Aufrufe
vor 9 Monaten

GAB Februar 2019

  • Text
  • Frankfurt
  • Sauna
  • Gasse
  • Szene
  • Kultur
  • Erotik
  • Stuttgart
  • Eintritt
  • Mannheim
  • Metropol

8 FRANKFURT INTERVIEW

8 FRANKFURT INTERVIEW ALTEN- UND PFLEGEHEIME ILLUSTRATION: MOHAMED_HASSAN, PIXABAY.COM, GEMEINFREI Partner beim Sommerfest zu sehen sein, ohne Angst vor Diskriminierung. FOTO: PRIVAT Es ist die Aufgabe der Einrichtung, der Leitung und der Beschäftigten, diese Atmosphäre zu schaffen und zu erhalten. Gegenüber den Bewohnerinnen und Bewohnern der Einrichtung und bei allen Handlungen muss diese Haltung immer deutlich werden. Oder, um es frei nach Goethe zu sagen, Toleranz kann nur eine vorübergehende Gesinnung sein, die zur Anerkennung führen muss. Nur Dulden heißt Beleidigen. LSBT*IQ in Alters- und Pflegeheimen: Ein Thema, das in einer Gesellschaft, in der immer mehr ältere Menschen leben, zunehmend wichtiger wird. In Frankfurt sind die Einrichtungen Julie-Roger-Haus und das Sozial- und Rehazentrum West des Frankfurter Verbandes die ersten Alten- und Pflegeheime der Stadt, die mit dem Regenbogenschlüssel zertifiziert wurden. Die aus den Niederlanden als „Roze Loper“ bekannte Zertifizierung formuliert Qualitätsstandards in der Pflege von LSBT*IQ- Menschen. Der Frankfurter Verband entschloss sich 2014 zur Zertifizierung der beiden genannten Einrichtungen und unterstützt andere interessierte Einrichtungen, die sich auf das Zertifizierungsverfahren vorbereiten. Ein Gespräch mit Peter Gehweiler vom Frankfurter Verband. *bjö Die beiden Häuser haben sich bereits vor rund 5 Jahren zum Regenbogenschlüssel entschieden. Was hat sich in den Häusern seitdem verändert? Kommen Menschen deswegen gezielt auf den Frankfurter Verband zu? Zur Vorbereitung auf die Zertifizierung und auch danach werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig zum Thema „Vielfalt“ und zu Lebenswelten von gleichgeschlechtlich liebenden Menschen geschult. Durch die dabei erworbene Sensibilisierung nehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die unterschiedlichen Bedürfnisse und Bedarfe viel deutlicher wahr und sie können hierauf – sofern möglich – individuell eingehen. Das führt bei allen Beschäftigten zu einer akzeptierenden Haltung, Peter Gehweiler die die Atmosphäre in den Einrichtungen nachhaltig prägt. Die ehrenamtlich Aktiven der „Initiative Regenbogenpflege” bereiten zum Beispiel Veranstaltungen vor und bieten sie auch selbst an. Sie beleuchten das Thema Homosexualität von unterschiedlichen Aspekten und lassen Homosexualität in den Einrichtungen sichtbar werden. Zur Frage, ob Menschen gezielt auf die beiden Einrichtungen zukommen: das kann ich nur bestätigen. Zum Teil sind dies die Kinder, die einen Pflegeplatz für ihre Eltern suchen. Zum anderen Teil sind es HIV Infizierte Menschen, die gezielt nach dem entsprechenden Wohnbereich im Sozialund Rehazentrum West fragen. Was sind die größten Herausforderungen im Bereich der Altenpflege und LSBT*IQ? Viele Einrichtungen sind ja der Meinung, dass eine allgemeine, tolerante Haltung ausreicht ... Toleranz bedeutet ja, dass etwas geduldet, etwas hingenommen wird. Die sexuelle Identität eines Menschen ist jedoch nicht nur zu dulden oder hinzunehmen. Sie ist eine Tatsache. Die lesbische Frau und der schwule Mann will und muss angenommen, also akzeptiert werden. Es reicht also nicht, eine allgemeine, tolerante Haltung in der Einrichtung zu haben, entscheidend ist, ob eine akzeptierende Atmosphäre geschaffen werden kann. Homosexualität muss genauso akzeptiert sein wie die Heterosexualität. Die lesbische Frau muss selbstverständlich von ihrer Freundin reden können und der schwule Mann Hand in Hand mit seinem FOTO: PRIVAT Der Frankfurter Verband bietet für interessierte Einrichtungen Unterstützung zur Vorbereitung auf die Zertifizierung an. Mit Mitteln des Hessischen Aktionsplans konnte der Frankfurter Verband zwei Broschüren herausgeben, die den Einrichtungen den Weg zu einer Zertifizierung leicht machen. Die Handreichung „Zum Zertifizierungsprogramm der Regenbogenschlüssel“ erläutert was der Regenbogenschlüssel ist, welche Kriterien erfüllt sein müssen, wie sich die Einrichtung auf die Zertifizierung vorbereiten kann und gibt Empfehlungen für die Vorgehensweise in der Organisation. Mit der zweiten Broschüre „Der Leitfaden Mitarbeiterschulung Regenbogenpflege” werden vier zentrale Lernfelder mit Zielen, Inhalten und hilfreichen Materialien beschrieben. „Nur Dulden heißt Beleidigen” Mit diesen Broschüren kann sich jede Einrichtung ein Bild machen und überprüfen, welche Aspekte sie schon erfüllt hat oder was noch gemacht werden muss. Wir als Frankfurter Verband finden, dass das Thema Diversity in der Ausbildung viel deutlicher hervorgehoben werden und in die Curricula aufgenommen werden muss. Der Frankfurter Verband unterstützet aber gern die Einrichtung auf dem Weg zur Zertifizierung. Ebenfalls ist Herr Christopher Erdmann gern bereit die Einrichtungen zu beraten. Mehr Infos zum Thema über www.initiative-regenbogenpflege.de und www.schwule-senioren-frankfurt.de, www.frankfurter-verband.de und www.regenbogenschluessel.de Das komplette Interview mit Peter Gehweiler gibt’s auf www.blu.fm/gab

REGION 9 MAINZ Das Bar jeder Sicht Kneipenquiz Ein Abend nicht nur für Besserwisser: Die Bar jeder Sicht lädt zum unterhaltsamen wie lehrreichen Quizabend. In fünf Fragerunden können Teams von bis zu fünf Personen gegeneinander antreten und ihre Allgemeinbildung testen. Neben Wissensfragen aus allen Themenbereichen müssen außerdem Zitate berühmten Persönlichkeiten zugeordnet werden und es gibt eine Musik- und Bilder-Raterunde. Kleine Preise winken für die Teilnehmenden – und das alles natürlich bei einem entspannten Getränk. *bjö 19.2., Bar jeder Sicht, Hintere Bleiche 29, Mainz, 9:30 Uhr, www.sichtbar-mainz.de FOTO. SALZGEBER FOTO: ROYALANWAR, PIXABAY.COM, GEMEINFREI BESUCHEN SIE AUCH UNSEREN ONLINE-SHOP feiler.de Queerfilm Kassel: Rafiki „Gute kenianische Mädchen werden gute kenianische Ehefrauen“ – das lernt Kena schon seit ihren Kindertagen: Als Mädchen und Frau hat man artig zu sein und sich dem Willen der Männer zu fügen. Auch Kenas alleinerziehende Mutter bekommt dies zu spüren: Sie wird verantwortlich dafür gemacht, dass ihr Ehemann sie wegen einer jüngeren Frau verließ. Tochter Kena ist selbstbewusst und lässt sich nichts vorschreiben – als sie sich mit der hübschen Ziki anfreundet, deren Vater ein politischer Kontrahent von Kenas Vater ist, kümmert das Gerede im Viertel die beiden Mädchen zunächst nicht; erst als sich die beiden Mädchen ineinander verlieben, müssen sie sich entscheiden zwischen vermeintlicher Sicherheit oder der Chance auf ein gemeinsames Glück. *bjö 20.2., Kleines Bali, Rainer-Dierichs-Platz 1, Kassel, 18:30 Uhr, www.queerfilm-kassel.de LUXUS IN CHENILLE UND FROTTIER FEILER Store Frankfurt Ihr Einkaufserlebnis in Frankfurt für Bad & Wohnen Öffnungszeiten: Mo - Fr 10 - 19 Uhr Sa 10 - 18 Uhr Schillerstraße 20 | 60313 Frankfurt Telefon 069 21932832 www.feiler.de | www.feiler-blog.de Find us on

Magazine

DU GEWINNST. HCV VERLIERT. KENNE DEINEN STATUS
Abrigo
blu Gesundheit 2017
After-Show-Dinner von und mit Ricardo M.
27. Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg • Programmheft
STIGMAfighter im Einsatz gegen Ausgrenzung
hinnerk August 2016
hinnerk Hamburg Juli 2016
hinnerk Bremen/Hannover Juli 2016
gab Juli 2016
blu Juli 2016
blu Mai 2015
Regionalseiten
blu.fm Webseite

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.