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gab August 2017

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FILM „Gerade schreibe

FILM „Gerade schreibe ich ein Buch über meinen Bruder“ INTERVIEW DIANE KEATON Zum Interviewtermin in Los Angeles kommt Diane Keaton genau so, wie man sie vor Augen hat: brauner Hosenanzug, gepunktetes Einstecktuch, Rollkragen-Sweater und Designer-Boots. Nur statt der Handschuhe, die sie sonst so gerne trägt, zeigt sie dieses Mal ihre in Leopardenmuster bemalten Fingernägel. Auch das Gespräch anlässlich ihres neuen Films „Hampstead Park – Aussicht auf Liebe“ (ab 24.8. im Kino) verläuft so, wie man es sich ausgemalt hat: Die 71-Jährige spricht genauso schnell und fahrig, wie man sie aus dem Kino kennt – und ist genauso amüsant. Miss Keaton, Sie sind schon lange eine Stil-Ikone. In Ihrem neuen Film „Hampstead Park“ tragen Sie wieder eine typische Kopfbedeckung. Und als Sie neulich vom American Film Institute geehrt wurden, hat sich sogar Meryl Streep extra Ihren Look verpasst, Hut und Krawatte inklusive... Das war wunderbar, nicht wahr? Ich habe sehr gelacht ... Wie haben Sie denn diesen sehr individuellen Stil eigentlich gefunden? Dass mir das gelungen ist, habe ich sicherlich meiner Mutter zu verdanken, denn die unterstützte schon sehr früh all die verrückten Ideen, die ich für meine Outfits hatte. Wir hatten nicht viel Geld, aber sie ging mit mir immer zur Heilsarmee, wo ich mich auf die Suche machte nach ausgefallenen Stoffen und Secondhand- Klamotten. Ich durfte immer aussehen, wie ich wollte, auch wenn es nicht der Norm entsprach. Sind Sie damit je auf Ablehnung gestoßen? Als Jugendliche schon. Mit 13 Jahren war ich in einer Theatergruppe für Jugendliche, bekam aber nie irgendwelche großen Rollen. Der Leiter legte mir dringend nahe, ich solle Model-Kurse belegen, denn solange ich nicht femininer aussehen würde, könnte ich mir das mit der Schauspielerei abschminken. Mich machte das furchtbar fertig, ich weinte viel. Aber meine Mutter bestärkte mich immer: Du kannst aussehen wie du willst, sagte sie, und wenn du damit mal schlechte Erfahrungen machst, dann ist es das wert. Das Letzte, was du sein willst, ist jemand, der so ist wie alle und das macht, was andere dir vorschreiben. Genau diese Einstellung hat Sie dann sicher auch zu dem Vorbild vieler Feministinnen gemacht, das Sie heute sind, oder? Ich ein Vorbild für Feministinnen? Geht da nicht Ihre Fantasie mit Ihnen durch? So viel Verantwortung will ich nicht übernehmen. Und kann es auch gar nicht. Dann müsste ich viel mehr Zeit darauf verwenden, mich viel mehr engagieren und lautstark für die Sache eintreten. Eigentlich muss ich mir das aber mal vornehmen, jetzt wo Sie mir diese freundliche Beschreibung verpasst haben. Sie sind inzwischen 71 Jahre alt, aber immer noch bestens im Geschäft. Der Gedanke an den Ruhestand ist Ihnen sicher noch nicht gekommen, oder? Nein, mir gefällt es, dass ich mich mitten in einer sehr aktiven Phase meines Lebens befinde. Ich war auch immer schon jemand, der gerne viel und hart arbeitet. Das habe ich von meinem Vater. Außerdem mache ich ja etwas, das ich liebe. Schon mit vier Jahren wusste ich, dass ich Künstlerin werden und auf der Bühne stehen will. Was diesen Traum anging, war ich immer unglaublich ehrgeizig. Der Ehrgeiz wurde mit Erfolg belohnt. Aber wenn sich doch mal ein Misserfolg einstellt – wie damals mit Ihrer Regiearbeit bei „Aufgelegt!“ –, können Sie damit gut umgehen? Nicht wirklich, wenn ich ehrlich bin. Mir macht das schon zu schaffen, auch heute noch. Zumindest für eine kurze Zeit. Zum Glück habe ich über die Jahre gelernt, wie ich solche Niederlagen auch hinter mir lassen kann. Da hat es geholfen, dass ich zu Beginn meiner Karriere ziemlich oft Absagen bekam und mich ständig bei meiner Mutter ausheulte, weil ich mal wieder nicht genommen wurde. Bis heute bin ich erst einmal am Boden zerstört, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es mir erhofft habe.

FILM Aber zumindest weiß ich mittlerweile, dass das Leben weitergeht und die nächste Chance kommen wird. Allzu lange kann die Zeit der Absagen ja nicht gewesen sein. Erinnern Sie sich noch, wann Sie zum ersten Mal das Gefühl hatten, in Ihrem Job erfolgreich zu sein? Auf jeden Fall war „Der Stadtneurotiker“ der Film, der für mich alles verändert hat. Damit wurde natürlich ein Traum wahr, und für mich waren das damals aufregende Zeiten. Aber sicherlich bis zu einem gewissen Grad auch ein wenig Respekt einflößend, einfach weil man nicht recht weiß, was einen erwartet und wie man damit umgeht. Ich empfinde das bis heute als eine seltsame Situation: Man selbst hat sich eigentlich nicht verändert, aber trotzdem unterscheidet man sich durch die öffentliche Aufmerksamkeit plötzlich von den meisten seiner Mitmenschen. Zum Glück hält sich das bei uns Schauspielern noch einigermaßen in Grenzen. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie das für Leute wie Obama oder Merkel ist, die sich nie verstecken können und ständig diese riesige Verantwortung tragen. Es gibt für mich wirklich keine schlimmere Vorstellung, als ein Weltenlenker wie die beiden zu sein. Aber ehrgeizig sind Sie auch heute noch? Im Grunde ja. Wenn ich ein Projekt habe, das mich begeistert, dann beiße ich mich daran fest. Das sind allerdings längst nicht mehr nur Filme. Gerade schreibe ich ein Buch über meinen Bruder, außerdem erscheint demnächst ein Bildband über das Haus, das ich gebaut habe. Es wird „The House that Pinterest Built“ heißen. u.a. erhältlich bei: mit dem Rabatt*-Code: KISSME *gültig bis: 30.9.2017 Ist diese Beschäftigung mit Immobilien eigentlich ein zweites berufliches Standbein? Nein, das ist schlicht und einfach mein Hobby. Und Immobiliengeschäft ist das falsche Wort, das klingt nach meinem Vater, der Makler war. Ihm ging es damals ums Geld, mir um die Ästhetik. Ich verliebe mich einfach immer wieder in alte Häuser – und die kaufe ich dann, um sie wieder auf Vordermann zu bringen. Beim ersten Mal war das noch eine totale Schnapsidee. Aber mit der Zeit habe ich viel gelernt übers Renovieren, über Architektur in Kalifornien, über Denkmalschutz. Diese Gebäude nicht nur vor dem Verfall zu bewahren, sondern sogar in kleine Prachtstücke zu verwandeln, macht unglaublich viel Spaß. CAM4.COM ES IST EINFACH GELD AUF CAM4 ZU VERDIENEN Jetzt anmelden & noch heute verdienen. Millionen Zuschauer warten auf Dich! Aber wenn eines fertig ist, verkaufen Sie es auch? Besagtes Haus, das ich gebaut habe, ist eine Ausnahme: Das behalte ich erst einmal. Die anderen verkaufe ich in der Regel. Und stürze mich dann aufs nächste. Es gab mal eine Zeit, da habe ich mit den Häusern richtig gut Geld verdient. Aber dann habe ich auch einige große Fehler gemacht und vieles wieder in den Sand gesetzt. Von daher bleibe ich meinem eigentlichen Job lieber treu. Also ist es nicht ausgeschlossen, dass Sie irgendwann noch einmal mit Woody Allen drehen werden? Oh, gute Frage. Darüber haben wir, ehrlich gesagt, schon ewig nicht mehr gesprochen, obwohl wir immer noch sehr gut miteinander befreundet sind. Aber würde das noch jemand sehen wollen? Heutzutage reißen sich doch die tollsten Schauspielerinnen um Rollen bei Woody, was ja auch kein Wunder ist, denn er schreibt einfach grandiose, vielschichtige Parts für Frauen. Das hätte diesem kleinen, Witze reißenden Komiker vor fünfzig Jahren sicherlich niemand zugetraut. *Interview: Jonathan Fink DIE GRÖSSTE GAY WEBCAM COMMUNITY IM INTERNET

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