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GAB September 2018

16 REGION FOTO: GÖTZ

16 REGION FOTO: GÖTZ SCHLESER „WIR MÜSSEN ALLE POLITISCHER WERDEN“ Am 28.10. wählt Hessen einen neuen Landtag. Eine der Kandidatinnen ist Andrea Gerlach; die 33-jährige gebürtige Frankfurterin ist seit 2007 Mitglied der SPD und seit 2017 Mitglied der SPD Fraktion im Landkreis Offenbach. Neben Bildung, Infrastruktur und bezahlbarem Wohnraum möchte Andrea Gerlach Hessen vor allem als Vorreiter der Digitalisierung sehen. Sie tritt als Direktkandidatin des Landkreises Offenbach I an. *bjö. Sie möchten Hessen zum Vorreiter der Digitalisierung machen. Welche Maßnahmen sind dafür am dringlichsten umzusetzen und welche Verbesserungen entstehen dadurch für die Bevölkerung? Eine Maßnahme ist natürlich der Glasfaserausbau. Wir setzen im Wahlkampf besonders auf den Ausbau der Infrastruktur in Stadt und Land. Das Internet ist auch ein Teil dieser Infrastruktur. Es sind besonders die ländlichen Teile Hessens, die beim Glasfaserausbau noch hinterherhinken. Wer Internet hat, dem wird ein riesiger Zugang zu Wissen und Teilhabe eröffnet. Und besonders im ländlichen Raum stelle ich es mir aktuell noch abenteuerlich vor, eine LSBTIQ* Beratungsstelle zu finden. Dabei kann das Internet viele Beratungsleistungen anbieten, fernab der großen Städte. Deshalb ist die flächendeckende Versorgung mit Glasfaser ein grundlegender Schritt, der zügiger und kooperativer umgesetzt werden muss. Außerdem verändert sich durch die Digitalisierung die Arbeitswelt. Ich werde mich dafür einsetzen, dass Home-Office im öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft angeboten wird. Eine 40 Stunden Woche im Büro ist für viele nicht mehr zeitgemäß. Mit der „Ehe für alle“ haben die LSBTIQ*-Rechte im vergangenen Jahr einen gewaltigen Sprung gemacht. Parallel dazu werden Stimmen immer lauter, die sich deutlich gegen die Gleichstellung richten. Was sind geeignete Maßnahmen gegen diesen Rollback? Die Ehe für alle ist ein absolut richtiger und wichtiger Schritt. Ich begrüße den Beschluss ausdrücklich, aber solange alte weiße Männer den politischen Diskurs bestimmen, müssen wir oftmals eine extra Runde laufen. Rechte, die wir bereits erkämpft haben, werden wieder neu diskutiert. Wir Demokratinnen und Demokraten müssen auf die Straße, wir müssen wieder anfangen unsere Rechte in der Öffentlichkeit zu verteidigen. Wir dürfen Diskussionen nicht scheuen. Wir müssen alle politischer werden. Um Vorurteile abzubauen, hilft Aufklärung. Ich bin um keine Diskussion verlegen, wenn es nur darum geht, Bürgerinnen und Bürgern eine demokratische, offene und tolerante Sicht auf die Welt näher zu bringen. Wir brauchen verstärkt Kampagnen in der Schule, die über Homosexualität aufklären. Bereits in sehr jungen Jahren sollten Kinder lernen, dass lesbische und schwule Menschen, nicht „anders“ sind. www.andreagerlach-spd.de Ein CSD für Hanau FOTO: GÖTZ SCHLESER Neuestes Mitglied der hessischen CSD-Familie ist der CSD Hanau, der im kommenden Jahr am 29.6. zum ersten Mal sein Communityfest im Osten des Rhein-Main-Gebiets steigen lässt. „Die Idee für den CSD Hanau schlummert schon seit Anfang der 2000er in der Schublade von Peter Jüngling“, meint Michael Marburger, der mit Jüngling den Vorstand des sich in Gründung befindenden, 13-köpfigen CSD Hanau Vereins bildet. Bislang habe es an Leuten gefehlt, die das Projekt auch umsetzen. Ist die Szene Hanau so groß, dass sie einen eigenen CSD stemmen kann? „Als Peter und ich uns dazu entschlossen, die Idee öffentlich zu machen, waren wir selbst ein wenig überrascht über die Vielzahl der Unterstützer und das durchweg positive Feedback“, lacht Michael. „Aber in der Tat gibt es für Lesben und Schwule im Main- Kinzig-Kreis nur sehr wenig Angebote“. 400 E-Mails seinen allein in den ersten Tagen im Postfach des CSD Hanau gelandet. Interessierte Unterstützer meldeten sich sogar aus Fulda, und auch die Stadt Hanau und der Kreis wollen das Projekt unterstützen; „es ist, als hätten wir in ein Wespennest gestochen“, meint Michael. Ob der positiven Resonanz hat sich der Verein jetzt schon entschlossen, auch eine Demo zum CSD Hanau stattfinden zu lassen. Zusätzlich soll es im Vorfeld mit der „Pride Week“ eine Kulturwoche mit unterschiedlichen Veranstaltungen zwischen Kunst und Politik geben. Für das gesamte Projekt möchte das Team mit anderen Institutionen, Initiativen und Gruppen zusammenarbeiten. „Uns ist es wichtig, dass alle ihre Ideen einfließen lassen können“, betont Michael. „Wir setzen uns nicht hin und sagen, so und so hat der CSD auszusehen“. Wer mitgestalten, mithelfen oder einfach dabei sein möchte, kann über die Website Kontakt mit dem CSD Hanau aufnehmen. *bjö www.csd-hanau.de

REGION 17 FOTOS: BJÖ Hessens stellvertretender Ministerpräsident Tarek Al-Wazir (Mitte) mit Staatssekretär Kai Klose (rechts) und Landtags-Kandidatin Hildegard Förster-Heldmann (links) Rosa Opossum Darmstadts OB Jochen Partsch Aurora DeMeehl Das war der Trans*Pride Darmstadt Der achte CSD Darmstadt widmete sich als „Trans*-Pride“ thematisch voll und ganz dem Thema Transgender. Im Vorfeld gab es deswegen heftige Diskussionen im Verein, wie Rosa Opossum von vielbunt e.V. in ihrer Rede zur Zwischenkundgebung erklärte: Einige schwule Männer fühlten sich mit diesem Motto nicht genügend repräsentiert „Wie oft muss ich es noch erklären?“, empörte sich Rosa genervt. „Wir feiern mit dem CSD die Aufstände von 1969 in der New Yorker Christopher Street“ – und dort waren es vor allem Dragqueens und Transsexuelle, die auf die Barrikaden gingen. „Ich bin stolz, den Trans*-Pride in Darmstadt zu feiern“, so Rosa weiter. Der Demozug und das anschließende Straßenfest auf dem Riegerplatz zählten am Ende des Tages mehr Besucherinnen und Besucher als je zuvor – trotz der anfänglichen Kritik also ein voller Erfolg! Prominentester Mit-Demonstrant war Hessens stellvertretender Ministerpräsident Tarek Al-Wazir, beeindruckend vor allem aber Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch, der seine kämpferische Rede auf dem Festplatz mit den Worten begann: „Artikel eins des Grundgesetzes lautet ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar’. Dort steht nicht „Die Würde des heterosexuellen Menschen ist unantastbar’“. Bunt, kritisch, ausgelassen und jung – das war der Trans*-Pride Darmstadt! *bjö www.csd-darmstadt.de Horst-Schulmann-Straße 3 60314 Frankfurt am Main www.kuechenplan.com

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