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Leo April 2018

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12 KULTUR Junge

12 KULTUR Junge Künstler: STEFANO MAGGIOLO FOTO: M. LEIDGSCHWENDNER In unserer neuen Serie präsentieren wir euch Interviews mit jungen Künstlern. Es soll um biografische Einblicke und Begegnungen auf menschlicher Ebene gehen. Dieses Mal haben wir Stefano Maggiolo befragt. Er kommt ursprünglich aus Lodi in Italien und ist seit der Spielzeit 2013/2014 Gruppentänzer am Bayerischen Staatsballett. Seit wann tanzt du und was hat dich dazu veranlasst, ein professioneller Tänzer zu werden? Ich fing mit dreizehn Jahren während meiner Schulzeit an zu tanzen. Zu Hause habe ich zwar schon immer getanzt, war aber zu schüchtern, das auch in der Öffentlichkeit zu tun. Wer oder was hat dich inspiriert? Ich kann mich noch gut an eine Talentshow im Fernsehen erinnern. Damals wollte ich unbedingt wie diese Leute sein und wusste eigentlich noch nicht viel vom Ballett. Als ich dann aber an die Accademia Teatro alla Scala nach Mailand kam, tauchte ich so richtig in diese Welt ein. Die Leute dort inspirierten mich sehr und es bedeutete mir viel, von jungen Künstlern umgeben zu sein, die dieselbe Leidenschaft wie ich teilen. Muss man Idealist sein, um professioneller Balletttänzer werden zu können? Als junger Tänzer muss man sehr engagiert und fokussiert sein. Das Training ist anstrengend und man muss wirklich alles geben. Die Konkurrenz ist groß und die Zeit arbeitet gegen dich. Als erfahrener Tänzer sollte man sich eine ganz normale Alltäglichkeit bewahren, denn ohne den Bezug zur Realität kann man sie auf der Bühne auch nicht darstellen. Was probst du im Moment und wann ist die Premiere? Ich probe gerade „Borderlands“ für die Premiere zu „Portrait Wayne McGregor“. Diese wird am 14. April am Bayerischen Staatsballett sein. Ich liebe McGregors Stil. Während meiner Schulzeit sah ich sein Stück „Infra“ mit dem Royal Ballet. Ich werde nie vergessen, wie berührt und begeistert ich war. Was ist deine Traumrolle? Ich würde wahnsinnig gerne etwas von William Forsythe oder David Dawson tanzen, denn ich mag es einfach, wie sie mit klassischer Technik arbeiten und sie verändern, sodass alles sehr physisch und extrem wird. Eine ganz schöne Herausforderung für den Körper! Normalerweise liegt ihren Choreografien keine Erzählung zugrunde, sondern es geht mehr um eine gewisse Stimmung auf der Bühne. FOTO: SASCHA KLETZSCH Was machst du in deiner Freizeit? Ganz normale Dinge: Zeit mit meinen Freunden oder meiner Familie verbringen. Aber ich habe auch eine andere große Leidenschaft: Ich liebe Fashion, Style und Make-up. Manchmal arbeite ich auch als Dragqueen in Klubs. Ich lasse meiner Fantasie gerne freien Lauf. Wo gehst du in München aus? Manchmal gehe ich ins Blitz – die Atmosphäre dort ist ziemlich offen und frei. Zum Entspannen mag ich am liebsten Spas und Schwimmbäder. Letztens war ich in der Therme Erding, einfach großartig! Im Sommer ist die Isar das Allerbeste. An langen Wochenenden fahre ich am liebsten nach Berlin. Kunstszene und Nachtleben sind dort unvergleichlich offen und inspirierend. Tanzt du auch Ballett auf dem Dancefloor im Klub? Ich versuche, das nicht zu tun. (schmunzelt) Trotzdem werde ich in Klubs oft gefragt, ob ich Balletttänzer bin. Vermutlich kann ich das nicht ganz verbergen. Der Dancefloor inspiriert mich sehr. Tanz steckt in uns allen – nicht nur in professionellen Tänzern. *Interview und Übesertung aus dem Englischen: Jonas Mayer

INTERVIEW „DER KUNST GILT'S!“ Paul Müller prägt Münchens Musikleben seit 2008 entscheidend mit. Nicht lautstark auf der Bühne, eher als Strippenzieher im Hintergrund. Als Intendant der Münchner Philharmoniker hat er Größen wie Lorin Maazel und Valery Gergiev als Chefdirigenten nach München geholt und das Festival „MPHIL 360°“ gegründet. Erleichtert ist Paul Müller über die kürzliche Entscheidung des Stadtrates, den Vertrag von Valery Gergiev – vor und zu Beginn seiner ersten Amtszeit noch massiv unter Kritik – für weitere fünf Jahre bis 2025 zu verlängern. Herr Müller, Valery Gergiev wird bis 2025 Chefdirigent der Münchner Philharmoniker bleiben. Zu einer Vertragsverlängerung gehören ja immer zwei Seiten. Was war für Sie ausschlaggebend, Valery Gergiev für eine weitere Amtszeit als Chefdirigent an die Münchner Philharmoniker zu binden? Die Münchner Philharmoniker und Valery Gergiev sind ein hervorragend funktionierendes Team. Als Chefdirigent gibt Valery Gergiev nicht nur großartige Konzerte mit uns, sondern er hat auch immer eine große Linie im Sinn, denkt über den nächsten Konzertabend hinaus. Das Vertrauen zueinander ist groß, das Orchester hat unter ihm noch einmal einen qualitativen Sprung gemacht. Die Nachfrage auf dem internationalen Markt ist enorm, auch medial konnten wir erheblich zulegen. Valery Gergiev gilt als herausragender Künstler, er ist als Person des öffentlichen Lebens aber nicht unumstritten. Im Gegenteil, immer wieder ist seine Nähe zu Putin Thema. Wie nehmen Sie das in der alltäglichen Arbeit bei den Münchner Philharmonikern wahr? Valery Gergiev hat in den letzten drei Jahren in einem außergewöhnlichen Maße Verantwortung übernommen. Die Gasteig-Sanierung, fünf lange Interimsjahre – das sind Mammutaufgaben, gerade in der jetzigen Phase. Auch dank seiner klaren Haltung und seinem großen Interesse an der Zukunft seines Orchesters haben wir nun eine ganz klare Perspektive. In unserer täglichen Arbeit spielt die Kritik an seiner Person keine Rolle. Der Kunst gilt‘s! Natürlich hat es intern lebhafte Debatten gegeben, wir sind ja schließlich FOTO: LHM-NAGY auch ein Teil dieser Gesellschaft! Toleranz und Respekt fordern einen fairen Umgang miteinander, da muss man nicht immer die selbe Meinung haben. Wir konnten wir mit ihm so viele Projekte realisieren, dass wir sagen können: wir schauen über den Tellerrand hinaus, sind vitaler Bestandteil des Lebens in München und öffnen uns allen erdenklichen Formaten. Eine bereichernde Vielfalt – und mit Blick auf das kulturelle Leben in München müssen wir uns da nicht verstecken. Zu guter Letzt: Welche Projekte stehen für die kommenden Jahre an? In der nächsten Saison feiern wir unser 125-jähriges Jubiläum. Es wird viele Festkonzerte geben, das Festival „MPHIL 360°“ wird mit spektakulären Konzerten nicht an Attraktivität verlieren, Uraufführungen spielen eine wichtige Rolle, daneben eine ganze Reihe von Sonderveranstaltungen und außergewöhnlichen Abenden – eigentlich möchten wir eine gesamte Spielzeit durchfeiern. Für die Jahre der Gasteig-Sanierung stehen uns extrem spannende Zeiten bevor, die wir unbedingt nutzen wollen, um unsere Grenzen noch ein wenig mehr zu sprengen, um die Stadt mit all ihren unterschiedlichen Facetten und ihren vielfältigen Menschen noch stärker einzubeziehen und zu bereichern – um dann gemeinsam in den frisch sanierten Gasteig zurück zu kommen. *Interview: Markus Pritzlaff / Jörg Garstka

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