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blu Mai / Juni 2019

GESUNDHEIT INTERVIEW

GESUNDHEIT INTERVIEW Schlau zu HIV mit Dr. Heiko Jessen Heiko Jessen ist einer der profiliertesten forschenden Ärzte im Bereich HIV. Der erste Berliner Patient, der seit 1996 ohne eine antiretrovirale Therapie lebt und dennoch keine nennenswerte HI-Viruslast hat, stammt aus seiner Praxis Jessen2 + Kollegen in Berlin-Schöneberg (www.praxis-jessen.de). Der richtige Ansprechpartner also, wenn es um angebliche Heilung von HIV und die Einschätzung der Langzeitfolgen einer modernen HIV-Therapie geht. Wir trafen uns zum Gespräch. Vor kurzem wurde in den Medien darüber berichtet, dass erste Patienten durch eine Stammzelltransplantation von einer HIV-Infektion geheilt wurden. Provokativ gefragt: Ist eine Heilung auf diese Weise erstrebenswerter als die lebenslange Behandlung mit der modernen Antiretroviralen Therapie? Nein. Die Stammzelltherapie ist extrem aggressiv. Durch Bestrahlung und Chemotherapie wird das gesamte Immunsystem des Patienten zerstört. Selbst wenn man das überlebt, bleiben meist körperliche Schäden. Es ist unethisch Jemanden mit einer Therapie zu versehen, bei der zwei von drei Patienten*innen sterben, nicht vertreten. Das geht nur, wenn eine Leukämie nicht mehr anders behandelbar ist. Die moderne HAART besteht dagegen im Idealfall aus einer Therapie mit nur noch einer Tablette am Tag und absolut überschaubaren bis gar keinen Nebenwirkungen. Das bringt fast immer eine normale Lebenserwartung und -qualität. Wenn ich mir persönlich heute aussuchen müsste, ob ich lieber eine koronare Herzerkrankung, aggressiven Bluthochdruck oder HIV haben möchte, würde ich mich für HIV entscheiden, weil meine Lebenserwartung meist höher wäre als bei den anderen chronischen Erkrankungen. Was müsste sich aus Ihrer Sicht ändern, damit Menschen mit HIV unbeschwert älter werden können? Ganz wichtig ist es, das HIV-Stigma zu durchbrechen. Über die eben genannten Krankheiten kann ich mich bei meinem Nachbarn unterhalten, mit HIV geht das nach wie vor nicht. Die Schwelle, sich testen zu lassen, muss weiter gesenkt werden, um sogenannte Late Presenter früher zu erreichen. Der gerade eingeführte Selbsttest aus der Apotheke ist ein gutes Beispiel. Insgesamt muss aber gerade vonseiten der BzgA und der Aidshilfen noch viel mehr in Richtung Aufklärung der Hausärzt*innen getan werden. Deutschland hinkt da hinterher. *Interview: Christian Knuth Das ganze Gespräch findet ihr auf www.blu.fm. ÖSTERREICH #HIV: LIFE BALL 2019 Letztes Jahr wurde er 25, jetzt reist er über den Regenbogen. „Der diesjährige Life Ball begibt sich auf eine Reise über den Regenbogen und landet mit einer umherziehenden Zirkustruppe in einer fantastischen Welt der Farben. Auf dem Weg finden sich mehr und mehr skurrile Figuren zusammen, alle auf ihre Art Freaks, jeweils auf der Suche nach einem Zuhause, nach Herz, Verstand und Mut“, verrät das Team über das Motto des LGBTIQ*-Events in Wien, den auch schon Barbie Breakout, Elton John und Anastacia besuchten. „Auch der Life Ball ging einen ähnlich steinigen Weg wie die LGBT-Bewegung und verstand sich stets als ein Ort der Sichtbarmachung von Menschen und Anliegen, die eine Gesellschaft zu stigmatisieren versucht. Nur durch das Sichtbarmachen und einen offenen Diskurs lassen sich HIV und AIDS besiegen“, ergänzt LIFE+ Gründer und Life-Ball-Organisator Gery Keszler. „Außenseiter bleiben nur so lange Freaks und in einer Gesellschaft heimatlos, wie sie sich in ihren Nischen verstecken. Als vor 50 Jahren im Stonewall Inn erstmals Homosexuelle und Lesben vehement gegen die Schikanen der Polizei rebellierten, war der Weg in die Sichtbarkeit gewählt, die Regenbogenflagge ihr augenfälliges Symbol“, positioniert sich das Team vom Life Ball. „Ein Regenbogen zeigt nicht nur Schönheit, die aus dem Zusammenwirken von Vielfalt entsteht, er ist auch ein hauchzartes Gebilde, eine Brücke zwischen Himmel und Erde, ein Tor zu einer Traum- und Vorstellungswelt, so wie in dem von Judy Garland interpretierten Song ‚Over the Rainbow‘, der stets ein Topos der schwulen Subkultur war.“ *rä 8.6., Life Ball, Wien, lifeplus.org FOTO: LIFE BALL / MARCO OVANDO 2019; ISA FOLTIN/GETTY IMAGES (BETH DITTO)

TERMINE im Mai KALENDER 51 MI 1.5. BERLIN Kultur 20:00 Bar Jeder Vernunft, Sven Ratzke - For One Night Only, Schaperstraße 24 20:00 BKATheater, Ades Zabel, Biggy van Blond & Bob Schneider: Die wilden Weiber von Neukölln, Mehringdamm 34 20:00 Neuköllner Oper, 9 Tage wach, Karl-Marx-Str. 131 – 133 Szene 12:00 Berghain, Ostgut Ton der Arbeit, (Garten) Nur bei gutem Wetter!, Am Wriezener Bahnhof 12:00 polygon, MAYGAY - Open Air Rave by Trash Era Music, bis 22 Uhr, ab 22 Uhr optionale Verlängerung im Club. Freier Eintritt, Wiesenweg 1 – 4 18:00 Mann-O-Meter, HIV-/ Syphillis-Schnelltest, anonym, ohne Voranmeldung, bis 21:30 Uhr, Bülowstr. 106 19:00 Ajpnia, Ajpnia am Mittwoch, Men only, Wartburgstraße 18 21:30 Zum Schmutzigen Hobby, Judylycios Drag show, ab 23 Uhr: Mittwochs Music, Popmusic, Revaler Straße 99 22:00 Mutschmann‘s, Clubnight with DJ & Happy Hour, Martin-Luther- Str. 19 22:00 Rauschgold, Mi.a.Mi - Mix am Mittwoch, mit Doris Disse, Mehringdamm 62 23:00 KitKat, Symbiotikka, Techno, Electro, Experimental, Im U-Bhf. Heinrich-Heine-Str. Erotik 12:00 DUPLEXX-PB, Kinotag, auch im DUPLEXX Schöneberg (Martin-Luther-Str. 14), Schönhauser Allee 131 12:00 XXL, Kinotag, men only, Bornholmer Straße 7 16:00 lab.oratory, Mask, no face, just body, Einlass bis 18 Uhr., Am Wriezener Bhf. 18:00 Der Boiler, Young-Stars, Sauna-Event für Jungs bis 28 Jahre, Mehringdamm 34 20:00 ClubCultureHouze, Adam & Eve im Lustgarten, Gay-Hetero-Bi-Lounge, Görlitzer Str. 71 22:00 Stahlrohr 2.0, Obenoder Unten-Ohne, Dresscode: Topless or Pants off, Paul-Robeson-Straße 50 DO 2.5. BERLIN Kultur 14:00 SchwulesMUSEUM, Krzysztof Jung Zeichnungen - Der nackte menschliche Körper im Fokus, Bis zum 1.07.2019; Täglich außer dienstags, Lützowstraße 73 20:00 Berliner Kriminal Theater, Die Therapie, Umspannwerk Ost Palisadenstr. 48 20:00 BKATheater, Ades Zabel, Biggy van Blond & Bob Schneider: Die wilden Weiber von Neukölln, Mehringdamm 34 Szene 17:00 Mann-O-Meter, HIV-/ Syphillis-Schnelltest, anonym & ohne Voranmeldung, bis 20:30 Uhr, Bülowstr. 106 18:30 Mann-O-Meter, MANEO-Teestube, für schwule und bisexuelle geflüchtete Männer. Bis 20 Uhr, Bülowstr. 106 20:00 Mann-O-Meter, Anonyme Alkoholiker, offenes Treffen, Bülowstr. 106 20:00 Rauschgold, Puppen kieken im 2. Wohnzimmer, Public Viewing „Germanys next Topmodel“, Mehringdamm 62 20:15 Baumhausbar, Gitti‘s Next Topmodel 2019, Public Viewing mit Gitti Reinhardt, Falckensteinstr. 47 20:15 Zum Schmutzigen Hobby, Germany Next Top Model - Viewing Party hosted by Brigitte Skrothum, Ab 22:30 Uhr: Barbie Girls & Boys, die 90er und TrashParty, Revaler Straße 99 22:00 Berghain, Säule: XXIX, Am Wriezener Bahnhof 23:00 Suicide Circus, Chantals House of Shame, Super Disco, Show, Entertainment, Revaler Str. 99 Erotik 12:00 XXL, Knock Up, Enjoy the difference, Bornholmer Straße 7 17:00 Böse Buben, Give me FFive - After-Work- Fistparty, Kein Dresscode. Ende: 23:30h Uhr, Sachsendamm 76 18:00 Der Boiler, Wohlfühl- Abend, stündlich Aufgüsse & Anwendungen, dazu Obst & Säfte. Bis 22 Uhr, Mehringdamm 34 20:00 ClubCultureHouze, Macho Sluts, Vanilla-SM- Queer-Party, Görlitzer Str. 71 21:00 lab.oratory, Naked Sex Party, men only!, Einlass bis 23 Uhr, Am Wriezener Bhf. FR 3.5. BERLIN Kultur 20:00 Berliner Kriminal Theater, Die Therapie, Umspannwerk Ost Palisadenstr. 48 20:00 BKATheater, Ades Zabel, Biggy van Blond & Bob Schneider: Die wilden Weiber von Neukölln, Mehringdamm 34 Szene 14:00 Pluspunkt, Anonymes Testangebot auf HIV, Syphilis, Hepatitis C, bis 18 Uhr, Wilhelmstr. 115 17:00 Mann-O-Meter, Psychologische Beratung & Infos zu HIV & Aids, Bülowstr. 106 18:00 Schwulenberatung, Party, Sex und Drogen, offenes Begegnungsangebot für schwule Männer, die ihre Sexualität mit Partydrogen kombinieren, Niebuhrstr. 59-60 20:00 Mann-O-Meter, Romeo & Julius - schwule Jugendgruppe 14 - 29 Jahre, Bülowstr. 106 21:00 Pussycat Bar, BER- LINCIGARMEN Lounge, Berlins Gay Cigar Salon, Kalckreuthstr. 7 22:00 Die Busche, Kaputt im Kopf, Warschauer Platz 18 22:00 Mangelwirtschaft, Trinkfest, Paul-Robeson- Str 42 22:00 WOOF, Hot Guys & Spicy Ginger, Fuggerstraße 37 23:00 KitKat, GEGEN, Techno, TechHouse, Im U-Bhf. Heinrich-Heine-Str. 23:00 SchwuZ, DIVAS, A night dedicated to the Queens of the ESC, Rollbergstraße 26 1.5. MITTWOCH 30 JAHRE STAMPAGEN Ende März eröffnete seine Jubiläumsausstellung „Mannsbilder“, bis Mitte Mai haben Kunstinteressierte die Möglichkeit, ca. 25 Werke von Stefan Merkt bei Kaffee und Kuchen oder einem Snack zu genießen. „In Zeiten digitaler Technik und beliebig reproduzierbarer Kunst gehöre ich fast schon zu einer aussterbenden Spezies. […] Im April 1989 entdeckte ich die gewöhnlichen Briefmarken als mein Medium, um daraus Kunstwerke zu erschaffen.“ Alles Gute zum Jubiläum, wir hoffen auf weitere dreißig Jahre – mindestens! *rä Bis 12.5., Stefan Merkt: „Mannsbilder“, Romeo und Romeo, Motzstr. 20, U Nollendorfplatz, www.stampagen.de 23:00 Connection, Youngsters Party, (mixed). Freier Eintritt für Besucher bis 23 Jahren. DJane Katy Bähm, Fuggerstraße 33 23:00 Toms Bar, Handmade, div. DJs, Motzstraße 19 23:00 Zum Schmutzigen Hobby, POPP!bar, Revaler Straße 99 23:59 Amalgam, Blue Hour, bis 2 Uhr, Lychener Straße 14 23:59 Berghain, Panorama Bar: Finest Ghostly, Am Wriezener Bahnhof Erotik 12:00 Der Boiler, Boiler- WEEKEND, 66 Stunden Sauna nonstop, Mehringdamm 34 Infektiologie Ärzteforum Seestrasse Medizinisches Versorgungszentrum Schwerpunktpraxis für HIV/AIDS, Infektiologie, Hepatologie, Suchtmedizin, Hausärztliche Versorgung Tel.: 030 . 455 095 - 0 Fax: 030 . 455 095 - 22 praxis@infektiologie-seestrasse.de Seestraße 64 13347 Berlin Eingang: Oudenarder Straße Ecke Seestraße Priv. Doz. Dr. med. Wolfgang Schmidt Dr. med. Marcos Rust Manfred Stündel Dr. med. Luca Stein Dr. med. Christian Träder www.infektiologie-seestrasse.de

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