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blu Mai / Juni 2019

INTERNET INTERVIEW FOTO:

INTERNET INTERVIEW FOTO: M. RÄDEL KATY BÄHM INTERNATIONAL ERFOLGREICH Musik auflegen und Shows, das war dem DJ- und Internet-Star Katy Bähm nicht genug. Jetzt sorgt sie auch dafür, dass alle Damen und Transen besser aussehen: Sie macht Perücken. Wie kamst du auf die Idee? Der entscheidende Punkt war für mich die Lieferzeit. In Deutschland gibt es in dieser Form keinen Onlineshop für Wigs. Ich habe meine Wigs immer aus England, Australien oder Amerika bezogen und die schnellste Lieferung dauerte im Schnitt zehn Tage. Das hat mich einfach genervt, bis sie dann da war, fand ich sie schon wieder langweilig und hatte andere Pläne. Mit bähmbähmwigs.com habe ich mir somit auch einen eigenen Traum erfüllt und habe immer eine Wig für jeden Zweck und Look griffbereit! Und wer hilft dir dabei? Die größte Unterstützung ist mein Schatz Francis, er kümmert sich um den ganzen Bürokram und das, was im Hintergrund läuft. Weitere große Hilfen waren für mich meine Wig-Models: Bambi Mercury, Tanita Renz, Victoria Bacon, Lola Palooza, Nikita und Alice Dee. Dafür bedanke ich mich auch nochmals bei ihnen an dieser Stelle. Ein besonders großer Dank geht auch an Alice, die hier tagelang besoffen meine Labels in die Wigs genäht hat. Wie ist die Resonanz der bundesweiten Szene? Bis jetzt höre ich nur Positives und werde überall direkt angesprochen. Große Namen der Szene wie Nina Queer, Stella deStroy, Destiny Drescher und Amanda Cox tragen auch schon Bähmbähmwigs. International habe ich auch bereits mehrere Bestellungen versendet. Kannst du davon schon leben? Meine Hunde bekommen jetzt auf jeden Fall besseres Futter! (lacht) Der Verdienst bei meinem Shop ist erst mal zweitrangig, denn ich lege ja weiterhin als Drag-DJane auf, mache Shows und gehe auch noch meinem Job im Fitnessstudio nach. *Interview: Michael Rädel www.bähmbähmwigs.com

ROMAN „Friede, Freude, Coming-out“ Die Pubertät ist für jeden eine schwere Zeit. Ein Coming-out setzt dem Stress noch die Krone auf. Daraus können aber auch äußerst lesenswerte Geschichten entstehen. Geschichten wie diese: Gerade wurde der Roman „Friede, Freude, Comingout“ von Torsten Widua als Taschenbuch und eBook veröffentlicht. Das Buch des Wahlkölners erzählt von zwei Freunden, Lukas und Tim, die in den 1980er und 1990er-Jahren ihr Coming-out erleben. „Auch wenn das Buch nicht meine persönliche Outing- Geschichte widerspiegelt, so weiß ich sehr wohl, wovon ich rede, wenn ich schreibe. Ich bin selbst schwul und habe das Coming-out auf dem Das Buch „Bus 57 – Eine wahre Geschichte“ von Dashka Slater ist ein ungewöhnliches Buch. Ungewöhnlich, weil es in der Geschichte nicht den bösen Queer-Hasser gibt, der einfach nur Täter ist. Das Buch beleuchtet beide Seiten, und dazu hat die Journalistin, die den Gerichtsprozess monatelang verfolgte, mit Beteiligten gesprochen, Hintergründe recherchiert und sich die Zeit genommen aufzuzeigen, wie es zu diesem Hate Crime kam. Der Afroamerikaner Richard ist Opfer und Täter zugleich, Sasha nur Opfer, klar, trotzdem sind beide Kinder ihrer Zeit in der aktuellen US-Gesellschaft. „Die Einzelheiten der Geschichte wurden aus Land erlebt“, verrät der 1978 in Bayern Geborene. „Das Buch ist durchaus ein ratgebender Mutmacher für alle, die zögern, sich zu outen. Denn es zeigt: Die Reaktionen von Familie, Freunden und privatem Umfeld müssen nicht immer negativ ausfallen. So manch einer, bei dem man denkt ‚Er wird mich sozial verstoßen‘ reagiert oft viel positiver – wie ich aus eigenen Erfahrungen weiß.“ Und auch Lukas und Tim machen diese Erfahrung, nachdem sie es endlich wagen, ihren Mitmenschen – der Dorfgemeinschaft – zu sagen, dass sie mehr als nur Freunde sind. Lesenswert. *rä www.torstenwidua.de, www.friede-freude-comingout.de Ein bisschen schwierig, ein Buch über Diätversuche und Sport mit einem Elefanten (!) zu bebildern, oder? „Herr Mertens nimmt ab“ von Margret Bielenberg und Jochen Mertens tritt aber trotzdem nicht in die Bodyshaming-Falle. Das Buch ist durchaus unterhaltsam zu lesen und wird seinem Ziel gerecht, ein „ratgebendes Lesebuch für den eigenen Weg zum Wohlfühlgewicht“ zu sein. Im Fokus steht Herr Mertens, Ende fünfzig, der mithilfe von Ernährungsveränderung, Sport und Verhaltenstherapie nicht nur zehn Kilogramm verloren hat (so, wie er es wollte), sondern auch noch das Gewicht – seit vier Jahren – halten kann. Das Buch strotzt nur so vor Tipps, fröhlichen Bildern und Experten. Gut geworden. *rä www.herr-mertens-nimmt-ab.de KRIMINALGESCHICHTE Die Wahrheit RATGEBER Herr Mertens nimmt ab verschiedenen Quellen zusammengetragen: unter anderem aus Interviews, Dokumenten, Briefen, Videos, Tagebüchern, Beiträgen in sozialen Medien und öffentlich zugänglichen Behördenunterlagen“, verrät die Autorin. „Zitate aus diesen Quellen sind wortwörtlich wiedergegeben – außer in ein paar Fällen, in denen ich Nachnamen entfernt und durch lange Gedankenstriche ersetzt habe.“ Warum Richard Sasha anzündete, nur weil dieser einen weißen Rock trug, wird man nie ganz verstehen können und wollen, aber zumindest erfährt man, was hinter dem Hass steckt. *rä www.loewe-verlag.de BUCH COMIC Dick ist nicht lustig. Dieses Buch schon. Die gebürtige Hamburgerin Katharina Greve – bekannt als Zeichnerin unter anderem für das Satiremagazin Titanic – knüpfte sich den Kinderbuchklassiker von Antoine de Saint-Exupéry „Der kleine Prinz“ vor. Herausgekommen ist ein absolut komisches, extrem witziges und irgendwie cooles Büchlein, das wir dir hiermit ans Herz legen. Im Zentrum der Handlung steht die missmutige, vollschlanke und völlig unsentimentale Prinzessin Petronia. Die einzige Gesellschaft, die sie auf ihrem Planeten – dem wohl winzigsten und langweiligsten Knödel im All – hat, ist der Multifunktionswurm Mirco. Mit ihm versucht die Mathematikvernarrte, die Rosa-Hassende, die verkannte existenzialistische Philosophin, Stars wie David Bowie zu treffen, um wenigstens irgendeine Art von Unterhaltung zu bekommen. Doch das ist schwer. Und wie stellt sie so treffend fest: „Vor dem Urknall war die Welt noch in Ordnung“. Ja, genau. *rä www.avant-verlag.de

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