Aufrufe
vor 3 Jahren

hinnerk Juni 2016

  • Text
  • Hamburg
  • Pulverteich
  • Erotik
  • Szene
  • Reihe
  • Schwule
  • Kultur
  • Hannover
  • Toms
  • Sauna
  • Hinnerk
  • Juni

Bühne 10 FOTO: P. KNOCH

Bühne 10 FOTO: P. KNOCH Interview IDIL BAYDAR „Minderheiten müssen zusammenhalten!“ Idil Baydar ist eine der besten Comedians, die es in Deutschland gibt. Ihre Bühnenfigur Türkin Jilet Ayse – solariumbraun, im Stöckelschuh im Trainingsanzug und gerne auf Krawall aus – ist eine treffende Karikatur der Mädels, die mitunter die Berliner U-Bahnfahrt „bereichern“. Das Schlimmste, das Jilet passieren kann: Der Handy-Akku ist leer. „Lesen und Schreiben? Es genügt doch, wenn einer in der Familie das kann!“ und „Deutschland, ich brauch dich für mein HARTZ 4“ – solche Sätze provozieren. Und in dem Stück „Apfelstrudel trifft Baklava“, das am 2.6. in Hamburg im Gruenspan läuft, kommen die am laufenden Band. SCHWULE KENNEN VORURTEILE ZUR GENÜGE. DU SICHER AUCH. KANN MAN DIESE DURCH SOLCHE ÜBERSPITZUNG ENTKRÄFTEN? Zumindest kann man sie aufzeigen, auch wenn es wünschenswert wäre, dass man sie so ausräumen kann. Dass viele Deutschen denken, dass Türken wie Bakterien Kinder kriegen, steht ja so im Raum. Indem ich es auf der Bühne ausspreche, kann ich einen Denkprozess starten. Hoffe ich. ANGST, DASS „DIE TÜRKEN“ SAUER AUF DICH SIND? Na ja, Humor ist Geschmackssache. Wer es nicht schnallt, der schnallt es eben nicht. Ich mache ja nichts, was jemanden beleidigen soll, ich spiele nur mit Vorurteilen. Mein Vater und meine Mutter feiern mich, das ist toll! STECKT IN DIR EIN BISSCHEN JILET AYSE? Natürlich! (lacht) DÜRFEN WIR OHNE SCHLECHTES GEWIS- SEN ÜBER JILET LACHEN? Ihr sollt bitte! In Deutschland traut man sich so vieles nicht. Oder man diskutiert über den „Gaucho-Tanz“, als ob das Rassismus sei. Blödsinn! Rassismus ist das, was bei den „Döner-Morden“ passiert ist. Es sind keine Döner gestorben, sondern Menschen! Mich interessiert, was mit all den Akten passiert ist ... DAS macht mich wütend und sprachlos. WELCHE VORURTEILE HAT JILET GEGEN- ÜBER SCHWULEN? Dass sie gut Haare und Klamotten können. (lacht) Mir ist es aber wichtig, dass das auf der Bühne auftaucht. Für die türkische Szene ist das schon ein Schritt, dass Homosexualität einfach so thematisiert wird. Dabei ist es wichtig, dass Minderheiten zusammenhalten, Seite an Seite, nicht gegeneinander! ... UND DU? Nein. Ich bin mit Schwulen und Lesben aufgewachsen. Und sollte ich Vorurteile bei mir entdecken, dann versuche ich, mich von ihnen zu lösen! HATTEST DU AUCH SCHON HOMOSEXU- ELLE ERFAHRUNGEN? Natürlich habe ich schon mal eine Frau geknutscht. Es kam aber nie so richtig zur Blüte! (lacht) Ich denke, dass bisexuell das richtige Normal ist! WAS WÄRE DEIN RAT AN EINEN TÜRKEN IM COMING-OUT? Tu es! Tu es für dich! Nichts ist schlimmer als unglückliche Menschen. Es ist dein Leben und dein Geschenk. Umgib dich mit Menschen, die dich unterstützen, nicht mit denen, die draufhauen. Und wenn du mit der Familie brechen musst, tu es trotzdem. Es kann sich auch wieder einrenken. •Interview: Michael Rädel www.apfelstrudeltrifftbaklava.de Jubiläumsfestival COMEDY-BÄM Am 6. Juni wird die jüngste und kleinste Schmidt-Bühne ein Jahr alt. Zur Feier gibt es eine extragroße Portion Comedy, die den ganzen Sommer über serviert wird. An knapp fünfzig Abenden geben sich von Anfang Juni bis Mitte September die Humorexperten das Mikro in die Hand. Von Frontal-Entertainment bis Hardcore-Comedy, von gut gelauntem Rock ’n’ Roll mit humorvollen deutschen Texten bis zu hinreißend hintergründiger Puppencomedy, von klassischem Stand-up bis zu Comedy-Zauberei reicht das Spektrum der Künstler, die es allesamt zu entdecken lohnt. Der hinnerk Tipp im Juni ist Archi Clapp mit „Clappe, das ist Kunst!“. Vom 1. bis 4. Juni fragte er sich, warum Comedians nicht zaubern können, Zauberkünstler nicht lustig sind, Akrobaten nicht auch mal daneben greifen und berühmte Maler abstrakter Bilder nicht einfach zugeben, nicht mal ein Pferd zeichnen zu können. Wir verlosen auf www.hinnerk.de in Kooperation mit dem Schmidtchen ein „Blind Date“-Package, das drei 3 x 2 Karten für BÄM-Künstler enthält. •ck 1.6. – 17.9., Schmidtchens Comedy-BÄM, diverse Künstler und Spieltage, Spielbudenplat 21 – 22, Hamburg, U St. Pauli, www.tivoli.de

11 Bühne Kolumne TIM KOLLER TRIFFT... BILL RAMSEY (IN WIEN) Eigentlich wollte ich mich mit Bill Ramsey treffen und ihm mega-hochwertige Fragen stellen. Wir kamen aber nicht dazu. Wir befinden uns in Wien, der Hauptstadt meines Heimatlandes und Bills Wohlfühlstadt mit zahlreichen Erinnerungen an seine große Karriere. Gleich am ersten Tag geht es in den 19. Bezirk, zum Heurigen. Wir feiern seinen 85. Geburtstag. Mit dabei: ein Burgschauspieler, ein Jazz-Musiker, ein echter Fiaker-Baron, Bills Ehefrau Petra und natürlich Hund Ango. Wir trinken Weißen, essen Blunzen, Essiggurkerl und Gebäck. Na servus. Am nächsten Tag geht es zum Shopping. Bill will rote Turnschuhe, unbedingt Nike! Dann weiter ins Konstantin-Eck, ein abgeranzter Kiosk am Prater, zum nächsten Achterl. Dann zurück in die Stadt, da trinken wir Muskateller beim Italiener. Wer kratzt denn da im Ersten die Scheiße zweier Möpse vom Gehweg? Die Grande Dame Hörbiger persönlich. Nicht geschminkt, Haare nicht gemacht, auf allen Vieren – wie ihre Hunde. „Küss die Hand, Frau Hörbiger, immer schön ein Sackerl dabei?“ Wir müssen weiter, Termin beim Fiaker-Baron Wolfgang. Rauf auf die Kutsche, das Glaserl ist diesmal mit Perlwein gefüllt. Vorbei am Steffl, der Hofburg, den Chinesen und ein paar Passanten, die den Star erkennen. Natürlich Bill! Die Tour neigt sich gen Ende, ’s Glaserl ist auch schon wieder leer! Nun geht es zurück ins Hotel, die Setliste muss noch überarbeitet werden. Immerhin ist man nicht nur zum Spaß in Wien. Es stehen vier Konzerte im legendären JAZZLAND an, dem ältesten Jazzkeller Österreichs. Ich schwächele, Bill nicht! Wenn ich mal 85 werde, möchte ich genau so fit ein abwechslungsreiches Leben leben – und rote Nike tragen. Und wenn du nicht weißt, wer Bill Ramsey ist: Frag Dr. Google!

Magazine

Programmheft 30. LSF Hamburg © Querbild e.V.
Abrigo
blu Gesundheit 2017
After-Show-Dinner von und mit Ricardo M.
27. Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg • Programmheft
STIGMAfighter im Einsatz gegen Ausgrenzung
hinnerk August 2016
hinnerk Hamburg Juli 2016
hinnerk Bremen/Hannover Juli 2016
gab Juli 2016
blu Juli 2016
blu Mai 2015
Regionalseiten
blu.fm Webseite

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.