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Leo März 2018

4 SZENE GEGEN GEWALT UND

4 SZENE GEGEN GEWALT UND FÜR EIN VIERTEL OHNE ANGST DR. KAI KUNDRATH, Sub-Geschäftsführer, über die wachsende Homo- und Transphobie zwischen Glockenbachund Gärtnerplatzviertel. FOTO: MARK KAMIN Seit seiner Gründung 1986 erfasst das Anti-Gewalt-Projekt im Sub Übergriffe gegen schwule Männer. In den letzten Jahren sind die Zahlen wieder gestiegen – und das, obwohl nur wenige Opfer die Vorfälle zur Anzeige bringen. Mit einer Solidaritätsaktion wirbt das Sub für ein Miteinander. Das Sub legt in diesem Jahr den Schwerpunkt auf homophob motivierte Gewalt im Viertel. Ist das denn nötig? Definitiv, wir beobachten seit einigen Jahren eine Zunahme von verbalen, aber auch körperlichen Übergriffen zwischen Glockenbach und Gärtnerplatz. Diese Entwicklung wollen wir ernst nehmen. Unser Anti-Gewalt-Projekt führt eine Statistik, aber leider bringen noch viel zu wenige schwule Männer die Angriffe zur Anzeige – meist aus Scham. Wir merken aber in unserer Beratungsstelle, dass die Übergriffe wieder zunehmen, auch hier im Viertel. Sind wir denn nicht als Szene in der Mitte der Münchner Stadtgesellschaft angekommen? Natürlich sind wir das: Es gibt seit Sommer vergangenen Jahres die Ehe für alle, Deutschland hat das 3. Geschlecht eingeführt – die Gesellschaft ist schon weiter, als wir uns das noch vor ein paar Jahren erträumen konnten. Aber mit dem Mehr an Sichtbarkeit und der Gleichstellung, dem Erstarken rechter Kräfte in Deutschland grassieren eben auch wieder Homo- und Transphobie. Man leistet sich das wieder. Warum gerade hier? Im Glockenbachund Gärtnerplatzviertel galt doch die Szene als etabliert. Aber das Viertel verändert sich. Inzwischen ist die Müllerstraße & Co. eine Partymeile für junge Leute. Das ist längst kein reines „Schwulenviertel“ mehr, im Gegenteil. Einige der Partygäste haben Berührungsängste, manche sind auch aggressiv. Man wird hier nachts schon mal angepöbelt, wenn man Hand in Hand durch die Müllerstraße läuft. Es gab diverse Zwischenfälle in den vergangenen Jahren. Was möchte das Sub hier tun? Wir starten jetzt eine Solidaritätsaktion mit den Lokalen im Viertel, um für Akzeptanz und Vielfalt zu werben. Außerdem sind wir bei der alljährlichen Demo zum Internationalen Tag gegen Homo-, Interund Transphobie IDAHIT am 17. Mai dabei. Ein großes und beliebtes Event ist auch unsere Magic Bar Tour – in diesem Jahr vor Fronleichnam am 30. Mai. Selten im Jahr ist unser Viertel so belebt wie an diesem Tag. Viele Lokale beteiligen sich und tragen so einen wesentlichen Teil zur Zusammengehörigkeit bei. Eine Solidaritätsaktion? Wir wollen den Lokalen im Viertel mit Plakaten und Aufklebern die Möglichkeit geben, ihre Solidarität auszudrücken und das Miteinander in unserem Viertel zu stärken. Sie können damit Flagge zeigen: Ja, wir sind für ein buntes Viertel, in dem alle willkommen sind. Gleichzeitig wollen wir die nächsten Monate auch nutzen, um die Menschen in München insgesamt für das Thema zu sensibilisieren. Wir wollen erreichen, dass Opfer Vorfälle zur Anzeige bei der Polizei bringen. Neben der Täterverfolgung geht die Anzeige in die Statistik ein und macht die breite Öffentlichkeit und die Politik auf das Thema aufmerksam. Das Sub steht euch mit dem Anti-Gewalt- Projekt mit Rat und Tat zur Seite, denn wir sind für alle schwulen Männer Münchens da – auch mit unseren vielen anderen Angeboten. Interview: Jörg Garstka

SZENE 5 FETISCH IM FRÜHLING MLC-Starkbierfest vom 1. bis 4. März BUNT IST DAS NEUE WEISS-BLAU Fotomodelle für CSD-Plakat gesucht Der Münchner CSD (7. bis 15. Juli) steht heuer ganz im Zeichen der bayerischen Landtagswahl. Dementsprechend hat sich das Orgateam zusammen mit dem Szenestammtisch, einem Gremium aus rund 50 VertreterInnen von Vereinen und Institutionen der Münchner Szene, 2018 für das Motto „Bunt ist das neue Weiß-Blau“ entschieden. „Auch Bayern muss sich endlich bewegen“, so Thomas Niederbühl, politischer Sprecher des CSD. „Bis jetzt hat sich der Freistaat nur als Bremser in der Gleichstellungspolitik für LSBTI* gezeigt.“ Um die Vielfalt der Szene schon auf dem Plakat und dem Cover des Pride Guides widerzuspiegeln, sucht der CSD Menschen, die sich dafür fotografieren lassen. Wer also im Rahmen des CSD offen und offensiv für ein buntes Bayern eintreten möchte, sollte diese Fotoaktion nicht verpassen! *bm 30./31.3., Studio der Münchner Aids-Hilfe, Lindwurmstr. 71, Details: www.csd-muenchen.de ROSA NOCKHERBERG Schwules Fastenspiel im Sub FOTO: THOMAS MACK Seit 2007 gibt es in München das „Szeneblecken“, die schwule Adaption des Starkbieranstichs am Nockherberg. Dieses Jahr sind die Männer der „Stark Bier Blosn“ erstmals im Sub zu Gast und wollen mit Fassanstich, Fastenpredigt und Singspiel auch in der neuen Spielstätte punkten. Die Fastenpredigt mit zahlreichen Seitenhieben auf die schwule Szene sowie das allgemeine Weltgeschehen hält Kabarettist und Initiator Thomas Mack in der Rolle des „Bruder Blasius“. Das anschließende Singspiel „Der Schauspieldirektor“ karikiert bekannte Szenepersönlichkeiten. Wer die ein oder andere (lieb gemeinte) Watschn einstecken muss, bleibt bis zur Premiere geheim! *bm FOTO: CSD MÜNCHEN Die Starkbierzeit ist schon seit vielen Jahren auch in der queeren Münchner Szene angekommen. Einen großen Anteil daran trägt der Münchner Löwen Club (MLC), der seit 2001 sein (naturgemäß eher dem schwulen Fetisch gewidmetes) Starkbierfest feiert und damit Fetischfreunde aus ganz Deutschland nach München zieht. Anfang März ist es wieder soweit: Nach dem Meet & Greet im Sub (28.2., 19:30 Uhr) folgt mit der Wahl zum Bavarian Mr. Leather (1.3., 19 Uhr) der erste Höhepunkt des MLC Starkbierfests 2018: Im Oberangertheater wird der Nachfolger des amtierenden Titelträgers Manfred Herbst gesucht. Im MIttelpunkt steht die Präsentation der Kandidaten, dazu serviert das Haus ein Drei- Gänge-Menü, der Showteil wird vom schwul-lesbischen Impro- Duo „Isar148“ bestritten. Nach Fetischflohmarkt und Fetischpartys in der Clublocation Under- Ground ist der „GaySunday“ im Augustinerkeller krönender und stimmungsvoller Abschluss des Starkbierfests. Hunderte Jungs in Tracht und Fetisch feiern von 10 bis 22 Uhr im Saal und den Katakomben der Brauerei zu Livemusik von Trachten- und Partybands. *bm www.mlc-munich.de 2.3., Sub-Zentrum, Müllerstr. 14, 20 Uhr, Eintritt frei, www.subonline.org

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