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hinnerk August 2016

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Hamburg Pride – Normal ist, wer Menschen achtet!

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Titelthema 12 FOTO: ANDRÉ LEX Interview YARED DIBABA: „WER EINMAL AUSGEGRENZT WURDE, WEISS, WAS DAS BEDEUTET!“ Unser Covermodel Yared Dibaba ist nicht nur als Moderator (NDR) und Schauspieler (Ohnsorg-Theater) bekannt, sondern singt auch leidenschaftlich. Und das gerne auf Plattdeutsch. Im September erscheint sein neues Album „Land in Sicht“. Wir sprachen mit dem als Kind aus Oromia/ Äthiopien geflohenen Familienvater über Vielfalt, Heimat und Chancen von Zuwanderung. WAS UND WO IST FÜR DICH HEIMAT? Heimat hat ganz viele Gesichter. Heimat ist nicht nur ein Ort. Heimat ist ein Geruch, das sind Menschen, das sind Freunde, das ist Essen, Trinken, Musik. Es gibt viele Bereiche, in denen ich mich zu Hause fühle, wo ich mich geborgen fühle und sagen kann, das ist meine Heimat. Ich hab eine musikalische Heimat, eine kulinarische Heimat und selbst diese sind wieder sehr vielfältig. Ich sage immer, ich sitze nicht zwischen zwei Stühlen, sondern ich sitze auf zwei Stühlen. Mindestens. Ich habe das Glück, dass ich von mehreren Heimaten zehren kann. FOTOS: ANDREA FRAHM VIELFALT BERUHT AUF GEGENSÄTZ- LICHKEIT. DU SAGST, DU SITZT AUF ZWEI STÜHLEN, NICHT DAZWISCHEN. ES GIBT STRÖMUNGEN IN DER DEUTSCHEN GESELLSCHAFT, DIE GERNE ALLES GEORDNET IN IHREN SCHUBLADEN HABEN MÖCHTEN. AUF DEM COVER DIESER AUSGABE SEHEN WIR DICH, EINEN SCHWARZEN MANN, MITTEN IM VERREGNETEN SOMMER IM FRIESENN- ERZ. WIE KAM ES ZU DIESER IDEE? Ich liebe den Friesennerz. Ich hatte ihn schon als kleiner Junge, als wir in der Nähe von Cuxhaven zur Kur waren. Damit verbinde ich das. Es ist typisch norddeutsch, freundlich gelb wie die Sonne, auch wenn es regnet. Beim Shooting habe ich nicht so die Gegensätzlichkeit im Sinn gehabt. Ich bin einfach so aufgewachsen, genauso wie ich mit Plattdeutsch groß geworden bin. Das sind alles Dinge, die ich selbstverständlich in mir trage.

Bezogen auf die aktuelle Zeit, in der vieles zusammenkommt an Kulturen, an Mentalitäten, an Religionen und an Lebensarten, ist es, glaube ich, gut, einfach mal zu zeigen, dass das alles ganz wunderbar unter einen Friesennerz passt. Man kann das alles miteinander vereinen. Wir essen ja auch nicht jeden Tag graues Brot mit Käse. Wir essen mal eine Banane, wir trinken mal ein Bier, mal einen Rotwein aus Frankreich, mal einen aus Chile. Wir sind schon vielfältig. Wir müssen uns das nur bewusst machen und müssen wissen, dass in dieser Vielfalt eine ganz große Chance liegt. VIELFALT IST ALSO KEINE GEFAHR … Nein! Vielleicht gibt es mal hier und da einen Gegensatz, aber da kann man dann genau hinschauen und die Chancen darin erkennen. Vielfalt ist für mich eine absolute Bereicherung. In jeder Hinsicht. DEIN ALBUM HEISST „LAND IN SICHT“. EIN AUSDRUCK DER HOFFNUNG. Mit dem Begriff kann man viel verbinden. Einerseits die Seefahrerromantik, andererseits ist die Seefahrt heute alles andere als romantisch. Da geht es ums nackte Überleben. Und viele überleben es nicht. Wenn jemand in so einer Situation sagen kann „Land in Sicht“ und das Land erreicht, der ist dann voller Hoffnung. Mich selber hat die Einstellung, die Hoffnung nie aufzugeben, durchs Leben getragen. Und so ist es auch beim Gedanken an Vielfalt. Viele haben Angst. Man spricht von besorgten Menschen. Wenn wir uns bewusst machen, dass jeder positive und negative Seiten hat, sowohl ich selber als auch mein Gegenüber, und dass wir voneinander lernen können, dann lebt es sich viel entspannter. Ich habe die Hoffnung, dass die Menschen nach der gegenwärtigen Lernphase, die sicher noch ein Weilchen andauert, merken, dass das ein ganz großer Schatz ist, aus dem wir schöpfen können. Wir sprechen über Menschen, die hierher geflohen sind, besser gesagt vertrieben worden sind aus ihrer Heimat. Flucht klingt so nach Zeche prellen oder sich vom Acker machen. Diese Menschen wurden vertrieben. Dass sie es geschafft haben, durch zerbombte Orte, durch die Wüste und über das Meer hierherzukommen, zeugt davon, dass sie eine unglaubliche Energie, eine Vision haben. Das ist ein Schatz für unsere Gesellschaft! Wenn diese Menschen sich einmal hier zu Hause fühlen und sagen, das ist meine Heimat, dann leisten sie mit Sicherheit einen großen Beitrag für unsere Gesellschaft. WIE SIEHST DU IN DIESEM KONTEXT DEINE EIGENE FLUCHTGESCHICH- TE UND DAS ANKOMMEN HIER IN DEUTSCHLAND? Dass ich heute hier so in Deutschland lebe, Teil dieser Gesellschaft bin, habe ich vielen Faktoren zu verdanken: meinen Eltern, vielen äußeren Einflüssen, natürlich auch Glück. Ich glaube, es hilft denjenigen, die hier ankommen, von ihren Erfahrungen zu erzählen. Besonders wichtig ist es, die Sprache zu lernen. Sie ist der Schlüssel zur Teilhabe. Durch das Glück, mehrere Kulturen zu kennen, kann ich durchaus vermitteln, weil ich für mich erklären kann, warum der eine so tickt, der andere so. >> YARED IST UNTERSTÜTZER DER BUNDNIANER HILFE E.V., DIE SICH FÜR KINDER UND JUGENDLICHE STARK MACHT

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