Aufrufe
vor 2 Jahren

GAB Dezember 2016

  • Text
  • Frankfurt
  • Szene
  • Gasse
  • Erotik
  • Friedberger
  • Sauna
  • Kultur
  • Mannheim
  • Eintritt
  • Stuttgart

FRANKFURT 6 FOTO:

FRANKFURT 6 FOTO: MAURICE FRIEDRICH Coming Out – mehr als sich selbst erkennen Interview CHRISTIAN FRANCONIERI Auch wenn sich ein Coming Out in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Akzeptanz heute meist viel einfacher gestaltet als noch vor 20 oder 30 Jahren, bleibt der eigene Prozess des Sich- Erkennens und Sich-Akzeptierens nach wie vor ein großes Stück Arbeit. Die Schwierigkeiten, die sich in der Familie, im Job, im Privatleben und nicht zuletzt auch mit sich selbst ergeben, überfordern manchmal. Der Heilpraktiker Christian Franconieri möchte mit seinem Therapie- und Coaching-Angebot und seiner eigenen Erfahrung nicht nur für mehr Ausgeglichenheit sorgen, sondern auch mehr gesellschaftliche Sensibilität für das Thema schaffen. Im Interview erklärt er warum. •bjö IHRE DEFINITION VON „OUTING“ IST WEITER, GANZHEITLICHER GEFASST ALS EIN BLOSSES „SICH SELBST ERKENNEN UND ES DER WELT MITTEILEN“; WARUM SOLLTE MAN MANCHMAL WEITER IN DIE „KLÄRUNG“ GEHEN? Meiner Meinung nach ist es heute für viele Menschen ein wichtiger Aspekt und ein großes Bedürfnis, so zu sein und leben zu können, wie sie in ihrem inneren Kern sind. Schwul- oder Lesbischsein ist ein Lebensprozess. Viele homosexuelle Menschen brauchen oft Jahre oder Jahrzehnte, dies für sich zu entdecken und um zu sich selbst zu stehen, bevor sie sich outen. Jeder wird in sein ganz individuelles Umfeld geboren mit einem eigenen Weltbild in Bezug auf Homosexualität. Je nach dem wie „veraltet“ diese Denkweise ist, ist es schwieriger sich zu finden und zu akzeptieren. Während dieses Prozesses durchläuft jeder individuell unterschiedliche Lebensphasen, die in der Tiefe unseres Kerns auf der seelischen Ebene Narben der Verletzung hinterlassen können. Das birgt Konfliktpotenzial, welches sich in unserem alltäglichen Denken, Handeln und Tun in unterschiedlichen Richtungen auswirken kann oder möglicherweise blockiert und beeinflusst. Genau an diesen Stellen möchte ich weiter in die „Klärung“ gehen, Bewusstsein schaffen und Licht ins Dunkle bringen. WELCHE PROBLEME KÖNNEN ENTSTEHEN? Für mich gibt es vier große Bereiche, in denen ungelöste Schwierigkeiten der eigenen (Homo-)sexualität viel Raum im Leben einnehmen und uns herausfordern: Das Familienleben, das Berufsleben, das Privatleben und als wichtigster Bereich das Selbst. Selbstakzeptanz, Selbstannahme und Selbstliebe sind die größten Herausforderungen. Manchmal zeigen sich Menschen nach außen sehr extrovertiert und versuchen so, ihren verletzlichen oder gar verletzten inneren Kern zu schützen. Aber auch zurückhaltende Menschen tragen viele Ängste in sich. Die Angst vor Ablehnung, sowie im Umkehrschluss das tiefe Bedürfnis nach Dazugehörigkeit. Krisen, Selbstzweifel, Schuldgefühle, Unsicherheit und mangelnde Selbstliebe können hier entstehen, bis hin zur Ablehnung des eigenen Selbst.

7 FRANKFURT WARUM IST ES SO WICHTIG, SICH ZU BEFREIEN? Es ist wichtig für die persönliche Selbstentfaltung und um in Einklang mit sich selbst zu sein. Je befreiter wir uns fühlen, desto mehr innerer Frieden, innere Leichtigkeit und Lebensfreude können wir in uns einladen und spüren. Die von mir eben beschriebenen vier großen Bereiche sind vier Wege, die uns zu unserem Kern zurückführen. Dadurch hat man die Möglichkeit, seelische Verletzungen aus der Vergangenheit loszulassen, die vielleicht bisher blockiert, behindert oder beeinflusst haben. In die „Klärung“ gehen, Bewusstsein schaffen und Licht ins Dunkle bringen um zu sich selbst zu stehen SIE SPRECHEN AUCH ELTERN VON HOMOSEXU- ELLEN AN; MIT WELCHEN PROBLEMEN HABEN SIE ZU KÄMPFEN? Eltern fühlen sich oft überfordert mit dem Outing ihres Kindes. Auch hier spielt das gelernte Weltbild in Bezug auf Homosexualität eine große Rolle. Viele Eltern wollen mit Homosexualität überhaupt nichts zu tun haben, man spricht nicht darüber, aber an Weihnachten, Geburtstagen oder anderen Familienfesten kocht dieses Thema immer wieder hoch und erinnert schmerzlich an das Problem. Es gibt allerdings auch Eltern, die ihrem Kind beim Coming-Out helfen wollen, aber nicht wissen, wie. Hier wünschen sich Eltern oft Ideen oder Impulse, wie sie Ihr Kind unterstützen und begleiten können. Wir wünschen unseren Patienten frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr. WIE BEGEGNEN SIE ALS HEILPRAKTIKER DEN PROBLEMEN? Ich arbeite mit unterschiedlichen mentalen Methoden und Werkzeugen zur Bewusstseinsentwicklung, gleichzeitig lasse ich meine eigene Erfahrung zu diesem Thema einfließen. Im Rahmen einer Einzelsitzung wird analysiert, welche unbewussten und hinderlichen Denkund Verhaltensmuster der einzelnen Lebensbereiche „über Bord“ geworfen werden können. Es ist ein ursachen- und lösungsorientiertes Arbeiten auf allen Ebenen, ein vertrauensvoller Umgang mit Empathie und Intuition meinerseits. Für mich ist es am wichtigsten, dass jeder sich so annehmen kann, sich so lieben und akzeptieren kann, wie er in seinem inneren Kern ist, um zu zeigen, wer er ist, was in ihm steckt, und was ihn einzigartig macht. Christian Franconieri, Naturheilpraxis für Körper Geist und Seele, Herderstr. 22, Frankfurt, www.naturheilpraxis-franconieri.de

Magazine

DU GEWINNST. HCV VERLIERT. KENNE DEINEN STATUS
Abrigo
blu Gesundheit 2017
After-Show-Dinner von und mit Ricardo M.
27. Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg • Programmheft
STIGMAfighter im Einsatz gegen Ausgrenzung
hinnerk August 2016
hinnerk Hamburg Juli 2016
hinnerk Bremen/Hannover Juli 2016
gab Juli 2016
blu Juli 2016
blu Mai 2015
Regionalseiten
blu.fm Webseite

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.