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hinnerk September 2017

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4 HAMBURG Community SZENE Schwul in der Nazizeit FOTO: SLICER / PIXELIO.DE Baracke im KZ Neuengamme FOTO: TEAM RH PHOTOGRAPHY/ INSTAGRAM.COM/ROMAN_HOLST EUROPRIDE IN HAMBURG? Endlich ist sie da, die Bewerbung Hamburgs für den EuroPride 2020. Zum 40. Jubiläum des CSD in Hamburg will man unter dem Motto „UNITED IN PRIDE“ unter anderem eine Menschenrechtskonferenz abhalten. Das EuroPride Village im Herzen der Stadt soll CSD-Vereinen die Möglichkeit geben, sich öffentlich zu präsentieren und sich untereinander auszutauschen. Die Erweiterung der Pride Week zu einem „Year of Pride“ soll Vielfalt, Akzeptanz und Gleichstellung in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens beleuchten. Die gesamte Bewerbung findest du unter https://issuu.com/ europride/docs/hamburg, die Entscheidung fällt am 24. September in Göteborg. Daumen hoch? OLIVIA KOCHT DAS BLUT Zur neuen Blutspende-Regelung findet Olivia Jones klare Worte: „Die neue Blutspende- Regelung ist kein Meilenstein, sondern ein Witz. Dahinter stecken immer noch absurde Vorurteile, Schwule hätten keine anderen Hobbys als ungeschützten Sex mit ständig wechselnden Partnern. Dass wir jetzt endlich Blut spenden dürfen, ist schön und gut, aber vorher einjährige Enthaltsamkeit zu fordern, ist Schwachsinn. Alle Spenden werden geprüft und man kann schon sechs Wochen nach ungeschütztem Verkehr feststellen, ob sich jemand mit HIV infiziert hat oder nicht. Setzen, sechs – und ab zur Nachprüfung, liebe Bundesärztekammer! Vielleicht gut gemeint, aber schlecht gemacht!“ Viele Jahrzehnte blieb die Verfolgung und Ermordung homosexueller Menschen zwischen 1933 und 1945 aus dem öffentlichen Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus verbannt. Erst das nachdrückliche Engagement der homosexuellen Emanzipationsbewegung führte dazu, dass eine kritische Aufarbeitung dieses Themas inzwischen begonnen hat. Am 17. September befasst sich der Historiker und Schriftsteller Dr. Lutz van Dijk im Polittbüro mit der Geschichte der nationalsozialistischen Homosexuellen-Verfolgung und fragt am Beispiel Deutschlands und Polens nach dem Umgang mit diesem Thema nach 1945. Vergleichend wird die Situation in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme skizziert. Anschließend liest van Dijk aus seinem Buch „Endlich den Mut …“ und zeigt eine kurze Dokumentation über das Leben von Stefan Kosinski aus Polen (1925 – 2003). Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten! *ck 17.9., Polittbüro, Steindamm 45, Hamburg, U Lohmühlenstraße, 12 – 14 Uhr, www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de, www.polittbuero.de BUCHTIPP Gib mir den letzten Abschiedskuss Während die oben genannte Veranstaltung sich recht allgemein mit der Verfolgung Schwuler im Dritten Reich befasst, hat Autor Josef Niesen in sechsjähriger Recherchearbeit eine einfühlsame und umfassende Biografie über einen der bedeutendsten Schlagertexter der goldenen 1920er- und der 1930er-Jahre verfasst und mit ihr einem bewegenden Einzelschicksal eines Häftlings des KZ Neuengamme zu neuer Erinnerung verholfen. Karl „Charles“ Amberg arbeitete mit Zarah Leander, den Comedian Harmonists und Hans Albers zusammen und schuf unvergessene Schlager wie „Wochenend und Sonnenschein“ oder „Der verliebte Bimbambulla“. 1943 verschwand er plötzlich von der Bildfläche und wurde erstaunlicherweise mehr oder weniger vergessen. Eine typische schwule Lebensgeschichte dieser Zeit? Das Buch von Niesen bietet nicht nur eine akribische Aufarbeitung der Biografie in behutsamer Erzählweise, sondern auch eine ausführliche Textsammlung und das Werkverzeichnis Charles Ambergs. Lesenswert! *ck Josef Niesen: „Gib mir den letzten Abschiedskuss“, BBV, ISBN 978-3-00-056023-1

Für alle, die lieber CSD als CSU wollen. Zeit-für-mehr-Gerechtigkeit.de Herausgeber: SPD-Parteivorstand, Wilhelmstraße 141, 10963 Berlin. Foto: © shutterstock.

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