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MUSIK „Ich wollte kein

MUSIK „Ich wollte kein professioneller Sänger werden“ MARCO MENGONI

MUSIK Wer beim Eurovision Song Contest 2013 gut aufgepasst hat, wird sich vielleicht noch an den Auftritt von Marco Mengoni erinnern, der damals mit „L’essenziale“ Siebter wurde. Aber abgesehen davon dürfte der Italiener für die meisten hierzulande ein völlig neuer Name sein. Dabei ist er in seiner Heimat seit vielen Jahren der erfolgreichste Sänger und ein so großer Star, dass er sogar seine eigene App hat. Jetzt schickt er sich an, die Position einzunehmen, die früher Namen wie Adriano Celentano innehatten – denn es sollte schon sehr überraschen, wenn Marco nicht demnächst als internationaler Star gelten würde. Also schauen wir uns ihn doch einmal genauer und in Ruhe an, dieses Vorzeigeexemplar eines Südländers. Aufgewachsen ist er in Ronciglione, einem kleinen Dorf in der Nähe von Rom, in einem Haushalt, in dem immer Musik lief. „Als ich klein war nahm ich schon Klavierstunden und lernte auch die ersten Griffe an der Gitarre.“ Natürlich spielte er als Teenager auch in einer Band, aber der erste Schritt dazu, Musik ernst zu nehmen, war, als er sich ausgerechnet für Jazz interessierte und damit auch auf der Bühne stand. Er hatte sich also offenen Auges dazu entschlossen, in einem der am wenigsten lukrativen Genres überhaupt zu arbeiten, aber die Frage nach einer Karriere hatte sich ihm sowieso noch nicht gestellt. „Ich habe nie gedacht, dass es ein Beruf werden könnte. Ich wusste nur ganz sicher, dass Musik immer ein Teil meines Lebens sein würde – aber ich wollte kein professioneller Sänger werden.“ Er arbeitete damals einfach als Barmann und hatte ganz simpel vor zu studieren. „Ich hätte nie erwartet, dass ich ein paar Jahre später diesen Traum leben werde.“ Was eigentlich sehr erstaunlich ist, denn auf der Bühne fühlte er sich immer wohl und zu Hause. Dort war er lebendig. „Das Adrenalin kickt! Da ist der Wunsch, die Gefühle und meine Musik zu teilen. Und ich will die Menschen spüren, die emotionale Welle, die von ihnen zurückkommt. Davon werde ich nie genug haben.“ Deshalb nahm er 2009 auch an der italienischen Ausgabe von „X Factor“ teil – und gewann. Schon die ersten EPs wurden glänzende Erfolge und das erste Album schoss auf Nummer eins, so wie alle folgenden es auch tun würden. Marco übernahm die Charts, als hätten sie nur auf ihn gewartet. Bei den MTV Europe Music Awards wurde er 2010 dann auch gleich nicht nur als „Best Italian Act“ ausgezeichnet, sondern – als erster Italiener überhaupt – auch in der Kategorie „Best European Act“. Er bricht seitdem mit Leichtigkeit regelmäßig Rekorde in seiner Heimat – so bekam er 2015 für verschiedene Veröffentlichungen mal eben zwölf Platin-Auszeichnungen überreicht. Die Flut an hochwertiger Musik, die er auch selber mit seinem Team schreibt, ist das Ergebnis der richtigen Einstellung. Er sieht sich als ein Arbeitstier. „Ich habe immer hart gearbeitet und auch vieles geopfert. Mein Team wirft mir immer vor, dass ich nie zu 100 Prozent zufrieden sein kann, ich will immer noch mehr, will es immer noch etwas besser machen. Darum fühle ich mich auch nicht so erfolgreich … ich versuche nur bei dem, was ich liebe, das Beste zu geben.“ Was wohl auch einfach ist, wenn man von so vielen Menschen zurückgeliebt wird. Dabei empfindet er sich nicht einmal als berühmt. „Ja, es ist manchmal nicht einfach, unerkannt zu bleiben, aber ich glaube nicht, dass ich mich verändert habe. Ich habe noch immer dem gleichen Freundeskreis, und mit meinem Team arbeite ich auch schon lange Zeit zusammen.“ Marco sieht also nicht nur liebenswert aus, er scheint es wirklich zu sein. Nach und nach wurde er aufgrund seiner medialen Reichweite nun auch außerhalb Italiens wahrgenommen, obwohl er nur italienisch singt. Was vielleicht sogar der Grund ist. „Die italienische Sprache war immer verbunden mit Poesie und mit Kunst ganz allgemein. Sie hat etwas Musikalisches, sie hat die Schönheit und die Essenz unseres Landes.“ Deshalb erscheint jetzt auch sein letztes Album „Parole in Circolo“ in Deutschland, was ja nun schon immer eine besondere Zuneigung zu genau dieser Essenz hatte. Als ob wir sie brauchen, um unserer eigenen, etwas tristeren Essenz mehr Eleganz, Leidenschaft und Intensität zu geben. Das Album kommt inklusive Bonusmaterial und der Single „Ricorderai l’amore“ zu uns, die er zusammen mit dem ehemaligen Monrose-Mitglied Grace Capristo aufgenommen hat. Sein Label wünschte sich etwas Besonderes für den deutschen Markt, und Marco tauchte ein bisschen in die deutsche Musikwelt ein. „Ich stolperte über Grace und ihr Lied ,One Women Army‘.“ Wie sich herausstellte, war Grace gerade dabei, mehr über ihre italienischen Wurzeln zu erfahren. Sie war auch bereits mit Marco und seiner Musik vertraut. Passte also alles ganz prima zusammen. „Wir trafen uns, suchten einen Song aus, veränderten Teile des Arrangements und machten es zum perfekten Lied für uns beide.“ Dass beide durch Castingshows bekannt wurden, ist dabei Zufall. Es hat für Marco sowieso keinen negativen Beigeschmack, dass seine Karriere dort startete. „Es war sehr herausfordernd, ich lernte viel und wuchs. Aber ich hörte danach eben nicht damit auf, ich arbeitete weiter, härter, schrieb neue Lieder, ich baute alles Schritt für Schritt weiter auf.“ Was mit einer umfassenden Konsequenz geschieht, denn wer sonst kann schon behaupten, eine eigene App zu haben? „Sie ist eine Möglichkeit, mit meinen Fans in Verbindung zu bleiben und sie an allem, was ich tue, teilhaben zu lassen – inklusive der Konzerte. Während meiner Shows besteht durch die App die Gelegenheit für sie, Teil der Choreografie zu werden!“ Aber wie klingt er denn nun, der gute Marco? Letztlich wie man es erwartet – und wie man es sich nur wünschen kann: Es ist perfekter, epischer Pop, der keine Angst vor Schmalz und Kitsch hat, sondern ihn mit großer Stimme, Selbstbewusstsein und Können zeigt – man möchte sich mit seinen ganzen Körper reinlegen. Dazu kommen Uptempo-Hymnen, tanzbar und gerne mit südländischen Einflüssen. Deswegen ist seine Musik so viel mehr als guilty pleasure – einfach nur pure pleasure. •fis

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