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GESUNDHEIT FOTO:

GESUNDHEIT FOTO: CC0/PUBLIC DOMAIN PRÄVENTION Wir haben den Traum, dass eines Tages ... ... niemand mehr an Aids erkrankt. „Wir“, das sind unter anderem das „Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS“ (UNAIDS) und die Deutsche AIDS-Hilfe. Konkret soll dieses Ziel weltweit bis 2030 erreicht sein, in Deutschland bereits 2020. Was bedeutet das und was muss getan werden? KEIN AIDS MEHR Bis heute erkranken in Deutschland jährlich noch immer rund 1.000 Menschen aufgrund der erworbenen Immunschwäche. Trotz bestem medizinischem Versorgungsumfeld, trotz jahrzehntelanger Aufklärung. Wichtig ist es zu verstehen, dass damit tatsächliche Ausbrüche von durch Aids bedingten Krankheitsbildern gemeint sind. Also teilweise schwere bis lebensbedrohliche Schädigungen des Körpers. Diese endgültig zu verhindern, ist das Ziel der aktuellen Kampagnen von UNAIDS und den Aidshilfen. WARUM GIBT ES AIDS NOCH? Ein kleiner werdender Teil der queeren Communitys erinnert sich noch an Zeiten, in denen die Krankheitsund Leidensbilder von Aids allgegenwärtig waren und allzu häufig tödlich endeten. Viele jüngere Menschen wissen wahrscheinlich gar nicht mehr, was Aids ist und was es von der HIV-Infektion unterscheidet. Das Schutz- und Testverhalten ist, zumindest in der schwulen Szene, sehr hoch, weshalb auch die Zahl der Neuinfektionen relativ stabil bleibt. Rund 3.200 Menschen haben sich im letzten Jahr mit HIV infiziert – bei Männern, die Sex mit Männern haben sind es 2.200, sagt das Robert-Koch Institut. Aber: Rund 12.000 Menschen tragen das HI-Virus in sich und wissen nichts davon. Sie sind die Hauptgruppe derer, denen Aids droht. Ihre Infektion wird oft erst dann entdeckt, wenn sie krank sind. WIE KANN AIDS BEENDET WERDEN? Um weitere Krankheitsfälle zu verhindern, sind mehrere Stellschrauben in unserem Präventions- und Gesundheitssystem vorhanden, andere müssen noch hinzugefügt werden. Der Überblick: FOTOS (PILLEN): CHRISTIAN KNUTH KONDOME Nach wie vor die einfachste und günstigste Lösung, eine eigene Ansteckung mit HIV und eine Weitergabe des Virus zu verhindern. Solltest du immer dabeihaben. TEST Wenn 12.000 Menschen nicht wissen, dass sie HIV-positiv sind, heißt das, dass das Bewusstsein sexuell aktiver Menschen, sich anstecken zu können, nicht groß genug ist. Denn eigentlich sollte ein vernünftig anal-(vaginal-)verkehrender Mensch wissen, dass selbst bei bestem Schutz ein Restrisiko bleibt. Einmal im Jahr zum Test sollte drin sein! Um die Testzahlen zu erhöhen, muss das Gesundheitssystem dafür sorgen, dass jeder und jede jederzeit die Möglichkeit hat, sich kostenlos untersuchen zu lassen. www.macht-doch-jeder.de HEIMTEST Bisher in Deutschland verboten, in anderen Ländern wie Frankreich, Großbritannien und den USA erlaubt: Der HIV-Test für zu Hause. Lange waren diese Tests nicht zuverlässig und Organisationen wie die Aidshilfen warnten vor dem Gebrauch, auch weil Menschen bei positiver Diagnose eventuell unter Schock stehen und alleine, ohne fachliche Beratung, unüberlegte Dinge tun. Da aber, wie einleitend erklärt, ein positives Testergebnis heute bei

weitem nicht mehr so katastrophal aufgenommen werden muss und eine neue Generation von Heimtests mit hoher Zuverlässigkeit zur Verfügung steht, haben Aidshilfen, die deutsche Aidsgesellschaft (DAIG) und die Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (dagnä) für eine Freigabe der Heimtests plädiert. Am 9. Mai kündigte das zuständige Bundesgesundheitsministerium eine Überprüfung an. THERAPIE Es gibt keinen guten Grund, sich nicht behandeln zu lassen, wenn ein positives Testergebnis vorliegt. Eine Therapie mit modernen Medikamenten verhindert Aids und ermöglicht eine nahezu gleiche Lebenserwartung wie die eines Nichtinfizierten. Und bevor das Wort „nahezu“ jetzt zu Überlegungen führt: Keine Therapie anzufangen resultiert fast garantiert in einer geringeren Lebenserwartung. Weiterer positiver Nebeneffekt: Die Therapie bewirkt, dass du nicht mehr ansteckend bist. Du kannst niemanden mehr infizieren. Sex mit einem Menschen, bei dem die Viruslast unter der Nachweisgrenze ist, ist Safer Sex, der Neuansteckungskreis wird unterbrochen. PREP Das aus nicht rationalen Gründen am heißesten diskreditierte Tool im Präventionskoffer. „Sollen die Schlampen doch Kondome nehmen“ ist eine der harmloseren Statements zur Prä-Expositions- Prophylaxe (PrEP), also der Einnahme einer Tablette, die eine Infektion mit HIV statistisch sicherer verhindert als das Kondom. Die Weltgesundheitsorganisation hat die PrEP in die Liste der „unentbehrlichen Arzneimittel“ aufgenommen, was bedeutet, dass sie im Idealfall in ausreichender Menge zu günstigen Preisen und guter Qualität weltweit verfügbar sein sollte. In Gegenden, in denen die PrEP bereits flächendeckend eingesetzt wird, sind Rückgänge der HIV-Neuinfektionen von bis zu vierzig Prozent beobachtet worden. Länder wie Frankreich, Norwegen, Belgien, Schottland oder Brasilien haben die PrEP inzwischen in ihren Leistungskatalog der Gesundheitsversorgung aufgenommen, sprich, sie kostenlos verfügbar gemacht. In Deutschland ist zurzeit nur eine Verschreibung auf eigene Kosten (800 Euro im Monat) oder der Bezug über den Schwarzmarkt möglich. Gerade der letztere Weg birgt Risiken, weil die PrEP nur zusammen mit einer medizinischen Begleitung (regelmäßige HIV-Tests, Blutwerte, u. v. a. m.) zu empfehlen ist. Einige Parteien wie SPD, FDP und Grüne wollen die PrEP für Risikogruppen ebenfalls kostengünstig bzw. kostenfrei zur Verfügung stellen. DER TRAUM KANN WAHR WERDEN. Wenn alle Bausteine dieses Präventionskoffers mit aller Kraft und ohne sexualfeindliche Vorbehalte vertreten und umgesetzt werden, ist das Ziel eines Deutschlands ohne Aids erreichbar. Selbst eine Reduzierung der Neuansteckungszahlen auf ein Minimum von vielleicht nur noch dreistelligen oder sogar zweistelligen Zahlen scheint möglich. Frei nach Jean-Luc Picard: Machen sie es so! *Christian Knuth FOTO: CC0/PUBLIC DOMAIN Finden Sie Ihren passenden Partner über TESTSIEGER 20% CSD-Rabatt Jetzt Rabatt einlösen auf gay.parship.de/csd

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