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hinnerk Mai 2016

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Film FOTOS: TWENTIETH

Film FOTOS: TWENTIETH CENTURY FOX „... so tun soll, als würde man ficken ...“ DANIEL RADCLIFFE Im Alter von zehn Jahren stand Daniel Radcliffe erstmals für einen BBC- Fernsehfilm vor der Kamera. Keine zwei Jahre später bekam er die Rolle des Zauberlehrlings Harry Potter in den gleichnamigen Bestsellerverfilmungen und wurde über Nacht zu einem der bekanntesten Kino-Gesichter unserer Zeit. Nach acht Filmen ließ der Brite Hogwarts hinter sich und hat sich seither mit Filmen wie „Die Frau in Schwarz“, „Kill Your Darlings“ oder „The F Word“ als einer der interessantesten Schauspieler seiner Generation etabliert. Nun ist der 26-Jährige an der Seite von James McAvoy in „Victor Frankenstein – Genie und Wahnsinn“ (ab 12. Mai im Kino) zu sehen. DANIEL, ERINNERST DU DICH NOCH AN DIE ERSTE GESCHICHTE, BEI DER DU DICH FRÜHER WIRKLICH GEGRUSELT HAST? Das muss „Hexen hexen“ von Roald Dahl gewesen sein. Da habe ich mir wirklich fast in die Hosen gemacht vor Schiss. Als ich höchstens acht Jahre alt war, brachte dann auch noch jemand die Verfilmung mit Anjelica Huston mit in die Schule. Bei der habe ich mich noch mehr gegruselt. Als die Hexen richtig loslegten und sich die menschlichen Masken vom Gesicht zogen, bin ich aus dem Klassenzimmer geflüchtet. „VICTOR FRANKENSTEIN“ IST NUN AUCH DIE VERFILMUNG EINES HORROR-KLAS- SIKERS – WOBEI DAS DIE SACHE NICHT GANZ TRIFFT, ODER? Stimmt, unser Film ist nicht einfach eine weitere Adaption des bekannten Romans von Mary Shelley. Eher ist unsere Geschichte selbst eine Art Frankenstein- Monster, zusammengesetzt aus den unterschiedlichsten Einzelteilen rund um diese legendäre Geschichte. Wir haben uns sozusagen lauter Körperteile aus anderen Versionen von Frankenstein geborgt: ein bisschen aus dem Roman, ein bisschen aus verschiedenen Verfilmungen, sogar ein paar Elemente aus Komödien wie „Frankenstein Junior“ mit Gene Wilder. Und das funktioniert nicht zuletzt deswegen so gut, weil selbst die Leute, die die Geschichte nie gelesen haben, trotzdem Bilder zu ihr im Kopf haben. TÄUSCHT DER EINDRUCK ODER SUCHST DU DIR IN LETZTER ZEIT BESONDERS GERNE DÜSTERE, ERNSTE ROLLEN AUS? Findest du? Falls dem so ist, dann auf jeden Fall nicht bewusst. Ich suche einfach nach guten Drehbüchern, die ich spannend finde. Der Tonfall oder das Genre sind da absolut zweitrangig. Und ehrlich gesagt ist „Victor Frankenstein“ einer der leichteren, weniger düsteren Filme, die ich seit dem Ende von „Harry Potter“ gedreht habe. Aber vielleicht ist einfach etwas dran an der Sache, dass die besten Geschichten selten die sind, in denen alles glücklich, schön und heiter ist. Es macht doch einfach mehr Spaß, einer verkorksten Familie zuzusehen als einer durch und durch fröhlichen, oder? So oder so muss ich allerdings sagen, dass es verdammt schwer ist, überhaupt mal ein brauchbares Drehbuch in die Finger zu bekommen. TATSÄCHLICH? Ja, ist echt schlimm. Es gibt scheinbar gerade einen Trend, den ich in ganz vielen Drehbüchern erkenne: In den Geschichten ist der Protagonist als unglaublich intelligenter Typ geschrieben, für den der Verstand die größte Stärke ist. Doch dann, im letzten Drittel, verwandeln sie sich plötzlich in Jason fucking Bourne. Für mich gibt es nichts Ärgerlicheres, denn ich finde das jedes Mal komplett unglaubwürdig. Und von den Drehbuchautoren einfach nur faul. Warum überhaupt erst sich die Mühe machen, jemanden als klug zu etablieren, wenn am Ende dann doch noch nur auf Waffengewalt gesetzt wird? Fällt euch wirklich nichts anderes ein?

DABEI WÄRE EINE JASON-BOURNE- ARTIGE ROLLE VIELLEICHT GAR NICHT SCHLECHT, ENDGÜLTIG MAL DEN „HARRY POTTER“-SCHATTEN LOSZU- WERDEN? Eigentlich habe ich den Eindruck, dass ich schon eine ganze Weile nicht mehr in diesem Schatten stehe. Ich freue mich, wenn Leute mich noch mit der Reihe in Verbindung bringen, denn ich bin ich stolz auf die Filme. Deswegen ist es auch okay, dass es immer irgendwen geben wird, der mit „Harry Potter“ um die Ecke kommt, selbst wenn ich im minimalistischsten Stück von Bertold Brecht auf der Bühne stehe. Aber ich habe das Gefühl, dass mich nicht mehr jeder automatisch als Zauberschüler sieht. Am ehesten bin ich selbst es, der immer wieder an Harry denkt. AUS SEHNSUCHT? Haha, nein, gar nicht. Mir passiert das vor allem bei Filmen, in denen ich Brille trage. Das passende Gestell zu finden, ist für Schauspieler bei Kostümproben eigentlich die leichteste, unkomplizierteste Sache der Welt. Aber ich bringe immer Ewigkeiten damit zu, weil sichergehen will, dass ich etwas auf die Nase bekomme, das nicht die geringste Ähnlichkeit mit der Brille von Harry Potter hat. FRÜHER HAST DU OFT ZU PROTOKOLL GEGEBEN, DASS DU UNGLAUBLICH SELBSTKRITISCH UND MEISTENS UN- ZUFRIEDEN MIT DIR BIST, WENN ES UM DEN JOB GEHT. STEHT ES INZWISCHEN BESSER UM DEIN SELBSTBEWUSSTSEIN? Da hat sich auf jeden Fall etwas getan. Inzwischen gelingt es mir auf jeden Fall besser als früher, dass ich mich selbst auch mal gut finde. Ich bin schon immer noch selbstkritisch, was sicherlich oft auch sinnvoll ist. Aber die Momente, in denen ich zufrieden bin mit meiner Leistung, sind mehr geworden. Was vielleicht auch damit zu tun hat, dass ich es inzwischen vermeide, mir meine eigenen Filme anzusehen. Bringt ja eh nichts, denn wenn der Film im Kasten ist, kann ich ohnehin nichts mehr ändern. GIBT ES DENN EINEN FILM, IN DEM DU DICH BESONDERS GERNE GESEHEN HAST? Wenn ich mir einen aussuchen müsste, dann würde ich mir im Moment am ehesten „Kill Your Darlings“ noch einmal ansehen. Auf den bin ich durchaus stolz. WO DU DEN FILM ÜBER ALLEN GINSBERG GERADE ERWÄHNST: DU HATTEST IN „KILL YOUR DARLINGS“ DAMALS DEINE ERSTE – NOCH DAZU SCHWULE – SEXSZENE. ERINNERST DU DICH NOCH DARAN, WIE NERVÖS DU DAMALS WARST? Wenn man einmal nackt auf einer Theaterbühne gestanden hat, so wie ich schon vor Jahren in „Equus“, dann ist alles andere irgendwie ein Klacks. Aber zumindest am Anfang konnte ich mich eines nervösen Kicherns dann doch nicht erwehren. Vielleicht nicht ganz zu Unrecht, denn ein bisschen witzig ist die Situation schon, wenn man nackt einem Typen gegenübersteht, den man erst ein paar Stunden zuvor kennengelernt hat, und dann den halben Tag lang so tun soll, als würde man ficken. Bei meinem nächsten Film, „The F Word“ hatte ich die gleiche Situation mit einer mir fremden Kollegin – und es war immer noch genauso kurios. Da hilft Lachen dann einfach, um die Stimmung zu lockern. •Interview: Jonathan Fink JETZT AUF & TRAILER präsentiert präsentiert JETZT AUF & TRAILER JETZT AUF . . TRAILER inkl. deutscher Synchronfassung ... und viele weitere Filme von PRO-FUN MEDIA jetzt im gutsortierten Handel u.a. Media Markt, Saturn, Amazon, Bruno’s Stores, Müller Drogeriemärkte, „Die schwulen Buchläden”... PRO-FUN MEDIA GmbH · Rödelheimer Landstr. 13a · 60487 Frankfurt Tel.: +49 69 707677-0 · Fax: -11 · E-Mail: service@pro-fun.de

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