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hinnerk September 2017

MUSIK FOTOS: JEYSON PAEZ

MUSIK FOTOS: JEYSON PAEZ INTERVIEW DANNY ZELIBOR Unlängst erschien bei Toccata Classics eine neue CD des Pianisten. Höchste Zeit also für ein Interview mit dem Hingucker. Wann hast du die Klassik für dich entdeckt? Für einen Pianisten relativ spät. Ich war schon zehn Jahre alt, als meine Familie durch die Scheidung meiner Großeltern an ein Piano kam. Und es vergingen noch ein paar Jahre, bevor mein Vater mir meine ersten Klassik-CDs kaufte – damals, als man Musik auch noch mit Walkmans hörte, die groß wie ein Ziegelstein waren. Mein Vater schenkte mir zwei CDs: Eine Werksammlung – Chopin, Grieg, Ravel, etc. – und Van Cliburns „Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1“. Ich bin aus Fort Worth in Texas, das war also wirklich wichtig für mich! Beim ersten Hören musste ich heulen. Welcher Komponist hat dich am meisten beeinflusst? Unterschiedliche Komponisten beeinflussen die Art, wie wir Musik hören und wahrnehmen, unterschiedlich. Ich kann aber sagen, dass Beethoven meine größte Inspiration ist. Nicht, dass ich all seine Musik verehre, aber gerade die Kunst seiner späteren Jahre berührt mich stärker als das Werk anderer Komponisten. Sitzt du jeden Tag am Flügel? Das variiert sehr stark. Ich würde sagen, nie unter drei Stunden am Tag. Aber seitdem ich von Texas nach New York gezogen bin, hat sich das natürlich etwas verändert. In den letzten zwei Jahren habe ich mich am meisten mit Musik beschäftigt, wenn ich in der U-Bahn sitze ... Was kannst du über deine neue CD „Alexandre Tansman: Piano Music, Vol. 2“ sagen? Tansman war ein Musik-Chamäleon und probierte sich an den unterschiedlichsten Musikarten aus. Er war ein polnischer Komponist, er beschäftigte sich aber auch mit Jazz, Blues sowie bitonaler Musik, und er war stark von seiner Freundschaft zu Strawinsky beeinflusst. Mein Album hebt vor allem seine Jazz- Seite hervor. Das Album ist mein zweites Projekt mit Toccata Classics. Wir planen, sein gesamtes Werk nach und nach auf CD zu veröffentlichen. Das wären dann zwölf CDs. Hast du ein Lieblingslied? Die „Suite dans le style ancien“. Sie erinnert stark an Busonis Bach-Interpretationen. Ich liebe es auch, die „Sarabande“ und die „Aria“ zu spielen. Die ist auch der Favorit meiner Oma. *Interview: Michael Rädel www.dannyzelibor.com www.toccataclassics.com

MUSIK FOTO: PHILIPP GLADSOME OPER Sopranistin REGULA MÜHLEMANN FOTO: MARTIN FÖRSTER Regula Mühlemann hat für ihr Album Arien aus insgesamt sieben Opern, Serenaden und Kammerkantaten ausgewählt. Opernarien von u.a. Händel, Vivaldi, Hasse, Graun, begleitet vom La Folia Barockorchester, das bietet die neue CD von Regula Mühlemann „Cleopatra – Baroque Arias“. Gewidmet ist sie den verschiedenen ägyptischen Pharaonentöchtern mit Namen Cleopatra, wobei besonders Cleopatra VII., als sinnliche Verführerin Caesars und Octavians wie auch als skrupellose Herrscherin, eine ganze Reihe von Barockkomponisten inspiriert hat. So gibt es rund 80 Opern, in denen Cleopatra im Zentrum steht. Regula Mühlemann hat für ihr Album Arien aus insgesamt sieben Opern, Serenaden und Kammerkantaten ausgewählt. Darunter finden sich virtuose wie dramatisch-nachdenkliche Arien aus Opern von Carl Heinrich Graun, Antonio Vivaldi, aber auch aus Händels berühmter Oper „Giulio Cesare in Egitto“. FOTO: MARIE STAGGAT KLASSIKPOP Benjamin Richter haut in die Tasten KLASSIK Francesco Tristano 2017 Der gefeierte Komponist konzentriert sich erstmals ganz auf das Piano und präsentiert ein Album zum Träumen. Bei vier Liedern ist Chilly Gonzales mit dabei. Über die neuen Lieder, die übrigens alle der kompositorischen Form ABA folgen, erzählt er: „Ich hatte bereits eine Reihe an ‚Circle Songs‘ geschrieben, als Chilly Gonzales und ich bei unserem ersten Zusammentreffen auf einmal auf Kreise zu sprechen kamen. Diese perfekte und gleichzeitig simple geometrische Form. Für mich ist es die vollkommene Form – 360 Grad, ohne eine Abzweigung zu nehmen. Es beinhaltet die Idee eines Kreislaufs wie jener der Jahreszeiten. Ganz gleich, in welchem Zustand oder an welchem Punkt man sich befindet, man wird wieder dahin zurückkehren. Außerdem erinnert es mich an das Verhalten von Kindern – die besten Repräsentanten der Menschheit überhaupt. Ihr Verhalten folgt ebenfalls der Kreisform. Sie können ihre Persönlichkeit 18 Mal am Tag ändern, doch wenn sie zu Bett gehen, kommen sie wieder dort an, wo sie am Morgen gestartet sind.“ Der 1981 in Luxemburg Geborene ist im September auch bei uns auf Tour und macht unter anderem am 2.9. in Bremen, am 6.9. in Berlin sowie am 16.9. in Bonn Station. Am 24.9. ist Francesco dann in Frankfurt zu Gast und am 21.10. in Köln. *rä www.francescotristano.com FOTO: GREGOR HOHENBERG Und wie er das tut. Für sein bereits zweites Album nach dem erfolgreichen Chart- Debüt „The Grand Momentum“ hat sich der in Berlin lebende Pianopoet sowohl der eigenen Songwriterfähigkeiten bedient, als auch der kreativen Bearbeitung großer Hits. Das ist in sofern nicht sehr überraschend, als das Richter zwar schon bei vielen Projekten als Produzent dabei war (unter anderem für Marc Terenzi), aber das große Tasteninstrument als seine wahre Bestimmung begreift: „Am Klavier fließen meine Gedanken einfach in Musik. Für mich ist es etwas ganz Persönliches und Poetisches darauf zu spielen – als würde ich Träumen, nur halt in Musik. Ich möchte die Menschen mit meiner Musik berühren und sie ebenfalls zum Träumen einladen.“ Wer jetzt reine Klaviersonaten und Rondos à la „Für Elise“ erwartet, wird überrascht: Elektronische Soundspielereien und sphärische Streicherarrangements verdichten „Memory Lane“ zu einem epischen Gesamtwerk des immer beliebteren Klassikpop-Genres. Besonders gelingt dies zum Beispiel mit Ed Sheerans „I See Fire“ oder dem großartigen „Don’t Let Me Down“ von den Chainsmokers. *ck www.facebook.com/ richterpianomorte

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