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gab Mai 2017

MUSIK FOTO: UNIVERSAL

MUSIK FOTO: UNIVERSAL MUSIC „Aus Angst vor Schande müssen Menschen heimlich lieben“ INTERVIEW ADEL TAWIL Man glaubt es ja kaum, aber es ist wirklich erst sein zweites Soloalbum, das Ende April veröffentlicht wurde: „so schön anders“. Der Mann, der als Teil von Ich + Ich abräumte, der mit Cassandra Steen „Die Stadt“ besang, DER mit Stimme von der Boyband The Boyz ist zurück. Für uns nahm Adel Tawil sich natürlich Zeit für ein Interview. „so schön anders“ … Ist der Titel deines Albums auch eine Aussage über deine Musik? Deutschsprachige Musik boomt ja, allerdings eher Schlager. Du setzt da mehr auf Qualität, oder? Das bleibt jedem selbst überlassen, ob der Albumtitel das bedeuten soll. (lacht) Für mich war die ganze Arbeit an dem Album so anders, so schön anders, dass dieser Umstand zum zentralen Thema wurde. Das „Anderssein“ ist ja meist negativ behaftet. Man sagt „Ich bin anders“ und grenzt sich ab. Wenn man immer „so schön“ davorsetzen würde, dann hätten wir wirklich eine bessere Welt. Die Lieder sind auch anders entstanden? Ja. Zum einen bin ich den Schritt gegangen, dem Hörer einen privaten Blick in mein Leben zu ermöglichen – bei mir ist ja auch jede Menge passiert in den letzten Jahren, die Trennung von meiner Frau, ein Unfall, der mir noch länger Steine in den Weg gelegt hat ... Zum anderen habe ich mir diesmal einen Produzenten dazugeholt. Er war so ein bisschen der Gegenpol, das erste Album habe ich ja alleine gemacht und das war nicht immer so einfach, jetzt gab es auch Diskussionen im Studio. Aber ich freue mich über das Ergebnis und stehe hinter jedem der 14 Lieder voll und ganz. Es sind alles meine Babys. Welches Lied würdest du deinen Freunden auf jeden Fall vorspielen? „Gott steh mir bei“ – es behandelt viele Themen, die mich emotional beschäftigen. Es geht um das Leben heute, Umweltverschmutzung, um Liebe ... „Aus Angst vor Schande müssen Menschen heimlich lieben“ ist einer der Sätze, die mir wichtig sind. Wenn man sieht, was gerade alles passiert, wird man fast wütend. Wir waren schon weiter! Muss man als Künstler heute politisch sein? Mir ist ehrlich gesagt egal, was jemand wählt. Aber er sollte sich mit der Gesellschaft und der Welt beschäftigen. Mir ist es wichtig, dass diese Welt liberal ist, deswegen unterstütze ich auch #PulseOfEurope. Man sollte mal FÜR etwas sein, nicht immer nur dagegen. Die Stimmen gegen alles werden mir gerade viel zu laut. Worauf freust du dich jetzt gerade? Am meisten darauf, endlich wieder live auf der Bühne zu stehen. Ich komme eben aus Bonn zurück, wo ich vier Titel präsentiert habe, und das Feedback war so toll, dass ich es gar nicht abwarten kann, mit der Band zusammen andere, NEUE Lieder zu proben, eine Show zu entwickeln und zu touren. Bei der Tour im Herbst wird es aber auch Lieder vom ersten Album und aus der Zeit von Ich + Ich geben. *Interview: Michael Rädel www.adel-tawil.de

ROCK The Wholls: „Dicke Eier“ Ihr Name bedeutet so viel wie „dicke Eier“. Zumindest auf Italienisch, denn ein paar der Bandmitglieder haben ihre Familienwurzeln dort. The Wholls dürften damit also offiziell den passendsten und geilsten Namen haben, den sich eine Rockband jemals ausgedacht hat. schon was taugten. „Das entwickelte sich erst über die Jahre … und irgendwann hatten wir unseren Sound. Wir erfinden damit jetzt das Rad nicht neu, aber es ist eine ziemlich geile Art, Rock neu zu interpretieren, denken wir.“ A L E X A F E S E R Ja, manchmal müssen es dann eben doch ganze Kerle sein. Gerade jetzt, in einer Zeit, in der die meisten Männer sehr empfindsam und introvertiert ihr Gefühlsleben mit entsprechenden Melodien offenbaren, sind tätowierte Typen in Jeans- und Lederjacken, die ihre Gitarren wie Werkzeuge bearbeiten, geradezu Balsam für die eingelullten Nerven. The Wholls kommen mit ihrem Debütalbum gerade richtig. Aber nicht täuschen lassen, die Männer von The Wholls sind innen drin auch eher die netten und herzlichen Burschen: Tordy Cocchiarella, Santino Cocchiarella, Daniel De Feo und Joe Stevenson geben sich Küsschen auf die Wange, und Umarmungen gehören bei ihnen auch dazu – die italienische Seite wird einfach ausgelebt. Auch Kerle können Freunde sein und das zeigen. Und ihre Art Rock basiert zwar einerseits auf kräftigen Riffs, ist aber dann doch viel mehr als nur Gitarrengebrezel, denn was die Songs trägt, sind vor allem die eingängigen Melodien. Besonders Tordys Stimme und Gesang, rauer und markanter als neunzig Prozent aller anderen Möchtegernrocker, trägt eine satte Tiefe und Wahrhaftigkeit in sich. „Wir fingen an wie die meisten“, erklärt Tordy. „Wir lernten uns in der Schule kennen. Nur Joey hat vorher schon in ein paar anderen Bands gespielt.“ Trotzdem haben sie die Musik von Anfang an sehr ernst genommen. „Wir wollten eine große Band werden, vom Start weg.“ Dicke Eier eben. Was nicht heißt, dass sie damals Den größten Teil der Lieder schreibt dabei Tordy Cocchiarella selbst – manchmal zusammen mit Santino –, bevor sie in der Band in die richtige Form gejammt werden. Man hört es: Sie haben vor allem Spaß mit der Musik, als ob der Rock Teil ihrer Natur wäre und sie nur spielen würden. „Wir wollen Dinge nicht kompliziert machen, alles soll direkt sein.“ Aus dieser Grundeinstellung kam auch ihr Entschluss, sich nicht umständlich zu bewerben, sondern sich einfach auf dem Rasen eines Managers aufzustellen und dort zu rocken – woraufhin sie von ihm unter Vertrag genommen wurden. „Wir bauten uns morgens auf, mit minimalem Equipment, und er kam irgendwann raus und meinte: ,Spielt mal euer Set zu Ende.‘ Aber keines dieser Lieder findet sich noch auf dem Album“, lacht Tordy. Das war vor vier Jahren. Mittlerweile haben sie ihren Major-Vertrag und touren schon das ganze Jahr durch Europa. Was sie voll auskosten: „Wir haben den besten Job in der Welt!“, sagt Tordy. Dem kann man schwer widersprechen. *fis dAS nEuE ALbum von dEutSchLAndS Song-PoEtin nR.1 ZWISCHEN DEN SEKUNDEN Ab dEm 21.04.2017 übERALL ERhäLtLich WWW.ALEXAFESER.dE

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