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blu September 2018

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14 PARTY „sevgiyle*

14 PARTY „sevgiyle* saygıyla* love* respect* Liebe* Respekt*“ NACHGEFRAGT FOTO: FERHAT TOPAL IPEK İPEKÇIOĞLU Ihre Tracks kennt man aus der Klubwelt, etwa von „Gayhane“ in Berlin oder von der Hamburger „Gay-Orient-Kitchen“. Aber auch von dem angesagten Label Katermukke, ihre „Uyan Uyan EP“ führte lange die Beatport-Charts an. Ipek ist eine der wichtigsten und einflussreichsten Musikmischerinnen (nicht nur) der Szene. Für uns hatte sie etwas Zeit. Vorweg: DJ oder DJane? DJ. Das ist ja ein genderneutraler Begriff. Früher nannte ich mich DJane, ganz bewusst, Stichwort Visibility für weibliche DJs. Aber das hat auch immer so etwas von einer heterosexuell geprägten Verniedlichung, es erinnert zudem an Tarzan & Jane ... Jetzt ganz bewusst: DJ. Du bist ja nicht nur DJ, du produzierst auch Musik. Verrate mir mehr davon. Als DJ Ipek lege ich eher aus dem Middle East und dem Orient beeinflusste, traditionelle und Folk- bis hin zu elektronischer Musik auf und nenne diese Mischung „Eklektik BerlinIstan“. Als İpek İpekçioğlu produziere und remixe ich elektronische Musik: von Deep House bis Techno, aber immer mit Ethno-Folk-Elementen, sei es aus dem Balkan oder Orient. Worauf kommt es dir bei deiner Musik denn an? Ich tanze total gerne und produziere unter anderem auch Dance-Tracks. Mit meiner Musik will ich der eher etwas kalten elektronischen Musik Wärme geben, aber auch den Sprachen und Tönen aus dem Middle East, die wir hier auch sprechen, Gehör verschaffen. Daher arbeite ich auch viel mit Folk-Musikern und Sängerinnen zusammen, die dann auch zu mir ins Studio kommen. Ich verarbeite und zitiere auch sehr gerne sozialkritische Gedichte und die damit verbundenen Messages wie zum Beispiel bei dem alevitischen Dichter Pir Sultan Abdal, etwa bei der „Uyan Uyan EP“ (übersetzt: „Wach auf“). Gibst du denen vor, was sie zu singen haben? Ein Stück weit schon. Ich habe ja eine Idee davon, wohin ich mit dem Track will, ob er melancholisch oder fröhlich werden soll. Sie haben aber sehr viel Freiraum und können viel Input geben und den Track mitgestalten. Hast du schon negative Erfahrungen gemacht, dass du mit einem Künstler oder einer Künstlerin wirklich gerne zusammengearbeitet hättest, deine Sexualität aber im Weg stand? Göttin sei Dank noch nicht! Ich arbeite mit besonderen Künstler_innen+*n, die durchaus auch einen sozialkritischen, bewegten Background haben. Mit Homophoben, Sexisten würde ich gar nicht arbeiten wollen. Ich arbeite auch viel mit cis-männlichen Musikern zusammen. Homophobie ist mir bei meiner musikalischen Arbeit noch nicht begegnet. Wenn du ein Set planst, wie gehst du vor? Ich informiere mich vorher, was das für ein Klub ist, was für ein Festival, die inhaltliche und musikalische Richtung, wer mit mir auflegt oder auftritt, wann ich dran bin ... Ich lege sehr spontan auf, gehe darauf ein, wie ich mich mit den Leuten fühle, was SIE fühlen. Wichtig ist mir, dass die Leute eine gute Zeit haben und wir über die Musik miteinander kommunizieren. Das SO36 wird dieses Jahr 40, was verbindet dich mit dem Klub? Ich bin seit über zwanzig Jahren Resident-DJ bei der „Gayhane“, im SO36 wurde ich als DJ geboren! Da habe ich 1994 überhaupt zum ersten Mal aufgelegt! Das SO36 ist ein wirklich großer Teil meines Lebens und ich bin glücklich, ein Teil des SO36 zu sein. Worauf freust du dich im Herbst? Auf meine Reisen! Ich werde viel unterwegs sein, im Iran, in der Türkei, in Budapest – und ich gebe Workshops in Pittsburgh zum Thema Hybrid Identity. *Interview: Michael Rädel www.djipek.com

PARTY 15 JUBILÄUM AMANDA LEAR 1978 erschien eines der wichtigsten Euro- Disco-Alben mit queeren Anklängen. Und das wird bis heute gespielt. „Sweet Revenge“ von Amanda Lear kennt man vor allem wegen der Hits „Follow Me“, „Gold“ und „Enigma (Give a Bit of Mmh to Me)“ und wegen des Covers, das Amanda mit Peitsche und in Leder zeigte. Zu jener Zeit durchaus eine Provokation, ohnehin erregte die damals schon 39 Jahre alte Diva die Gemüter mit der Debatte um ihr „wahres“ Geschlecht. Jahrzehnte vor der öffentlichen Genderdiskussion haftete Transsexuellen, Dragqueens und Transvestiten ohnehin immer etwas Verruchtes an. Die LGBTIQ*-Szene hatte noch viel zu erreichen! „Sweet Revenge“ war Amanda Lears zweites Album, nachdem sie zuvor mit der LP „I’m a Photograph“ und Hits wie „Tomorrow“, „Blood & Honey“ und „Queen of China-Town“ in Europa und Asien abgeräumt hatte. Produziert wurde das Album, wie auch der Vorgänger und die erfolgreichen Nachfolger, von Anthony Monn. Thematisch nahm man sich auf der A-Seite in einem etwas melancholischen Nonstop-Disco-Mix des Faust-Themas an: die Versprechen des Teufels, das Nachgeben, das Sündigen, die Reue. Die B-Seite bot recht unterschiedliche Kost: Glam Rock, Disco und Pop. Hochwertigste Orchestrierung, satte Beats, viel Synthesizer (Moog!) und seine stilistische Vielfalt machen „Sweet Revenge“ bis heute zu einem in der Klubwelt gern eingesetzten Album, 2017 lief es zum Beispiel in fast voller Länge bei einer Modenschau auf der Berlin Fashion Week! Sollte man sich gönnen, wenn man Disco mag. *rä 1.9., bump!, SchwuZ, Rollbergstr. 26, U Rathaus Neukölln, 23 Uhr, www.schwuz.de Infektiologie Ärzteforum Seestrasse Tel.: 030 . 455 095 - 0 Fax: 030 . 455 095 - 22 praxis@infektiologie-seestrasse.de Seestraße 64 13347 Berlin Eingang: Oudenarder Straße Ecke Seestraße Medizinisches Versorgungszentrum Schwerpunktpraxis für HIV/AIDS, Infektiologie, Hepatologie, Suchtmedizin, Hausärztliche Versorgung Ab Oktober begrüßen wir in unserem Team: Dr. Luca Stein Priv. Doz. Dr. med. Wolfgang Schmidt Luca Schifignano Dr. med. Marcos Rust Manfred Stündel Dr. med. Isabel Trebesch www.infektiologie-seestrasse.de

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