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hinnerk November 2017

8 BÜHNE FOTOS: INGO

8 BÜHNE FOTOS: INGO BOELTER INTERVIEW KERSTIN MARIE MÄKELBURG ist Marlene Dietrich Kerstin Marie Mäkelburg spielt die Dietrich so beeindruckend, dass der Mythos um die 1992 gestorbene Diva menschlich greifbar wird. „Mythos Marlene“ ist Ihr zweites Stück über die Dietrich nach „Alles Quatsch ...“? Nein, es ist immer noch das gleiche Stück. Die Texte sind fast identisch, es sind nur ein paar neue Songs dazugekommen und ich habe es etwas umgestellt. Das Programm hat einen neuen Titel, da sich eine entscheidende Sache verändert hat, und es somit wie ein neuer Abend ist. Für mich und für das Publikum. Was fasziniert Sie so an Marlene Dietrich? Das erste Mal habe ich sie in „Edith Piaf – Revue eines Lebens“ gespielt. Oft habe ich gehört, ich solle das doch ausbauen, etwas Eigenes dazu machen. Irgendwie hat da was absolut gestimmt. (lacht) Marlene Dietrich war Preußin und hatte eine gewisse Art von Härte zu sich selbst und eine Mentalität, eine Veranlagung – ich will mich weiß Gott nicht mit ihr in eine Reihe heben, aber ich kann vieles sehr gut nachempfinden. Ihre Art zu reden, ihre Stringenz, ihre Radikalität und auch ihr Mut, ihr Perfektionismus – das sind alles Eigenschaften, die mir nicht unbekannt sind. Und auf der anderen Seite dieses Weiche und Familiäre … irgendwie verstehe ich das alles sehr gut. Gewisse Sachen lassen sich nicht erklären. Es ist ähnlich wie mit der Liebe: Niemand kann sagen, warum er sich verliebt. Und in wen. Das ist feinstofflich, eine Form von Seele, eine Verbindung, die sich nur fühlen lässt, aber nicht formulieren. Schön, wenn einem auch mal die Worte fehlen und man einfach vertraut! Die Dietrich wird bis heute von lesbischen Frauen und schwulen Männern gleichermaßen verehrt. Wie „queer“ war Marlene Dietrich? Das Wort „queer“ wird in der Gesellschaft meist sehr einseitig für schwul und lesbisch eingesetzt. Von der Wortbedeutung her ist es aber mehr. Es ist „von der Norm abweichend, außerhalb der Erwartungen an bestimmte Rollen“. Und natürlich ist Marlene für diese Zeit in ihrer Stringenz und Entwicklung queer. Nicht so sehr in der Anfangszeit im Berlin der 1920er-Jahre – da wurde ja viel mit Androgynität, mit Geschlechterrollen gespielt. Aber sie hat das weiterverfolgt, auch in den USA. Sie hat alle diese Normen für sich aufgeweicht, sich nie festgelegt, ob sie Frauen oder Männer favorisiert, obwohl sie ja auch verheiratet war und eine Tochter hatte. Sie hat Schubladen für sich abgelehnt, in ihrer Kunst, in ihrer Mode – das war schon prägend. Es heißt bis heute „Marlene-Dietrich-Hose“. Sie war es, die die Hose an die Frau gebracht hat. Aber auch insgesamt ist sie immer diese Frau geblieben, die sich nicht einordnen ließ, aber sich als selbst geschaffene Kunstfigur immer treu geblieben ist. Ich glaube, das ist der Kern einer jeden Verehrung. Verehrt man nicht oft das, was auch in einem selber ist? Oder was man sich wünscht? Im Falle von Marlene das Anderssein. Und dazu zu stehen. Komme was wolle. Schwule und Lesben – und ein Stück weit auch ich selbst – sehen in ihr ein Vorbild. Damals und insbesondere heute ist es wichtig, dass Menschen einander fühlen. Es ist ein Geschenk. Wenn ich dann am Abend „Paff“ singe und in feuchte Augen schaue, ist das so ein Geschenk. Die Dietrich, immer unerreicht und doch ganz nah! *Interview: Christian Knuth 8.11. – 9.12., Mythos Marlene, Schmidtchen, Spielbudenplatz 21 – 22, Hamburg, S Reeperbahn, 19 bzw. 20 Uhr, www.tivoli.de Das ganze Interview gibt es online unter www.hinnerk.de!

THEATER Eine Weihnachtsgeschichte Deutschlands wärmstes Wochenende 24.11.-26.11.2017 Das Ensemble „HOT SPOT Theater“ ist Theaterliebhabern seit 2011 ein Begriff. Die Amateurschauspielergruppe, die in den Räumen von Fördern & Wohnen probt und spielt, ist ein engagiertes Projekt voller Spaß am Theater und an der guten Sache. Teile der Ticketerlöse werden regelmäßig gespendet. Zur Weihnachtszeit hat sich die Compagnie Charles Dickens auf die Bretter geholt und eine unterhaltsame Version der berühmten Weihnachtsgeschichte inszeniert. Ein Teil der Ticketeinnahmen geht dieses Mal an den Förderverein Service Wohnen von Fördern & Wohnen. Mit dem Geld werden Bewohner unterstützt, die nur von den Leistungen der Grundsicherung leben. Dadurch kann ihnen der Zugang zu sozialen Aktivitäten ermöglicht werden. *ck 24., 25., + 26.11., Festsaal Fördern & Wohnen, Borsteler Chaussee 301, Hamburg, Bus haltestelle Spreenende, 20 Uhr, am 25. auch um 16 Uhr, www.hot-spot-hamburg.de FOTO: HOT SPOT THEATER Nach Helgoland? Im November? Unbedingt! Denn: • das ist im Herbst der wärmste Ort Deutschlands • die Kegelrobben bekommen ihre Babys • die Ortschaft ist das weltweit größte Ensemble der Bauhausphilosophie • zoll- und mehrwertsteuerfrei lohnen sich hier die Weihnachtseinkäufe SHOW Pompöse Muskeln FOTO: RENÉ TANNE Emmi & Willnowsky sind wieder da. Mit pompösen Muskeln? Sicherlich nicht! Dafür mit biestigen Kommentaren und allerlei gegeneinander ausgespielter Boshaftigkeit. Ist ja schließlich auch eine Schmidt-Familien-Weihnachtsfeier! „Pompös – Das große Winterspektakel“ hat aber nicht nur frustriertkomi- sche Eheleute als Moderatoren, sondern auch etwas fürs schwule Auge: Ohne Worte soll Robert Choinka beeindrucken. Angekündigt wurde er der Redaktion vom Schmidt Theater so: „Der gut gebaute Berliner schlüpft in die Rolle eines machohaften Mechanikers und vollführt mit an Arroganz grenzender Coolness artistische Höchstleistungen auf gestapelten Autoreifen.“ Dazu kamen ein paar Fotos. Und die überzeugten. Ohne Worte. *ck 23.11. – 7.1., Pompös, Schmidts Tivoli, Spielbudenplatz 27, Hamburg, S Reeperbahn, 19 bzw. 20 Uhr, www.tivoli.de Leistungen: • 2 Übernachtungen inklusive Halbpension • Überfahrt mit dem Seebäderschiff ab/bis Cuxhaven • Tägliches Fitnessangebot, sportliche Aktivitäten mit Wellness und Sauna • Verschiedene Angebote zur Inselgeschichte • Showprogramm mit dem Hamburger Kult-Comedian Ricardo M. Reisepreis: ab 195,00 € pro Person Weitere Informationen zu dem umfassenden Rahmenprogramm finden Sie hier: www.helgolaender-botschaft.de Rickmers Reisen Helgoland GmbH Großer Grasbrook 9 20457 Hamburg Tel 040-23205210 sponsored by

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