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hinnerk April/Mai 2019

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MUSIK FOTO: THOMAS

MUSIK FOTO: THOMAS REUTTER NACHGEFRAGT ALPHAVILLE im Interview Ihre Musik ist legendär, bis heute steht Alphaville für Pop der Extraklasse. Gerade erst waren sie mit Gloria Gaynor auf Tour. Wir sprachen mit den Masterminds Marian Gold und Bernhard Lloyd anlässlich der Wiederveröffentlichung des Kultalbums „Forever Young“ am 15. März. Wie groß war deine Mitsprache beim Re-Release in Sachen Bonustracks? Bernhard: 100%iges Mitspracherecht! Marian: Anders: Die anderen hatten auch etwas Mitspracherecht. (lacht) Welches ist dein persönliches Lieblingslied vom Album? Marian: „Summer in Berlin“. Das Stück hat nichts von seiner Aktualität verloren. Wir waren damals in Münster und ich hatte wahnsinniges Heimweh nach Berlin. Ein Lied über das komische Gebilde namens West-Berlin. Es beschreibt nicht die schönen Seiten der Stadt, es handelt von dreckigen Ecken, der Mauer, dem Müll ... Die Widersprüchlichkeit in dem Lied mag ich. Es gibt nichts Spannenderes als Widersprüche. Einer eurer größten Hits auf dem Album hat dir, Marian, einst nicht gefallen: „Sounds Like a Melody“, warum eigentlich nicht? Marian: Das lag daran, wie es entstanden ist. Nach dem extremen Erfolg von „Big in Japan“ wollte das Label noch eine Uptempo-Nummer, bevor „Forever Young“ erscheint. Also mussten wir ein schnelles Stück schreiben. Für mich war diese Herangehensweise neu, sie irritierte mich. Eigentlich schreiben wir immer Lieder über Themen, die uns bewegen. „Big in Japan“ etwa handelt von der Drogenszene am Zoologischen Garten in Berlin. „Sounds Like a Melody“ mussten wir machen ... Aber letztendlich hat das Stück als Single total gut funktioniert. Mitte der 1990er haben wir es erstmals wieder live gespielt, und das hat viel Spaß gemacht! Inzwischen mag ich es auch. Sandra hat „Big in Japan“ einmal auf Deutsch gecovert. Kennst du ihre Version? Bernhard: Ja, „Japan ist weit“ ... (lacht) Damals waren Sandra und Michael Cretu noch völlig unbekannt, sie haben sich damals dran versucht. Keiner von uns hat damit ein Problem. Marian: Was soll man dazu sagen. Es wurde eine deutsche Schlagerversion. Das Originallied geht eben über die Heroinszene, über Junkies ... Die Coverversion ging damals bei uns in der Band unter, wir waren beschäftigt. Und „Forever Young“ von Interactive? Bernhard: Ich habe auf meinem Rechner circa neunzig Coverversionen von dem Lied in fast allen Musikarten, da passt es ganz gut rein. Natürlich war diese Version grenzwertig. Aber: Verhindern kann man es eh nicht. Eure Musik ist eigentlich recht melancholisch, oder? Marian: Das ist schon wahr. „Dance with Me“ (vom 2. Alphaville-Album, Anm. d. Red.) geht gut ab, man kann es aber auch als Ballade spielen, dann wird das Lied tieftraurig. Melancholie steckt in vielen Alphaville-Stücken drin! Ihr geht auf Tour, worauf kann man sich freuen? Marian: Wir werden uns erstmals wieder den analogen Synthesizern und den Originalversionen annähern. Es wird ein Experiment, das alles live zu spielen. Nach langer, langer Zeit wird es wieder eine Tour werden, auf der wir ganz nah an den Originalstücken dran sind. *Interview: Michael Rädel TOURTERMINE 15.3. – Leipzig (Haus Auensee), 16.3. – Stuttgart (Im Wizemann), 19.3. – Bochum (Zeche), 20.3. – Köln (Kantine), 29.3. – Berlin (Huxley's Neue Welt), 30.3. – Hamburg (Gruenspan), 9.4. – Frankfurt (Batschkapp), 10.4. – München (Technikum), www.alphaville.earth

MUSIK INTERVIEW PHILIPPE JAROUSSKY: ob König oder Mädchen Selbst wenn er nicht so aussieht, auch Star-Opernsänger Philippe Jaroussky ist nun schon über vierzig. Und mit dem Alter kommen die einen oder anderen Problemchen – oder gleich ein Hexenschuss. FOTO: PARLOPHONE RECORDS „Ich hab mich falsch bewegt … und es ist wirklich sehr schmerzhaft. Aber dafür muss ich die nächsten Tage nicht singen!“, lacht er am Telefon, nachdem er seinen Trip nach Berlin für unser Interview absagen musste. „Mein Vater hatte schon Rückenprobleme … so etwas in der Art passiert mir alle zwei Jahre. Ich muss dringend mit Sport anfangen – aber ich bin so faul.“ Da übertreibt er allerdings ziemlich: Immerhin ist Philippe einer der gefragtesten Countertenöre, und neben Engagements in den großen Opernhäusern der Welt und regelmäßigen Veröffentlichungen hat er vor zwei Jahren sogar eine eigene Akademie gegründet. War vierzig zu werden also gar keine so große Sache? „Dieser Geburtstag ist für jeden ein großer Schritt. Es war auch für mich ein guter Moment zu schauen, was ich bisher getan habe und was ich noch tun möchte. Aber ich gestehe, wenn ich morgen sterben würde – was hatte ich für ein Leben! Ich konnte die Welt bereisen, hatte nie Geldprobleme, durfte all die Musiker treffen. Plus viel Zeit für meine Freunde. Was für ein Privileg! Und ich kann ausschlafen!“, lacht er wieder. Er macht sich nicht einmal Sorgen um seine Stimme. „Als ich zwanzig war, war sie sehr flexibel. Wenn ich alte Aufnahmen höre, weiß ich, das kann ich nicht mehr. Dafür habe ich jetzt das Bewusstsein für Melodie und Worte. Meine Stimme mag an Schnelligkeit verloren haben, aber sie ist stärker und ausdrucksstärker. Und wenn ich sie morgen verliere, könnte ich immer noch Lehrer werden.“ Was er mit seiner Académie Musicale Philippe Jaroussky schon vorzubereiten scheint. „Die Idee, Menschen ein Jahr zu begleiten, ihnen Gelegenheiten zu geben und Freundschaften anzubahnen, liebe ich. Wenn ich träumen darf, möchte ich, dass die Akademie mich überlebt.“ Es scheint, als wolle er auch mit seinen neuen Aufnahmen der Welt etwas beibringen, denn wo zu oft nur wohlbekannte Komponisten und Stücke immer und immer wieder aufgenommen werden, nimmt sich Philippe jetzt auf „Ombra mai fu“ den Barockmeister Cavalli vor. „In den letzten fünf bis zehn Jahren gab es ein Revival seiner Musik, weil sein dramatisches Potenzial endlich erkannt wurde. Die meisten seiner Arien sind weniger als fünf Minuten lang, dieser Stil überrascht. Und seine Musik ist voller Freiheit.“ Und dann ist da noch etwas, das Philippe an seinem Beruf liebt: die wunderschönen, opulenten Kleidungsstücke, die zu seinen Auftritten gehören. „Ich mag es, mich zu verkleiden! Ich bin ja vor allem Musiker und war nie der geborene Schauspieler. Ob ich ein König oder Mädchen auf der Bühne bin, das Kostüm hilft mir sehr. Wochenlang proben wir ohne – du singst in dem, was du sowieso anhast, da ist es schwer, in den Charakter zu kommen. Aber wenn das Make-up und die Kostüme da sind … Jetzt kann ich anders sein, jetzt kann ich verrückt sein!“ *fis LIVE 30.3., Konzerthaus – Berlin,1 .4., Hannover – NDR, Großer Sendesaal, 3.4., Elbphilharmonie – Hamburg, 13.4., Theater Essen – Essen, 7.7., Prinzregententheater – München, 9.7., Festsaal Reitstadel – Neumarkt, 11.7., Max-Littmann-Saal – Bad Kissingen

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