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Leo Januar/Februar 2019

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4 SZENE „Ein Schlag

4 SZENE „Ein Schlag ins Gesicht der Community“ Mit acht Ja- und sieben Nein- Stimmen wurde der AfD- Politiker Markus Bayerbach (55) Ende November zum Vorsitzenden des Ausschusses für Bildung und Kultus im Bayerischen Landtag gewählt. Für ihn votierten CSU, Freie Wähler und FDP – gegen ihn stimmten SPD und Grüne. Der AfD steht aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Maximilianeum ein Ausschussvorsitz zu. Dass sie sich für Bildung entschieden hat, stieß schon im Vorfeld auf Kritik, denn die AfD will unter anderem den Islamunterricht und Projekte „gegen rechts“ abschaffen. So mahnte beispielsweise Susanne Arndt, Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern e. V., dass Schulpolitik nur im Dialog gelingen könne und Auszeichnungen wie „Schule ohne Rassismus“ oder das Modellprojekt „Islamischer Religionsunterricht“ ein wichtiger Bestandteil der Wertediskussion an bayrischen Schulen seien. Auch in der queeren Community löst die FOTO: PRIVAT AFD ÜBERNIMMT VORSITZ IM BILDUNGSAUSSCHUSS Wahl Bayerbachs Befürchtungen aus, ist doch die Öffnung der Lehrpläne für LGBTIQ* -Lebensweisen eine ihrer zentralen Forderungen an die bayerische Politik. Für Kai Kundrath, Geschäftsführer des Sub e. V., ist die Benennung des neuen Vorsitzenden „ein Schlag ins Gesicht“. Sie mache deutlich, wie es mit der Bildungspolitik in Bayern weitergehe. Er fürchtet „heftigen Gegenwind“ für LGBTIQ* Themen. Auch Melina Meyer von der Lesbenberatungsstelle LeTRa meint: „Der Ausschussvorsitz in den Händen einer Partei, die Geschlechterrollen aus den 1950ern fordert oder die Sexualerziehung wieder ins Private zurückverlegen möchte, ist für uns ein Grauen, denn die AfD steht gegen alles, für das wir eintreten.“ Der offen schwule Stadtrat Dr. Michael Mattar (FDP) sieht in der Person des Ausschussvorsitzenden als solches zwar eine eher geringe Gefahr, glaubt aber, dass es vielmehr die Mehrheit aus CSU, Freien Wählern und AfD sei, die Fortschritte bei den Bildungsinhalten verhindern wird. Für seinen SPD-Stadtratskollegen Christian Vorländer kann die Konsequenz jetzt nur lauten: „Mehr denn je sind wir gefordert, uns gemeinsam gegen das Erstarken der Rechten zu engagieren!“ Franz Krämer, Geschäftsführer des Aufklärungsprojekts München e. V., das seit vielen Jahren LGBTIQ*- Antidiskriminierungsarbeit für Schüler, Schülerinnen und Fachkräfte macht, formuliert es so: „Wir erwarten, dass Bayerbach sein Amt neutral und sachbezogen ausführt. Wir befürchten aber, dass die AfD den Posten nutzt, um unsere Arbeit sowie die von anderen sexualpädagogischen Bildungsinitiativen zu erschweren und zu diskreditieren.“ Immerhin: Die AfD stellt von den 18 Mitgliedern des Ausschusses nur zwei, die Mehrheit dort halten die Regierungsparteien CSU und Freie Wähler, die gemeinsam auf zehn Sitze kommen. Ein schwacher Trost, lässt auch diese Besetzung nicht auf eine Änderung der Bildungspolitik im Sinne der queeren Community hoffen. Für die engagierte Szene fasst Kai Kundrath die neue Sachlage noch einmal so zusammen: „Wir kämpfen weiter!“ *bm MÄNNERAKADEMIE DES SUB Männer in tiefen Krisen FOTO: ANGIECONSCIOUS_PIXELIO Seit Oktober läuft das sechste Semester der „Männerakademie“ im schwulen Zentrum Sub. Noch bis einschließlich März gibt es dort jeden Monat einen Vortrag sowie eine Gesprächsrunde zu Gesundheitsthemen, die (nicht nur schwule) Männer betreffen. „Männer sind eigen, jedenfalls, wenn es um ihr Wohlbefinden geht!“, weiß der Initiator der Reihe, Diplom-Psychologe Christopher Knoll. Darum will er mit Experten den Mann sensibilisieren, besser auf sich selbst zu achten. Zum Start in das neue Jahr lautet das Thema: „Männer in tiefen Krisen. Wie sie sie erleben und welche Krisenunterstützung funktioniert.“ Referent ist Johannes Schauer, Diplom-Psychologe und Systemischer Therapeut. Der Eintritt ist wie immer frei. *bm 8.1., Männerakademie, Sub, Müllerstr. 14, www.subonline.org

30 JAHRE Sub-Beratungsstelle FOTOS: MARK KAMIN SZENE 5 Ende November feierte die Beratungsstelle im Sub ihr 30-jähriges Bestehen. Seit 1988 ist sie von fachlich geschulten ehrenamtlichen Mitarbeitern besetzt, die auch heute noch täglich kostenlose Beratungen in den Abendstunden anbieten. Seit 1997 sind hier auch Hauptamtliche angestellt, die das Tagesgeschäft sowie Vernetzungsarbeit übernehmen. Die Beratungsstelle ist das Herz des schwulen Zentrums, und ihre Themen sind so vielfältig wie das Leben selbst. Auch wenn sich die gesellschaftliche Situation gebessert hat: Schwul zu sein bedeutet noch immer, anders zu sein. Und deshalb brauchen schwule Männer auch heute noch Hilfe bei der Auseinandersetzung mit der Umwelt und mit sich selbst. Grund genug, die Arbeit der ehrenamtlichen sowie der hauptamtlichen Mitarbeiter zu würdigen – und zu feiern. Zahlreiche Gäste aus Politik und Community waren dazu erschienen, unter anderem Alt-Oberbürgermeister Christian Ude, der es sich nicht nehmen ließ, eine launige, aber durchaus politische Rede zu diesem Jubiläum zu halten. *bm In München... ist bunt das neue -blau. MÜNCHNER BANK muenchner-bank.de

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.