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blu Oktober 2018

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10 STADTGESPRÄCH FOTO:

10 STADTGESPRÄCH FOTO: M. RÄDEL WIEGENFEST Vier Jahrzehnte Eisenherz Der queere Buchladen in der Motzstraße wird im Oktober 40 Jahre alt – blu gratuliert. 1978: Es entwickelte sich in Berlin WIEDER eine sichtbare schwule Szene. Mann traute sich, schwul zu leben. Nicht umsonst ist der Uralt-Spruch „Du bist verrückt mein Kind, du musst nach Berlin“ entstanden (verrückt = nicht heteronormativ lebend). Angefangen hatte alles natürlich schon ein paar Jahre früher, auch seit Rosa von Praunheims 1971er-Filmmeilenstein „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ Bewegung in die Szene brachte. Es gab Cafés, Partys, Bars und mit dem „Prinz Eisenherz“ dann auch einen Buchladen – gegründet von einem Kollektiv aus Queerdenkern, Querdenkern und Künstlern. Roland vom Eisenherz-Team erinnert sich: „Wie war das alles damals ... Zum Beispiel Kohleofen im ersten Ladenlokal, die Akzeptanz der Verlage einem schwulen Buchladen gegenüber hielt sich in engen Grenzen, wöchentliche Kollektivsitzungen ... Anfang der 80er-Jahre gab es einen Auf- und Umschwung in der schwulen Literatur, in den USA erschienen die Werke von David Leavitt, in Deutschland das legendäre Buch von Matthias Frings und Elmar Kraushaar ,Männer.Liebe.’ welches eine Zeitenwende widerspiegelt, ein neues Selbstbewusstsein, das sich auch in der Literatur niederschlug. Eine heftige Zäsur bedeutete dann das Aufkommen von AIDS, auch dies fand sich ebenfalls in der Literatur wieder, aber vor allem natürlich auch in unserem realen Leben.“ Und heute? „Die wahrscheinlich aktuellste Herausforderung sind das Internet und Internetkaufhäuser, dies geht auch nicht an unserem Laden spurlos vorbei.“ Heute geben sich Stars wie Ralf König im Eisenherz die Ehre, es gibt Lesungen – und amazon zum Trotz – reges Leseratten-Treiben und genug Umsatz, um als traditioneller Buchladen leben und damit Berlin zu bereichern und queeren Autoren eine Plattform zu geben. Das ist schön und das wird am 21.10. ab 17 Uhr im Ratskeller vom Rathaus Schöneberg (John-F.-Kennedy- Platz 1) gefeiert. Achtung: Karten sind nur in einer begrenzen Anzahl erhältlich. Auf die nächsten 40 Jahre! *rä Eisenherz, Motzstr. 23, www.prinz-eisenherz.com FOTO: S. IHLENFELD TRAVESTIE „Fly, Edith, Fly“ Na, welcher Disco-Klassiker von 1975 inspirierte Biggy van Blond, Ades Zabel und Team zu diesem Titel? Die Story dieses Neuköllnicals ist so amüsant wie abgedreht: Edith Schröders beste Freundin, die oft mosernde Kiezkneipenwirtin Jutta Hartmann (Bob Schneider), ist auf die RTL-Ferieninsel Mallorca ausgewandert und hat dort keck „Jutta’s Stadl“ eröffnet. Und während sich die resolute Jutta bei Drinks, Suff und Sonne von abgehalfterten Schlagerstars und Prolls feiern lässt, wird Edith (Ades Zabel) im heimatlichen Neukölln von all den Influencern und Hipstern gedisst, die sich in Juttas alter Kneipe breitgemacht haben. Es ist schlimm. Einfach schlimm. Wie ein blonder Engel kommt da Leggingsboutique-Besitzerin Biggy (Biggy van Blond) reingeflattert und macht Edith ein Angebot, das nach Erlösung von all dem Leid klingt: Die Verzweifelte soll als Testerin im BER arbeiten. Klar macht sie das! Wie immer schießt Edith aber übers Ziel hinaus, gründet eine Fluglinie und versucht, Jutta heimzuholen. Heimat Berlin und so. #GRANDIOS *rä Ab dem 3.10., „Ades Zabel & Company: Fly, Edith, Fly – Vom Ballermann zum BER“, BKA Theater, Mehringdamm 34, U Mehringdamm, www.bka-theater.de

COMEBACK Lennart, Florian und Martin Ein Trio, das du sicherlich kennst, wenn du dich für Technolektro interessierst. Zusammen sind sie SONO – und jetzt sind sie wieder am Start. 2018 präsentieren die Kerle ihr sechstes Studioalbum: „Human“. Und das ist kompromissloser als die Vorgänger. Lennart A. Salomon (Gesang, Gitarre), Florian Sikorski (Keyboards) und Martin Weiland (Keyboards, DJ) machten genau das, worauf sie Lust hatten. Keine Anbiederungen an Größen wie David Guetta oder Calvin Harris, kein Wiederaufwärmen alter Erfolgskonzepte (u. a. mit „Keep Control“ führten SONO einst die US Dance Charts an), einfach neue, auf die essenzielle Struktur reduzierte Tracks. Und die präsentieren sie ab Mitte Oktober auch live! *rä TOURDATEN 11.10. Hamburg, Mojo 12.10. Leipzig, Moritzbastei 13.10. Berlin, Frannz Club 24.11. Frankfurt, Das Bett 29.11. Oberhausen, Kulttempel 30.11. Dresden, Eventwerk 1.12. Erfurt, Club From Hell 10.8.2019 Hildesheim, M’era Luna Festival AVANTGARDE Lee Bul: Crash Intensive Reflexion historischer und politischer Diskurse. Angesiedelt zwischen Performance- und Installationskunst ist das Werk der koreanischen Künstlerin Lee Bul, das bis 2019 in Berlin zu sehen sein wird. Es ist ihre erste Einzelausstellung in Deutschland – und eine ungewöhnliche Sache. Die umfassende Werkschau lässt via Erlebnisparcours und experimentellen Ausstellungsstücken die Kunst ganz nah an den Betrachter ran. Ihre Kunst ist auch von ihrer Heimat Korea beeinflusst: Südkorea auf der einen Seite, mit seiner Entwicklung von einer Militärdiktatur zur Demokratie, Nordkorea auf der anderen Seite mit seinem „Rocket Man“ und all dem Leid. *rä 29.9.2018 – 13.1.2019, Lee Bul: Crash, Niederkirchnerstr. 7, Berlin, www.gropiusbau.de Foto rechts: Lee Bul, „Untitled (Cravings Red)“, 2011 (Rekonstruktion der Arbeit von 1988), Stoff, Faser, Füllung, Holzrahmen, Edelstahlkarabiner, Edelstahlkette, Acrylfarbe, 180 x 158 x 130 cm, Foto: Jeon Byung-cheol, Foto Courtesy: Studio Lee Bul Foto unten: Lee Bul, „Cravings”, 1989, Performance, Jang Heung, Korea, Foto Courtesy: Studio Lee Bul

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