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hinnerk November 2017

4 HAMBURG Community 30

4 HAMBURG Community 30 JAHRE SCHOLA CANTOROSA Der schwule Männerchor muss als Institution zum 30. Ehrentag natürlich nicht den Rathausmarkt fegen. Als Ersatz gibt es die „Next Generation“ des Erfolgsprogramms „Gay in Space“ an zwei Abenden. Am 10. und 11. November singen die Schola Cantorosa mit Gastchören aus ganz Deutschland im Bildungszentrum „Tor zur Welt“ ab jeweils 20 Uhr Aus- GLÜCKWUNSCH gratuliert FOTO: STEFAN MALZKORN CORNY LITTMANN wird 65 schnitte aus dem Programm und laden außerdem am Samstag zum anschließenden Tanzvergnügen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt, Karten gibt es online und an der Abendkasse. www.schola-cantorosa.de WUNDERBARER SANTA PAULI Der Weihnachtsmarkt auf dem Spielbudenplatz wäre ohne schwul-lesbisches Wohnzimmer nur halb so sexy. Darum bauen die wunderbarsten Jungs des Kiezes wieder ihre pink geschmückte Holzhütte auf und laden euch täglich zur „WunderBar Pink Pauli Christmas Edition“ mit heißen Männern und Getränken. Los geht es in diesem Jahr schon am 17. November. *ck www.wunderbarhamburg.de Was in der Filmwelt Rosa von Praunheim ist, ist in der Theaterwelt Corny Littmann. Wohl kein anderer als er war zeitlebens zugleich so sehr schwuler Politaktivist und Theaterschaffender. Angefangen mit der Theatergruppe „Brühwarm“ Mitte der 1970er-Jahre stand und steht Littmann bis heute sowohl selbst als auch als Regisseur und Autor auf beziehungsweise hinter der Bühne. Immer wieder im Fokus: queere Themen und Künstler. So tourte seine „Familie Schmidt“ bis zur Gründung des Schmidt Theaters 1988 unter dem Slogan „deutsch, aufrecht, homosexuell“ durch die Lande und legte den Grundstein für die Karrieren von Lilo Wanders oder auch Georgette Dee. Littmann selbst engagierte sich schon 1979 bei der „Grün-Alternativen Liste“ (die Grünen in Hamburg) und machte die Verfolgung Homosexueller durch die Zerschlagung von Einwegspiegeln in Hamburger Klappen, hinter denen Polizisten das Treiben auf den Toiletten beobachteten und protokollierten („Rosa FOTO: STEPHANIE PAEPKE SZENEWEIHNACHTEN Winter Pride Listen“), im Bundestagswahlkampf 1980 einer breiten Öffentlichkeit bekannt. 1990 bis 1993 nutzte er dann zusammen mit Lilo Wanders und Marlene Jaschke die Ausstrahlung der „Schmidt Mitternachtsshow“ in den dritten Programmen auch dafür, Themen wie Homosexualität oder Aids in die Wohnzimmer zu tragen – zum Leidwesen des Bayerischen Rundfunks, der gerne mal abschaltete. Aber auch dem produzierenden NDR wurde die Show Mitte der 1990er zu schwul, als eine Spezialsendung aus dem Freizeitbad Ostsee- Therme ausgestrahlt wurde. Ein bundesweiter Medienskandal nur wegen eines schwulen Kusses führte letztlich zum Ende der Mitternachtsshow im Fernsehen. Müssen wir noch erwähnen, dass Corny Littmann außerdem der erste offen schwul lebende Fußballpräsident der Bundesliga wurde? Von 2003 bis 2007 schaffte er es als Präsident des 1. FC St. Pauli, auch in dieser gesellschaftlichen Heterobastion einiges queer durcheinanderzuwirbeln. Dank, Respekt und einen herzlichen Glückwunsch, Corny Littmann! *Christian Knuth Ab dem 27. November startet Hamburgs pinkster Weihnachtsmarkt in diesem Jahr. Auf dem Parkplatz am Tor zum Homokiez von St. Georg gibt es neben den Partyabenden mit DJ an den Wochenenden auch wieder den Szenestand für Vereine und Verbände und natürlich eine von drei Hütten für die ganz eigene queere Weihnachtsfeier: Einfach mit günstigen Vollverpflegungspaketen inklusive Glühwein, Spekulatius, Lebkuchen und je nach Paketwahl weiteren hochprozentigen Zutaten ganz entspannt mit bis zu 15 bzw. 35 Personen feiern. *ck 27.11. – 30.12., Winter Pride, Ecke Lange Reihe/Kirchenallee, www.winterpride.de

VIP Ein Selbstinterview: ROSA VON PRAUNHEIM HAMBURG 5 Sein neuer Film startet am 23. November, und etwa dann hat auch Rosa von Praunheim Geburtstag – nämlich am 25.11. Gut zu wissen: Für Januar 2018 ist am Deutschen Theater Berlin die Uraufführung seines Theaterstücks geplant – und im Frühling widmet die Akademie der Künste in Berlin ihm eine Ausstellung namens „Abfallprodukte der Liebe“. Anlässlich seines 70. Geburtstags im Jahr 2012 führten wir ein Interview mit dem Künstler. Zu seinem 75. tat er dies selbst. *rä Sie werden 75 Jahre alt. Wie geht es Ihnen, Herr von Praunheim? Eine Mischung aus Verwunderung, Angst und Euphorie. Angst? Angst vor Krankheiten, Schmerzen, Demenz, aber neben der Angst ist auch viel Euphorie, weil ich versuche, jeden Tag zu genießen, und ständig neue Projekte im Kopf habe. Ich beginne jeden Morgen damit, ein Gedicht zu schreiben, und stelle mir vor, ich sei selbst ein Gedicht, etwas sehr Kostbares. Ja, wenn ich auf mein Leben zurückblicke, bin ich ein Glückskind. Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod? Grundsätzlich bin ich ein Allesgläubiger. Alles kann sein, was wir uns in unserer Fantasie vorstellen können. Und ich glaube an den Sex nach dem Tode, der wird wunderbar. Vorher werde ich aber noch eine große Geburtstagsshow zu meinem 75. in einem Neuköllner Kino machen. Das darf Berlin nicht versäumen. Und ich verspreche, auch posthum Filme zu machen. AKTION Candle-Light-Walk zum Rathaus Zum „Roten Rathaus“ sogar. Als Auftakt zum Welt-AIDS-Tag findet nicht nur der berühmte Solidaritätsmarsch durch St. Georg statt, sondern erstmalig eine Lichtinstallation am Hamburger Rathaus. Geplant wird diese Aktion von der Landesarbeitsgemeinschaft Aids in Hamburg, umgesetzt von Lichtkünstler Michael Batz, der nicht zuletzt durch den „Blue Port“ anlässlich des Hafengeburtstags größere Bekanntheit erlangte. Für die Illumination des Rathauses verzichtet Batz auf sein Honorar. Die Beleuchtung startet bereits um 16:30 Uhr, der Auftaktgottesdienst zum Welt- AIDS-Tag in der St. Georgskirche folgt um 18 Uhr – im Anschluss startet der Candle-Light-Walk um 19:30 Uhr von der Kirche und führt ausnahmsweise zum Rathausmarkt, wo um 20:15 Uhr die Kundgebung mit dem Thema „Lebensbilder von Menschen mit HIV und AIDS“ stattfindet. *ck www.heinfiete.de / www.aidsseelsorge.de www.mhc-hamburg.de www.aidshilfe-hamburg.de FOTO: ELFI MIKESCH BENEFIZPARTY Die Familie tut was Die Aids-Spendengala ohne Gala-Schnickschnack. Kein Frack, keine Fliege, aber gerne das kleine Schwarze oder das Ballkleid? Das entscheidest du, denn zum Dresscode der jährlichen Familientreffen im schwulen Wohnzimmer in der Talstraße gibt es traditionell nur eine Ansage der Veranstalter: Spendierhosen anziehen! Alle Mitarbeiter, die an diesem bunten und fröhlichen Abend mit anpacken, verzichten auf ihren Lohn und das Trinkgeld, um beides einem guten Zweck zukommen zu lassen. Aber nicht nur die Mitarbeiter – auch du kannst Gutes tun. Das gesamte Eintrittsgeld wird mit in den Spendentopf geschmissen und Spenden gegen Schnäpse sind selbstverständlich auch wie immer gerne gesehen. *ck 24.11., Die Familie tut was – die AIDS Spendengala, WunderBar, Talstraße 14, S Reeperbahn, 22 Uhr, www. wunderbar-hamburg.de FOTO: RIKE / PIXELIO.DE

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