BR thematisiert wird.“ Auch Franz Meyer, der in der Rolle des Konditors Florian seinen Michi in der Bäckerei kennen- und lieben lernt, kennt solche Geschichten aus eigener Erfahrung: „Ich komme selbst aus einer kleinen Stadt in der Oberpfalz und weiß, wie schwer es in ländlichen Gegenden sein kann, gegen die vielen Vorurteile zu seinem Schwulsein zu stehen.“ Die Uraufführung von „Bauer braucht Frau“ fand 2017 in seinem Heimatort statt, aus dem übrigens auch Jürgen Kirner stammt. Beide hoffen, dass die Ausstrahlung mehr als nur gute TV- Unterhaltung wird und schwulen Männern dabei hilft, zu sich selbst zu stehen und ihren Weg zu finden. „Darüber hinaus erwarten wir natürlich eine gigantische Quote“, meint Jürgen Kirner mit breitem Grinsen und verspricht: „Das muss nicht die letzte schwule Geschichte am Sonntagabend sein!“ *bm 4.3., „Bauer braucht Frau“, Bayerisches Fernsehen, 20:15 Uhr, www.tangrintler-volkstheater.de

SZENE 7 Fünf Jahre Munich Kiev Queer gratuliert Dass aus kleinen Anfängen Bedeutendes entstehen kann, beweist die Gruppe „Munich Kiev Queer“. Aus einem engagierten Trio, das mit der LGBTIQ*- Szene von Münchens ukrainischer Partnerstadt lose Kontakte aufnehmen wollte, ist eine große Gruppe geworden, die eine intensive Freundschaft mit Kiew pflegt. Neben kulturellem und informativem Austausch sowie gegenseitigen Besuchen steht dafür vor allem die Teilnahme Münchner LGBTIQ*- Aktivisten und -Aktivistinnen am Gay Pride in Kiew. Ihre Anwesenheit und Unterstützung hat dazu beigetragen, dass die alljährliche Parade in der Hauptstadt der Ukraine in nur wenigen Jahren größer, sicherer und sichtbarer geworden ist. Das fünfjährige Jubiläum wurde in den Räumen der LeTRa in Anwesenheit zahlreicher Stadträte und Stadträtinnen, Mitglieder und natürlich von Gästen aus Kiew gefeiert. Eine beeindruckende Arbeit! *bm FOTO: BERND MÜLLER DER GAY & LESBIAN PARTYABEND IM SCHALLERZELT AUF DEM AUGSBURGER PLÄRRER mit Partyband Frontal Party Pur 9.4. Eintritt frei /schallerzelt

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