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blu September 2018

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FILM FOTOS: LES FILMS

FILM FOTOS: LES FILMS D’ANTOINE / COIN FILM / TOPRAK FILM / BRADLEY SECKER KINO Mr Gay Syria Zwei schwule syrische Männer versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen, nachdem sie gezwungen waren, ihr Heimatland zu verlassen. Husein ist ein Friseur, der in Istanbul gestrandet ist, Mahmoud setzt sich in Berlin für LGBTIQ*-Rechte ein. Was die beiden verbindet, ist der verrückte Traum, am internationalen Schönheitswettbewerb „Mr Gay World“ teilzunehmen und so einem Leben in Unsichtbarkeit zu entfliehen. Die beiden Protagonisten dieser Dokumentation von Ayşe Toprak stammen aus Syrien, mussten ihre Heimat aber verlassen und leben nun im Ausland. Ihre Lebensentwürfe sind sehr unterschiedlich: Husein (24) stammt aus Aleppo, ist Friseur und konnte mit seinen Eltern, seiner Frau und der zweijährigen Tochter nach Istanbul entkommen. Dort hat er sich als Schwuler geoutet und lebt nun ein Doppelleben, von dem seine Familie – die er nur am Wochenende sieht – aber nichts weiß. Mahmoud (40) stammt aus Damaskus, ist Journalist und Gründer des ersten syrischen Schwulen-Blogs. Nachdem er seine Heimat verlassen musste, beantragte er in Berlin politisches Asyl und arbeitet dort jetzt bei einer Schwulenberatung. Was die beiden verbindet, ist eine fixe Idee: Sie möchten beim internationalen „Mr Gay World“-Wettbewerb auf Malta teilnehmen. Ihre Motivationen dafür sind unterschiedlich. Während Mahmoud als LGBTIQ*-Aktivist mit einer internationalen Kampagne schwulen Moslems international mehr Sichtbarkeit verschaffen möchte, ist die Teilnahme für Husein ein möglicher erster Schritt nach Europa. Er sehnt sich sehr danach, in einer Gesellschaft zu leben, die ihn so akzeptiert, wie er ist. In jedem Falle wäre eine Teilnahme eines der beiden Männer die erste Teilnahme eines Arabers aus dem Nahen Osten an einer derartigen öffentlichen Veranstaltung. Die türkische Filmemacherin Ayşe Toprak begleitete die beiden Männer über ein Jahr lang in Istanbul und Berlin. Es entstand ein authentischer, humorvoller und eindrucksvoller Film über Homophobie, die Kluft zwischen westlicher und muslimischer Welt, die Freude am Verlieben und die verheerenden Folgen der Flüchtlingskrise. Es geht um Mut, Kraft, Durchhaltevermögen und Humor, wobei sich der „Mr Gay World“- Wettbewerb wie ein roter Faden durch den Film zieht. Gerade im Kontext der großen menschlichen Tragödie der Flüchtlingskrise zeigt der Film, dass Menschenrechte für alle gelten müssen, egal ob schwul, lesbisch, transgender oder was auch immer. Wichtig! *am DVD Wie queer ist der denn? Auf den ersten Blick denkt man womöglich, dass dieser Film – so liebevoll, überraschend brutal und witzig er auch sein mag – nicht sonderlich queer ist. Dabei wird bei diesem Film (auch) an allerlei Geschlechterstereotypen gerüttelt. Die Kaninchendamen in „Peter Hase“ sind alle emanzipiert und keine Kaninchenbau-Prinzessinnen, die Igel-Lady mitunter eine mutige Kämpferin und das Schwein eine Diva im Cis-Eberkörper. Vielfalt eben. Die Geschichte ist folgende: Kaninchen essen gerne das Gemüse aus dem Garten vom Landhäuschen. Das hat aber einen neuen Besitzer. Und der will nicht teilen. Er will und wird kämpfen! Und dann kommt noch die Liebe ins Spiel ... zwischen Mensch und Mensch, Karnickel und Karnickel und und ... *rä

DVD Überleben in Neukölln Filmemacher und Szenelegende Rosa von Praunheim widmete sich in seinem Film „Überleben in Neukölln“ einer anderen Legende: Juwelia Soraya. Die Punk-Dragqueen betreibt in dem Berliner „Problemkiez“, jenem von der Szene und der Welt lange stiefmütterlich behandelten Neukölln, eine queere Galerie samt Showabenden. Seit etwa fünfzehn Jahren ist dieser Teil Berlins aber absolut angesagt, es kamen die Hipster, die Partys und 2013 sogar Berlins größer Szeneklub, das SchwuZ. Juwelia war eine der ersten Queers, die es dort wagten, sichtbar zu sein. Auch davon erzählt der Film. Ein Zeitzeugnis, seit August im Handel. *rä www.missingfilms.de FOTO: MISSINGFILMS.DE DVD Garten der Sterne Der Film mit u. a. Zazie de Paris erzählt vom buntesten Friedhof Deutschlands. Hier, auf dem evangelischen Alter St.- Matthäus-Kirchhof Berlin ruhen die vielen Männer, die an AIDS gestorben sind. Ein Stück queerer Geschichte! Und hier duftet es auch lecker nach hausgemachten Kuchen und Torten, da sich dort auch das Café finovo von Polit-Tunte Ichgola Androgyn befindet. Eine queere Institution auf dem Gelände eines 1856 eröffneten Friedhofs, auf dem die Brüder Grimm bestattet sind. Ichgola Androgyn ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Berliner Schwulenbewegung. 1987 gründete Ichgola mit befreundeten Krankenpflegern den HIV e. V., um Aidskranke zu betreuen, 1990 organisierte sie ein Benefiz für Pluspunkt e. V., die erste Aids-Selbsthilfegruppe im Ostteil Berlins. Bis 2014 war Ichgola zudem Mitglied des von ihr 2009 mitgegründeten Theaters O-TonArt in der Kulmer Straße. Diesen Film sollte man haben. *rä www.missingfilms.de Finden Sie Ihren passenden Partner über Jetzt parshippen

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