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GAB Juli 2019

48 BÜHNE INTERVIEW ALLE

48 BÜHNE INTERVIEW ALLE FARBEN: „... zeigen, dass queer cool ist ...“ FOTO: HANNES CASPER Als 2014 sein Debütalbum „Synesthesia“ erschien, dachten viele, dass der DJ und Produzent den Deep-House-Eurodance-Sommertrend nicht überleben würde. Die lagen falsch! Seit fünf Jahren liefert Alle Farben Hit auf Hit ab. „She Moves (Far Away)“, „Only Thing We Know“, „Please Tell Rosie“, „Supergirl“ oder „Fading“ zum Beispiel. Jetzt hat er ein neues Album am Start: „Sticker on My Suitcase“. Höchste Zeit, mit ihm zu sprechen! „The Sad Cat“ auf deinem neuen Album ist mein Favorit. Der Name ist ungewöhnlich ... Ich hatte sehr lange Katzen, die ich leider abgeben musste – ist besser für sie gewesen, da ich zu viel unterwegs bin. Das Lied ist in dieser Stimmung entstanden. Es ist ziemlich technoid. Ich bin ein großer Technofan! Der Synthesizer klingt etwas verstimmt, das habe ich via Parameterveränderung erreicht, damit habe ich dann gearbeitet. Die Musik von Alle Farben ist eher Pop, aber ein paar Tracks mache ich immer dazu, die mehr nach Klub klingen. Ich mag beide Musikarten, aber wenn ich privat ausgehe, dann bin ich eher auf Technopartys und im Berghain. Wenn man sich deine Veröffentlichungen anschaut, merkt man, dass du gerne mit anderen Künstlern zusammenarbeitest. Ja, ich bewege mich mit Alle Farben eher im popkulturellen Bereich. Für mich ist die Melodie im Vordergrund ganz wichtig, sei es durch den Gesang oder mit Instrumenten. Ich habe einst mit House angefangen – Moloko zum Beispiel finde ich gut oder auch Jamiroquai –, habe mich dann aber zu Techno hin entwickelt. Und jetzt etwas hin zu Pop im elektronischen Gewand. Es sind packende Lieder, es steckt immer etwas Melancholisches drin ... Auch „Please Tell Rosie“ hat ja etwas Trauriges im Text. Wie kamst du eigentlich auf den Albumnamen? Das Cover ist mein alter Koffer! Er ist voller Sticker von all den Reisen, die er mit mir gemacht hat. Aber leider sind seine Rollen so kaputt, dass ich jetzt einen neuen mitnehme. Reisen ist das größte Thema in meinem Leben neben der Musik. Aber ich liebe Berlin als meine Base! Ich habe hier meine Familie und meine Freunde, das erdet mich auch. Ich merke, was es mir gibt, nach Berlin zu kommen. Auch mit der Szene verbindet dich eine Freundschaft. Mein Beginn war in der Szene, meine ersten Gigs! Du legst auch bei CSDs auf. Warum sollte man auf einen Pride gehen? Nach wie vor muss man Gesicht zeigen, zeigen, dass queer cool ist, dass Anderssein normal sein sollte! Für viele ist es das aber noch nicht, daher sollte man zum CSD! Ist es schwierig, beim CSD aufzulegen? Man muss einfach wissen, dass es immer wieder mal springt. Bei jedem zweiten Lied! (lacht) Aber das gehört dazu. Da darf man sich nicht stressen lassen. Was ich mag, ist, dass man dasselbe Lied in verschiedenen Versionen auflegen kann – und mehr Lieder, da ich dort eher knackig auflege, also mehr Lieder als bei einem Set im Klub. Und ich kann da auch mal Lieder ausprobieren, die ich im Klub nicht als Alle Farben spielen würde. Weil? Weil die richtig Techno sind. Unter dem Projektnamen Mono Schwarz habe ich eine ganze Schublade voller Lieder, die fertig sind. *Interview: Michael Rädel Alle Farben ist live beim CSD Stuttgart dabei – mehr Infos zum CSD Stuttgart gibt’s auf Seite 37! www.alle-farben.com

BÜHNE 49 Das Indische Filmfestival Stuttgart ist europaweit das größte seiner Art. In diesem Jahr finden sich unter den gut 50 aktuellen Filme aus ganz Indien auch zwei mit queerer Thematik – und die haben es in sich! „Lihaaf – The Quilt“ basiert auf der Geschichte der bedeutenden indischen Autorin Ismat Chughtai; die feministische Schriftstellerin wurde 1944 wegen ihrer „obszönen Kurzgeschichte Lihaaf“, die von einer erotischen Beziehung zweier Frauen handelt, vor Gericht gestellt. Der preisgekrönte Regisseur Rahat Kazmi verwebt poetisch die Gerichtsverhandlung mit Chughtais fiktiver Kurzgeschichte; der bereits vorab kontrovers diskutierte Film feiert in Stuttgart seine Weltpremiere. In „Abyakto – Unsaid“ erfährt der 22-jährige Rudra Jahre nach dem Tod seines Vaters von dessen Homosexualität. Im Gesprächen mi der Mutter und dem langjährigen Freund des Vaters nähert er sich dem todgeschwiegenen Familiengeheimnis. Der Paragraf für die Strafbarkeit von homosexuellen Handlungen unter Androhung von lebenslanger Haft wurde in Indien erst im September 2018 vom Obersten Gerichtshof aufgehoben; das Urteil gilt als bahnbrechend – bedenkt man, dass in Indien gut ein sechstel der Weltbevölkerung lebt. Im Gegensatz zu den Großstädten ist Homosexualität besonders in den ländlichen Gegenden nach wie vor ein gesellschaftliches Tabu. *bjö 17. – 21.7., Indisches Filmfestival Stuttgart, Metropol Kino, Bolzstr. 10, Stuttgart, „Abyakto – Unsaid“ am 19.7. um 16 Uhr, „Lihaaf – the Quilt“ am 21.7. um 16:30 Uhr, www.indisches-filmfestival.de Queere Filme beim Indischen Filmfestival Stuttgart FOTO: INDIAN FILM STUDIO Lihaaf – The Quilt BERLIN FÜR QUEEREINSTEIGER. Jetzt von Frankfurt oder Stuttgart direkt nach Berlin zum CSD ab €39, 99* *One-Way inklusive Steuern. Begrenzte Verfügbarkeit. Zeitraum: 01.07.19 – 28.03.19. Stand: 22.05.19. Die allgemeinen Geschäftsbedingungen sind auf easyJet.com einsehbar.

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.