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GAB Mai 2019

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24 GESUNDHEITS-SPECIAL

24 GESUNDHEITS-SPECIAL SEELISCHE GESUNDHEIT PERSPEKTIVWECHSEL UM FOTO: PRIVAT Permanenter Stress im Beruf wie im Privaten kann zum Problem werden: Depressionen, Schlafstörungen oder andere Gesundheitsprobleme sind die Folgen; am Ende steht das viel zitierte Burnout. Was kann man tun, um der Spirale zu entrinnen? Ein Gespräch mit Imke Klein zu Ursachen und Lösungen. Imke Klein arbeitet seit 12 Jahren in der psychosozialen Beratung des Infektiologikums, einem Kooperationsprojekt der AIDS-Hilfe Frankfurt, und ist fachliche Leiterin der Beratungsstelle der AIDS-Hilfe. Neben ihrer Arbeit mit HIV-Patienten berät sie in ihrer Privat-Praxis auch zu Burnout und Stressmanagement und bietet Beratung für Einzelpersonen und Paare. INTERVIEW Welche seelischen Probleme können aus einer HIV-Infektion erwachsen? HIV selbst ist erst einmal ein Problem, denn jede chronische Krankheit ist ein Stressfaktor. HIV ist zusätzlich hochbehaftet mit Stigmatisierung und vor allem mit Selbst-Stigmatisierung. HIV macht etwas mit dem Selbstwert. Es ist eben ein Unterschied, ob man die Diagnose Diabetes oder HIV bekommt! HIV ist nach wie vor ein Faktor, der nur schwer ansprechbar ist, und es gibt immer noch die Wir freuen uns auf Ihren Besuch: Di - Do 10.00–18.30h Fr 10-20h Sa 9-18h Hairstyling und viel mehr Schwanenstraße 2 60314 Frankfurt a.M. Tel: 069 – 97 69 03 03 Bekannt aus der VOX- sendung „Makel? los!“ team@patrickroehrig.de www.patrickroehrig.de

GESUNDHEITS-SPECIAL 25 WIRKLICH ETWAS ZU VERÄNDERN Schuldzuweisung ‚Wie kann man nur?’. Viele Klienten berichten, dass sie das früher über andere auch gedacht haben, bis sie selbst betroffen waren und sie erfahren, dass es jeden treffen kann. Ganz häufig kommt der Satz ‚Mit HIV habe ich kein Problem. Eigentlich müsste es mir gut gehen, die Medikamente wirken, das Virus ist unter der Nachweisgrenze, ich kann niemanden mehr mit HIV anstecken. Ich bin fit, vital, gehe arbeiten – und trotzdem fühlt es sich nicht o.k. an’. Warum führt rational Erklärbares trotzdem zu scheinbar unlösbaren Problemen? Wir sind eben nicht nur denkende Wesen, die alles auf der rationalen Ebene erklären und bewältigen können, wir fühlen auch. HIV kann eben jeden treffen. Oftmals trifft es Menschen, die im Leben stehen. und für sich das Gefühl haben, jung, fit und unverwundbar zu sein. Und dann wird mit der Diagnose der Wert der Gesundheit, den wir in uns tragen, im Mark erschüttert. Und wenn das erschüttert wird, kann das rational nicht mehr einfach so verarbeitet werden. Und dass Gesundheit eben etwas ist, was kein absoluter Wert ist, sondern dass Krankheit und Gesundheit eine Polarität haben und beide zum Leben dazugehören, damit will man sich eben nur ungern auseinandersetzen. Das ist ähnlich beim Thema Alter. Man muss dafür einen Raum bekommen um es zu verarbeiten, damit ich mich dem annähern kann und damit es überhaupt heilen kann. Wenn ich bloß sage ‚och, ist doch nicht so schlimm’, dann mache ich zu! Aber den Raum aufzumachen und zu sagen, ja, was passiert denn da, was ist denn da verletzt, das kann helfen. Gilt das für andere Bereiche wie Burnout auch? Was man aus dem eben Gesagten übertragen kann, ist, dass man auf eine andere Ebene kommen muss, um das Problem zu bewältigen. Stress ist per se ja nicht Schlechtes. Anspannung und Entspannung ist ja unser biologischer Lebensrhythmus, dadurch haben wir ein gutes, inneres Gleichgewicht. Aber wenn der Druck steigt, geraten wir immer weiter in die Anspannung und die Entspannung gerät aus dem Blick. Das ist dann der ungesunde Stress. Er entsteht oft langsam, am Anfang geht es noch ganz gut, aber dann kommt ein Lebensgefühl was geprägt ist von Rastlosigkeit, Getrieben sein, Hektik, Zeitnot, Konflikten am Arbeitsplatz oder in der Beziehung. Die Ursache dafür ist unter anderem Leistungsdruck, Freizeitstress und ein Muss an Lebensoptimierung. Um bei Stress etwas zu verändern, braucht es einen Perspektivwechsel. Das heißt, ich muss meine gewohnten Bahnen verlassen. Denn das, was ich gemacht habe, hat mich dahingebracht. Deswegen hilft es auch nicht, wenn man in dieses System einfach einen Entspannungsbaustein einsetzt. ‚Geh‘ doch mal ins Yoga, oder mach‘ doch mal Meditation’ – das funktioniert so nicht. Perspektivwechsel bedeutet, wirklich etwas zu verändern. Das bedeutet im Fall von Stress, aus der schnellen Bewegung erst mal inne zu halten und zu überlegen ‚wie geht es mir eigentlich, was macht mein Körper da, wie fühlt sich das an’? Das ist nicht leicht! Nein, denn schließlich haben wir da ja ein System, das jahrelang erfolgreich funktioniert hat. Aber der Perspektivwechsel ist nach meiner Überzeugung die einzige Möglichkeit da herauszukommen. •Interview: Björn Berndt Mehr Infos über www.praxis-imke-klein.de Das komplette Interview gibt’s unter www.blu.fm/gab

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