Aufrufe
vor 1 Jahr

gab August 2017

  • Text
  • Sauna
  • Frankfurt
  • Szene
  • Friedberger
  • Gasse
  • Erotik
  • Stuttgart
  • Kultur
  • Mannheim
  • Metropol

16 STUTTGART INTERVIEW

16 STUTTGART INTERVIEW FOTO: WWW.ELK-WUE.DE PRÄLATIN GABRIELE ARNOLD Gabriele Arnold wurde 1961 in Stuttgart geboren, hat in Tübingen, Mainz und Berlin evangelische Theologie studiert und in Laichingen und Berlin ihr Ausbildungsvikariat gemacht. Nach Pfarrstellen in Hengstfeld und Stuttgart war sie seit 2009 geschäftsführende Pfarrerin in Bad Mergentheim. Gabriele Arnold engagierte sich auch über ihre Kirchengemeinde hinaus. 2017 sorgte ihre Rolle beim CSD Stuttgart für Aufsehen. Wir fragten nach. Welche Botschaft wollen Sie mit Ihrer Schirmherrschaft an Kirche, Gesellschaft und LSBTTIQ- Community senden? Vor 500 Jahren begann mit der Reformation ein ganz entscheidender Perspektivwechsel, der die Kirche, aber auch die mittelalterliche Gesellschaft zutiefst verändert hat. Daran erinnern wir uns in diesem Jahr und feiern die Reformation. „… da ist Freiheit“ – so lautet das Motto des Reformationsjubiläums in der württembergischen Landeskirche. Damit dieser Satz aus dem Neuen Testament aber nicht nur ein frommer Wunsch ist, sind wir alle immer neu gefordert. Der Geist der Freiheit gibt Vorurteilen und Ausgrenzung keinen Raum. Er ermutigt uns, vorgefasste Denkmuster und Einstellungen infrage zu stellen. So wie Martin Luther das in Bezug auf den Glauben und die Beziehung der Menschen zu Gott und damit immer auch zu den anderen gedacht und gelebt hat. Der CSD passt hervorragend zu diesem Motto der Landeskirche, denn auch in der Kirche wurden Lesben, Schwule und LSBTTIQ ausgeschlossen oder verachtet, und viele lesbische und schwule Christen mussten sich verstecken und ihre Sexualität verleugnen. Nicht wenige haben „Der Geist der Freiheit gibt Vorurteilen und Ausgrenzung keinen Raum“ deshalb die Kirche verlassen. Das tut mir sehr leid. Aber es tut sich etwas. Für den Perspektivwechsel und den Geist der Freiheit gegen Vorurteile und Verschweigen, Weggucken und Doppelmoral fanden und finden sich viele Unterstützerinnen und Unterstützer in vielen Teilen der Gesellschaft und damit auch der Kirche. Schon im Jahr 2000 wurde eine Studie („Gesichtspunkte im Blick auf die Situation homosexueller kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“) der württembergischen Landeskirche veröffentlicht in der es unter anderem heißt: „Die Kirche muss deutlich machen, dass entgegen früheren Verhaltensweisen und Vorbehalten auch homosexuelle Menschen fraglos zu unserer Kirche gehören und dieselbe Liebe und Zuwendung Gottes empfangen wie alle anderen Mitglieder der Kirche auch.“ „Unsere württembergische Landeskirche anerkennt, dass sie an der Diskriminierungs- und Verfolgungsgeschichte homosexueller Menschen einen Schuldanteil zu übernehmen hat. Sie ist sich bewusst, dass manche Schwule und Lesben durch belastende Erfahrungen in der Kirche in schwere Lebens- und Glaubenskrisen geraten sind. Sie bittet alle Schwulen und Lesben, an denen sie schuldig geworden ist, um Vergebung.“ „Die Landeskirche bringt zum Ausdruck, dass die gemeinsame Zugehörigkeit von Homo- und Heterosexuellen zur Kirche keine Bedrohung, sondern Bereicherung ist.“ Ungewöhnlich scharf haben manche Kreise auf Ihre positive Haltung und Akzeptanz sexueller Minderheiten reagiert. Was entgegnen Sie Ihren Kritikern? Gerade Menschen, die dem CSD kritisch gegenüberstehen, will ich ermutigen, sich auf einen Perspektivwechsel einzulassen. Wir müssen den Perspektivwechsel miteinander einüben. Miteinander werden wir überlegen: Wie kann es gelingen, dass Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen miteinander reden statt übereinander? Wie können wir lernen, den anderen, die andere mit ihren eigenen Erfahrungen ernst zu nehmen und wertzuschätzen? Wie schaffen wir ein Klima der Akzeptanz und nicht der Intoleranz? Diese Fragen bewegen uns im Hinblick auf viele gesellschaftliche Themen. Ich bin froh, dass der CSD hier seinen Beitrag leistet. Wann und wie kann eine Gleichstellung lesbischer und schwuler Paare in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg folgen? Lesben und Schwule können in unseren kirchlichen Ämtern – Haupt und Ehrenämtern – arbeiten. Es gibt Gemeinden, in denen lesbische und schwule Pfarrer/innen mit ihren Partner/innen im Pfarrhaus leben. An der Frage der Segnung arbeiten unsere synodalen und kirchenleitenden Gremien. Auch in vielen Gemeinden finden Gespräche darüber statt. *Interview: Frater Franziskus, www.rogatekloster.de

STUTTGART 17 FOTO: ANDRÉ BRIBET Vormerken: Chicken Night Da fliegt der Kamm: Zur schönen Tradition des Cannstatter Herbst-Wasen gehört die Chicken Night des Sportvereins Abseitz im Festzelt Göckelesmaier. Bei der schwul-lesbischen Bierzeltsause geht‘s zünftig zu: Die Grumis spielen garantierte Mitklatsch-Nummern und neben den Abseitz- Sportlern und Sportlerinnen feiern die Stuttgarter Bären an diesem Abend den Abschluss ihres jährlichen, überregionalen Bärentreffens. *bjö 24.9., Festzelt Göckelesmaier, Cannstatter Wasen, Stuttgart, 18 Uhr, www.abseitz.de, www.goeckelesmaier.de Anders mieten. Anders leben. Anders arbeiten. (Werde Teil der Sixt-Familie) G.O.K. Menarea Vor einigen Monaten musste sich die G.O.K.- Bar von ihren Fans verabschieden. Michael und Lothar sind aber weiterhin aktiv: Im Blue Box Erotik Kino finden die regelmäßigen Motto- Partys des G.O.K. statt. Jeden ersten Freitag im Monat gibt’s zum Beispiel eine allgemeine „Schnupperparty“ mit jeder Menge Freibier und DJ Micha an den Decks, am zweiten Freitag steigt die Underwear-Party, am zweiten www.sixt.jobs Samstag die Naked-Party. sx18036_AZ_CSD_GAB_RZ.indd 1 23.06.17 08:56 Über die G.O.K.-Website kann man sich einen Flyer-Coupon ausdrucken, mit dem man für die G.O.K.-Events ermäßigten Eintritt inklusive eines kleinen Mindestverzehrs sowie ein Freigetränk erhält. Party on! *bjö 4., 11., 12., 19. und 25.8., G.O.K. in der Blue Box, Steinstr. 15, Stuttgart, 21 Uhr (Kino öffnet um 20 Uhr), Infos und Coupon über www.gok-stgt.de Sommerfest der AIDS-Hilfe Stuttgart Seit drei Jahren lädt die AIDS-Hilfe Stuttgart im Monat nach den CSD-Feiern zu einem feinen Sommerfest. Mit Bierbänken, Musik sowie einem Info- und Gastro-Stand wird im Haus sowie vor dem Gebäude in der Johannesstraße gefeiert. Das Fest ist zum einen ein Tag der offenen Tür um die Arbeit der AIDS-Hilfe kennen zu lernen. Zum anderen ist es auch das Dankeschön für alle Helfenden und Unterstützenden. *bjö 25.8., AIDS-Hilfe, Johannesstr. 19, Stuttgart, 16 – 22 Uhr, www.aidshilfe-stuttgart.de FOTO: USCHI DREIUCKER / PIXELIO.DE HÄUSLER AUTOMOBILE GMBH (H) Am Kirchplatz 41 – 43 • 65779 Kelkheim Tel.: 06195/979630 • Fax: 06195/979659 www.haeusler-automobile.de

Magazine

gab Juli 2016
hinnerk Hamburg Juli 2016
blu Juli 2016
hinnerk Bremen/Hannover Juli 2016
Regionalseiten
blu.fm Webseite

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.