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hinnerk September 2016

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Grafik: glueckshaus-hamburg.de Szene Hamburg 4 Community STIMMGEWALT GEGEN HASSGEWALT Tolle Aktion von Hamburgs anderer Sangesszene. Im Gedenken und in Solidarität mit den 49 Opfern und ihren Hinterbliebenen des Anschlags auf das PULSE in Orlando haben sich queere Hamburger Chöre, Ensembles, Solokünstler/- innen und die AIDS-Seelsorge zusammengetan. Mit einem gemeinsamen Konzert am 30. September in der St. Georgskirche (St. Georgskirchhof 19) setzen sie ein stolzes Zeichen, um die LGBT*I-Community zu feiern, für Solidarität und gegen Angst und Hassgewalt. Es erheben ihre Stimmen: Schrillerlocken (gemischter Damenchor), Belle Alliance (lesbisch-schwuler Chor), Miss Klang (gemischter Frauenchor), Drachengold (Stadtteilchor St. Georg), Octavers (Frauen-Quintett), Stefan Waldow (Singer- Songwriter), Ensemble Exquisit (gemischter Chor). GRAFIK: GLUECKSHAUS-HAMBURG.DE Moderiert wird der Abend von Chris Pfannebecker und Pastor Detlev Gause. Spenden für die Opfer von Orlando und den Queer Refugees Support Hamburg sind gerne gesehen. Beginn der Veranstaltung ist um 19:30 Uhr. www.aidsseelsorge.de Interview FEUERWEHR HAMBURG: DIFFUSE HOMOPHOBIE Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr – in mehrheitlich hierarchisch und männlich geprägten Berufen gibt es immer noch Probleme im Umgang mit Homosexuellen. Erstmals hisste die Feuerwehr Hamburg zum Hamburg Pride die Regenbogenfahne. Wir sprachen mit Christian Fricke, dem Gleichstellungsbeauftragten der Feuerwehr Hamburg. WIE KAM ES DAZU, DASS DIE FEUERWEHR NUN AUCH ENDLICH FLAGGE ZEIGT? Es gibt bei uns vier Gleichstellungsbeauftragte. In erster Linie ist unsere Stelle da, um in den Dienststellen aufzuklären und Konflikte zu verhindern. Jeder hat dabei seine Schwerpunkte. Meiner ist natürlich LGBT*I, und Zeichen zu setzen gehört als offener und toleranter Arbeitgeber für mich dazu. WIE WAREN DIE REAKTIONEN IM TEAM? Zum einen kamen Sprüche wie „Brauchen wir das?“ oder „Was hat das mit der Feuerwehr zu tun?“, auf der andere Seite „Finde ich gut – zeigt, dass hier jeder willkommen ist“. Es ist gut, dass man sich nicht verstecken muss und dass das von oberster Stelle unterstützt wird. Es kommt auf den Menschen an, wie er seinen Job macht, und nicht darauf, was er im Bett tut. WELCHE SPEZIFISCHEN PROBLEME MIT HOMOPHOBIE ERLEBST DU IN DEINER POSITION BZW. WERDEN AN DICH HERAN- GETRAGEN? In Hamburg habe ich überwiegend positive Rückmeldungen. Es kam aber auch mal vor, dass da im Postfach ein Flyer vom Proktologen lag. Das sind aber wirklich Ausnahmen. Häufiger ist schon diese diffuse Ablehnung. Man kann es nicht richtig festmachen. Es ist so ein Gemiedenwerden, zum Beispiel fällt einem dann auf, dass gewisse Kameraden seltener im Rettungsdienst mit einem zusammen Dienst tun. Mir selber ist in der Ausbildung in Kiel noch offene Ablehnung entgegengeschlagen. Da wurde schon mal das Rückenschild auf der Schutzkleidung umdesignt, von Feuerwehr auf Feuertunte. IST ANFEINDUNG EHER EIN BILDUNGSPRO- BLEM ODER EIN STATUSPROBLEM? Ich selbst bin im mittleren Dienst, da ist es wie beschrieben. Ich kenne aber Fälle aus dem gehobenen und höheren Dienst, wo schwule Kollegen sich explizit nicht outen, weil sie nach wie vor Nachteile für die Karriere befürchten. WIE GEHT ES NACH DER FLAGGEN- SYMBOLIK WEITER? Wir versuchen, das Thema zurzeit in die Aus- und Fortbildung einzubringen, um die Sensibilität bei den Vorgesetzten zu verbessern und die diffusen Ängste abzubauen. •Interview: Christian Knuth FOTO: FEUERWEHR HAMBURG

QUEER FLORA VS. HAMBURG PRIDE 5 Szene Hamburg Es freut mich sehr, dass die „Queer Flora in der Roten Flora“ im Interview mit hinnerk so schön auf den Punkt bringt, was mit unserem diesjährigen CSD-Motto gemeint ist. Schade, dass sie nicht sehen, dass wir genau das auch meinen, was sie jetzt als Kritik formulieren: „Wir fragen uns: Gibt es überhaupt so etwas wie normal? Muss es so etwas geben? Und wenn ja: Wer bestimmt, was normal ist? Und wollen wir als queere Menschen überhaupt normal sein, in dem Sinne, dass die Mehrheitsgesellschaft sagen kann: Ja, so wollen wir euch haben, so seid ihr akzeptabel?“ Genau darüber zu diskutieren ist die Intention des diesjährigen CSD-Mottos, genau das war Konsens der Mottofindung, die wir mit vielen Gruppen und Initiativen gemeinsam durchgeführt haben. Ich würde an die Queer Flora im Gegenzug gerne die Frage richten: Was ist eigentlich mit der Normierung in linken Zusammenhängen? Wird nicht auch dort zuweilen ein Anspruch erhoben, wie man zu sein hat, um akzeptabel zu sein? •Stefan Mielchen, 1. Vorsitzender von Hamburg Pride e. V. auf Facebook FOTOS: ROMAN HOLST / WWW.INSTAGRAM.COM/ROMAN_HOLST STREIT UMS STILLE ÖRTCHEN Ja wer denkt denn an so was? Genderneutrale Toiletten bei einem queeren Event ... Das Beispiel der russischen Aktivisten, die sich beim Straßenfest recht handfest echauffierten, dass es nur stille Örtchen für Männer und Frauen gab, zeigt, wie weit wir im internationalen Vergleich inzwischen zurückliegen. In Amerika hat sich bereits Obama in den dortigen, ganz staatlichen Toilettenstreit mit einigen Bundesstaaten eingemischt. Hierzulande streiten wir immer noch um die Öffnung der Ehe und tun Genderfragen vermehrt belustigt als Wohlstandsdebatte oder Gutmenschenpropaganda ab. Selbst in unseren Communitys. Peinlich, oder? •ck Möbel, Lampen, Tequila 799,- 899,- CSD HAMBURG - Unser Pulse schlägt für Liebe ACCESSOIRES SofaKombi AMINE TISCH LEUCHTE MOVE Sofa LATIANO 999,- MODE Sofa CASTLE

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.