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leo Juli 2016

CSD München!

Szene 08 FOTO: PRIVAT

Szene 08 FOTO: PRIVAT FOTO: ISTOCKPHOTO_MMEEMIL „Happy Dating“ wünscht Deutschlands größtes schwules Internet-Anbahnungsportal regelmäßig seinen Mitgliedern. Dass nicht jedes Date happy macht, liegt in der Natur der Sache. Dass es in manchen Fällen aber Begegnungen gibt, die mehr als nur unglücklich verlaufen, müssen Nutzer immer wieder erfahren. Dabei spielt es keine Rolle, ob PlanetRomeo, Gayroyal, Grindr oder Scruff: Anonyme Verabredungen können nicht nur spannend, sie können auch gefährlich sein. Diese Erfahrung machte nicht nur ein älterer Herr, der nach einer Kneipentour von seinem Begleiter in der eigenen Wohnung ausgeraubt wurde – ein Fall, der es sogar in die Münchner Lokalpresse schaffte. Auch der 72-jährige Robert S.* hatte ein Erlebnis, das ihm das Leben hätte kosten können. Er hatte einen jungen Mann auf einer Internetplattform kennengelernt. „Seit 15 Jahren bin ich online und habe auf diese Weise Freunde und sogar Beziehungen gefunden“, berichtet der Rentner. „Auf mein Bauchgefühl konnte ich mich dabei immer verlassen.“ Doch diesmal sollte es ihn trügen. Der junge Mann war freundlich, zurückhaltend, redegewandt und erlangte Roberts Vertrauen, weil er nicht auf ein schnelles Date drängte. Als dann das erste Treffen ausgemacht war, standen plötzlich zwei Männer vor der Tür. Für Robert noch kein Grund zur Beunruhigung, stellte sich der Freund doch als Übersetzer des angeblichen Südamerikaners vor, der kein Deutsch spräche, weshalb in Wahrheit er dessen Chatbeiträge geschrieben habe. Da das Date sich als nicht sehr kommunikativ herausstellte, bat Robert die beiden nach einer Weile zu gehen. Doch die weigerten sich. Stattdessen lief der eine durch die Wohnung und machte sich schließlich an einem Safe zu schaffen, den er im Schlafzimmer entdeckt hatte. Währenddessen rang der andere den 72-Jährigen zu Boden, fesselte ihn und drückte ihm sogar ein Kissen aufs Gesicht. „Ich konnte ihm gerade noch zwischen die Beine kicken, da fiel er aufs Bett. Doch er kam zurück und trat mir mit seinem Fuß gegen den Kopf. Ich merkte: Der ist zu jeder Brutalität bereit. Da hab ich mich nicht mehr gewehrt.“ Die Diebe erbeuteten einen Laptop, etwas Bargeld und Schmuck, Robert erlitt Blutergüsse und blaue Flecken. Als die Täter weg waren, rief er sofort die Polizei, die nun wegen versuchter Tötung ermittelt. „Ich hab das Erlebnis relativ cool weggesteckt“, sagt Robert heute, zwei Monate später. „Aber ich kenne andere, denen Ähnliches passiert ist und die nicht zur Polizei gegangen sind – das ist ein großer Fehler“, warnt er. So sieht es auch Christopher Knoll vom Anti-Gewalt-Projekt im Sub. Wenn etwas passiert ist, solle man sich der Polizei (K 105/ Opferschutz) oder dem Sub anvertrauen, damit beraten und geholfen werden kann – nicht zuletzt, damit die Fälle überhaupt in einer Statistik auftauchen. Ihm selbst ist in München bislang nur ein ähnlich gelagerter Fall zu Ohren gekommen. Doch von den Kollegen bei MANEO, dem schwulen Anti-Gewalt-Projekt in Berlin, hat er so manche Geschichte gehört, die ihm Schauer über den Rücken laufen lassen. „Da kam es zu ungeheuren Brutalitäten im Zuge solcher Blind Dates“, so der Diplom-Psychologe. „Aber in Berlin ist die Situation ja in jeder Hinsicht viel schwieriger als im relativ reichen und ruhigen München.“ Er rät, in jedem Fall Telefonnummern zu tauschen, das mache den anderen, falls das Handy nicht geklaut ist, leichter auffindbar. Robert wird übrigens sein Chat- und Date-Verhalten wegen dieses einen negativen Erlebnisses nicht ändern. "Ich bleibe wachsam. Aber es ist ja mein Leben, da lasse ich mir dadurch nicht alles miesmachen.“ •bm *Name von der Redaktion geändert LEBEN IM ALTER Die Münchner Regenbogen-Stiftung bietet im Rahmen der LGBT-Öffnung bei Münchenstift wieder Besichtigungen von zwei Einrichtungen der stationären Altenhilfe an. Beide Häuser, das Haus St. Martin sowie das neue Haus an der Effnerstraße (Bild), das andere Standards anbietet. Beide nehmen als Projekthäuser an der LGBT-Öffnung der stationären Altenhilfe teil und wollen ein lebenswerter Ort auch für Lesben, Schwule und Trans* im Alter sein. Hier ist die Gelegenheit, mit der Hausleitung und dem Geschäftsführer der Münchenstift GmbH ins Gespräch zu kommen und spezifische LGBT-Anliegen zu formulieren und zu diskutieren. Anmeldung bitte bis spätestens 12. Juli per Mail an kgl.dir@muenchen.de •bm 25.7., Haus an der Effnerstraße, Effnerstr. 76, 18 Uhr 26.7. Haus St. Martin, St.-Martin-Str. 34, 18 Uhr www.muenchenstift.de

SEITE 09 | Thema THEMA Rock nonstop rockantenne.de Radio an Munich Mash & Mash Music Stage ›› 01. – 03.07.2016 Olympiapark STAR WARS Identities – Die Ausstellung ›› bis 17.10.2016 Kleine Olympiahalle FESTIVAL. AUSSTELLUNG. 3 Doors Down Lagwagon ›› MO 24.10.2016 Zenith ›› DO 14.07.2016 Feierwerk, Hansa 39 ROCK. PUNKROCK. Chiemsee Summer Billy Talent ›› 24. – 27.08.2016 Übersee ›› DI 29.11.2016 Zenith FESTIVAL. ROCK. Tickets online bestellen: www.muenchenticket.de Callcenter: 0 89 / 54 81 81 81

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