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leo 0416

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Wohnen Thema NICOLAI

Wohnen Thema NICOLAI BAEHR „Modern, nicht modisch“ Als Kind vertrieb sich Nicolai Baehr bei langen Autofahrten die Zeit, indem er im Geiste alle hässlichen Gebäude sprengte, an denen er vorbeifuhr. Offenbar ein prägendes Erlebnis. Nicht dass der Architekt heute Häuser in die Luft jagen würde, aber er möchte mit seinen Entwürfen dafür sorgen, dass die Welt schöner und lebenswerter wird. „Mit schlechter Architektur sollte man sich nie abfinden!“ Kein Wunder also, dass Nicolai Baehr selbst in einem seiner eigenen Entwürfe lebt: „Ottouno“ heißt das kubisch-kompakte Haus in der noblen Gemeinde Starnberg am gleichnamigen See, rund 25 Kilometer südlich von München. Es umfasst zwei Doppelhaushälften und ein großzügiges Loft. Zwei Terrassen und Glasfronten auf drei Seiten sorgen für reichlich Licht. „Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang sehe ich den ganzen Tag die Sonne“, schwärmt Nicolai. Ein zeltartiges Dach aus Titanzink verschafft dem Gebäude Leichtigkeit, Lärchenholzverschalungen einen natürlichen Look. Baehr ist stark beeinflusst von der ostasiatischen Architektur: „Es hat mich immer fasziniert, dass gerade die Japaner mit Klarheit und Schlichtheit Häuser gebaut haben, während bei uns der wildeste Barock angesagt war.“ Dank eines offenen Grundrisses und flexibler Trennwände kann man die 100 Quadratmeter Wohnfläche fast beliebig

Homestory aufteilen und so täglich andere Raumsituationen erschaffen. Das ist auch nötig, denn sein Haus ist nicht nur persönlicher Rückzugsort, sondern auch gesellschaftlicher Rahmen. Ob Weihnachten, Geburtstage mit der Familie oder die alljährliche „Nik- Gay-Laus“-Party mit schwulen Freunden: Kleine und große Feste lassen sich hier feiern, und an der langen Tafel, die sich aus den einzelnen Tischelementen formen lässt, haben bis zu 32 Personen Platz. FOTOS: ANDREAS HOERNISCH / WOLFGANG PULFER Sein persönlicher Lieblingsort im Haus ist der Kamin gegenüber der Bücherwand, wo sich auch (selbst gesägtes!) Eichenholz stapelt und vor dem man in Lounge Chairs auf Schaffelldecken eine ebenso behagliche wie romantische Zeit verbringen kann. Außerdem lässt sich eine Rückprojektionsleinwand in den Wohnbereich einschieben. Das ist kein Zufall, ist Nicolai Baehr doch ein Cineast, der unter anderem die Architekturbeiträge für das Fünf Seen Filmfestival, das alljährlich rund um den Starnberger See veranstaltet wird, präsentiert. Für seinen Mann Robert, mit dem er seit fünf Jahren nach niederländischem Recht verheiratet und in Deutschland verpartnert ist, hat er zum Geburtstag sogar schon einen eigenen Film gedreht. „Durch das Schlafzimmer als Camera obscura wird das Filmerlebnis in den Wohnbereich projiziert und das Filmeschauen zum Event, das ich gern mit Freunden zelebriere.“ Der Leitsatz seines Büros, das sich zeitgemäßer Architektur verschrieben hat, lautet: „Modern, aber nicht modisch.“ Zu dieser Philosophie gehört das Bewusstsein für Umwelt und Nachhaltigkeit, außerdem soziales Engagement: Für das Projekt des weltweit höchstgelegenen Öko-Hotels im Himalaja erhielt es bereits zwei Mal eine Auszeichnung der UNESCO. Außerdem realisierte Nicolai Baehr 2004 das „Rainbow Village“ des internationalen schwullesbischen Sportfestivals EuroGames in München. •bm Der gebürtige Münchner Nicolai Baehr (44) ist Architekt in der dritten Generation. In Starnberg leitet er das Büro „Baehr-Rödel necologix architects“, das ein weites Feld an Architektur- und Ingenieurleistungen anbietet. www.baehr-roedel.de Skandinavisch, männlich, pur! Lindbergh, Lange Reihe 57-59, 20099 Hamburg www.lindbergh-hamburg.de

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