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6 SZENE GESELLSCHAFT

6 SZENE GESELLSCHAFT HISTORIKER ERINNERN AN NS-OPFER FOTO: L. ALVES / CC0 / UNSPLASH Konzentrationslager Dachau Paul Thiele wurde 2013 von der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover nicht mit den anderen NS-Opfern rehabilitiert. Der Student war vom Studium an allen deutschen Hochschulen ausgeschlossen worden, da gegen ihn ein Verfahren nach § 175 StGB anhängig war. Dr. Christian- Alexander Wäldner hatte seinerzeit unter Protest das Gremium verlassen, um so gegen diese neuerliche Diskriminierung zu protestieren; noch 2016 wurde in einem Buch behauptet, diese Diskriminierung sei rechtmäßig erfolgt! Aber Paul war nicht der einzige Mann, dem derartiges Unrecht im NS-Staat widerfahren war und mit dessen Rehabilitierung sich nach 1945 deutsche und österreichische Hochschulen und Universitäten schwertaten. Bei der Aufarbeitung dieses Unrechts anonymisierte beispielsweise die Universität Stuttgart die beiden §-175- Opfer und „vergaß“ nebenbei in der erschienen Publikation darauf hinzuweisen, dass der Antrag auf Rehabilitierung dieser beiden Männer der Anfang für die Aufarbeitung gewesen war. Mehr als 5000 Frauen und Männer wurden in der NS-Zeit von deutschen Hochschulen und Universitäten vom Studium ausgeschlossen, weil sie Juden waren, oder weil sie rechtskräftig verurteilt wurden und ihnen so die Berechtigung zum Studium aberkannt wurden; mehr als 3500 Menschen wurden nachträglich ihre akademischen Titel aberkannt, darunter auch wegen § 175 StGB belastete Männer. Insgesamt 126 Schicksale von Männern konnten durch die bald erscheinende Gemeinschaftsarbeit (Foto) festgestellt werden. Mögen diese Männer zum größten Teil heute vergessen sein, so sollen sie dennoch posthume Würdigung erhalten. Als die Namen der NS-Opfer 2013 an Leibniz-Universität Hannover öffentlich verlesen wurden, nahm sich Christoph Elsner ein Herz, und verlas den nicht vorgesehenen Namen Paul Thiele; die hochroten Köpfe einzelner Professoren sprachen Bände. Somit ist er nicht ganz vergessen. *Christian-Alexander Wäldner FOTO: DEUTSCHER BUNDESTAG / SIMONE M. NEUMANN Plenarsaal POLITIK Queerbericht aus Berlin Im September kam das Parlament aus der Sommerpause zurück. Seitdem hat sich für queere Belange einiges getan. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) legte einen Gesetzentwurf zum Verbot von sogenannten Konversionstherapien vor. Therapien, die das Ziel verfolgen, Homosexualität oder Transgeschlechtlichkeit zu „heilen“, sollen bei Jugendlichen verboten werden. Endlich. Die demokratische Opposition aus FDP, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen legte gemeinsam einen Gesetzentwurf zur Erweiterung des Grundgesetzes in Artikel 3 vor. Das Grundgesetz soll auch queere Menschen durch die Einfügung des Merkmals „sexuelle Identität“ dauerhaft vor Diskriminierung schützen. In der Debatte hierzu überraschte der Abgeordnete Volker Ullrich von der CSU. Er lehnte dies nicht ab und macht damit der Community Hoffnung, dass es, nach Jahrzehnten des Forderns, im Parlament für diesen Diskriminierungsschutz die notwendige Zweidrittelmehrheit geben könnte. In den Haushaltsberatungen wird derzeit um das Programm „Demokratie leben“ gerungen. Hier werden mit 100 Millionen Euro Projekte gegen rechts unterstützt, darunter auch etliche queere Initiativen. Wie notwendig die Demokratieförderung ist, zeigten nicht zuletzt die rechtsterroristischen Morde in Halle. Die Oppositionsparteien Grüne und Linke befragten die Bundesregierung zu Gewalt gegen queere Gedenkstätten und Gewalt gegen queere Menschen. Die Bundesregierung antwortete, dass es hier jeweils zu einer hohen Zunahme kam. Die AfD zeigt Woche für Woche, dass sie Menschenrechte ablehnt, und verbindet dies auch stets mit Hass gegen queere Menschen. *Bodo Niendel FOTO: DEUTSCHER BUNDESTAG / JULIA NOWAK Ausführlich unter blu.fm/topics/queer-im-parlament

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