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blu Mai / Juni 2019

FILM INTERVIEW NICHOLAS

FILM INTERVIEW NICHOLAS HOULT: „ ... immer auf der Suche nach kleinen Details ...“ Unser Interview mit dem Weltstar, der einst als Knabe bei „About a Boy oder: Der Tag der toten Ente“ begann, bei der Serie „SKINS“ begeisterte und jetzt einer DER Schauspieler überhaupt ist. Nicholas, Sie spielen in „X-Men: Dark Phoenix“ nun schon zum vierten Mal Hank McCoy alias Beast. Ist Ihr Job dabei jedes Mal der gleiche? Nein, denn die Figur hat sich über die Jahre immer weiterentwickelt. Als ich ihn 2011 das erste Mal spielte, war er noch ein Schüler und alles war neu für ihn. Inzwischen unterrichtet er selbst an der Schule von Professor X und ist einer der Teamleiter unter den X-Men geworden. Mit seinen Mutanten-Fähigkeiten ist er inzwischen im Reinen, stattdessen steht er vor Herausforderungen. Im neuen Film gilt es neu auszuloten, woran er glaubt und wie er die Zukunft der Mutanten sieht, denn alles steht auf dem Spiel. Unser Regisseur Simon Kinberg, der schon früher als Drehbuchautor an den „X-Men“-Filmen beteiligt war, bringt die Geschichte nämlich zurück zu ihrem emotionalen Kern, sodass „Dark Phoenix“ fast so etwas wie ein Familiendrama geworden ist. Eine solche Comicfigur zu spielen ist sicher etwas ganz anderes als eine reale Person zu verkörpern, so wie Sie es in Ihrem zweiten neuen Film „Tolkien“ tun, oder? Für mich ist der Unterschied gar nicht so groß. Natürlich musste ich für „Tolkien“ ein wenig recherchieren, aber ansonsten ist die Vorbereitung und Arbeit an einer Rolle für mich kaum anders. Auch Hank in den „X-Men“-Filmen oder meine Figur damals in „Mad Max: Fury Road“ haben eine Persönlichkeit und eine Biografie, in die ich mich hineinversetzen muss. Auch die Erwartungen sind oft ähnlich. Bei einer Comic-Verfilmung gibt es die Fans, die damit aufgewachsen sind und ganz konkrete Vorstellungen haben, wie etwas auszusehen hat. Und wenn es um eine wahre Geschichte geht, haben auch viele Zuschauer eine Meinung, wie es wirklich gewesen ist. Wie haben Sie sich denn einem legendären Schriftsteller wie J. R. R. Tolkien genähert? Ich habe so viel über ihn gelesen, wie ich konnte. Gar nicht, weil ich für diesen Film unbedingt alles über ihn wissen musste, sondern weil ich immer auf der Suche bin nach kleinen Details, die mir dabei helfen, eine Person wirklich menschlich zu verstehen. Von Tolkien gibt es natürlich auch Videos, allerdings ist er da schon sehr alt und ich spiele im Film den jungen Mann. Diese Archivaufnahmen halfen also nur bedingt bei einer Annäherung. Viel wichtiger war es für mich, Kopien seiner Zeichnungen aufzutreiben und nachzumalen. Während der Dreharbeiten zu „X-Men: Dark Phoenix“ zum Beispiel saß ich abends im Hotel und habe versucht so zu zeichnen, wie Tolkien es getan hat. Anfang des Jahres waren Sie auch schon in „The Favourite“ zu sehen, der nun auf DVD erscheint. Noch mal ein ganz anderer Film und eine vollkommen andere Rolle als die beiden, über die wir gerade gesprochen haben ... Das können Sie laut sagen. Genau deswegen liebe ich ja meinen Job auch so: Ständig taucht man in den unterschiedlichsten Welten ab und lernt verschiedene Zeitalter und andere Menschen kennen. Kein Tag gleicht dem nächsten, und ich kann mir ganz ehrlich kaum einen abwechslungsreicheren Beruf vorstellen. Für „The Favourite“ standen Sie unter anderem mit Rachel Weisz vor der Kamera, die auch damals in „About a Boy oder: Der Tag der toten

FILM FOTOS: 20TH CENTURY FOX Ente“ mitspielte. Für Sie war das die erste Hauptrolle, da waren Sie noch nicht einmal Teenager. Damals war ich bei den Dreharbeiten elf oder zwölf Jahre alt und ziemlich verschossen in Rachel. Dass ich jetzt mehr als 15 Jahre später als Erwachsener wieder mit ihr drehen durfte, war mir echt eine Ehre, denn heute weiß ich erst recht, was für eine umwerfend tolle Frau sie ist. Und in all den Jahren dazwischen sind wir uns nie begegnet, soweit ich mich erinnere. Sie haben gerade so von Ihrem Job geschwärmt. Sind sie am glücklichsten, wenn Sie arbeiten, oder genießen Sie Ihre Freizeit genauso? Sagen wir es mal so: Ich werde besser darin, mit der Zeit umzugehen, in der ich nicht arbeite. (lacht) Was natürlich auch viel damit zu tun hat, dass ich letztes Jahr Vater geworden bin. Spätestens jetzt ist mir klar, wie kostbar Zeit und damit eben nicht zuletzt freie Zeit ist. Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass ich sehr viel Spaß habe an der Arbeit, nicht zuletzt, wenn ich mich an Neuem ausprobieren kann. Und allgemein bin ich nicht gut im Herumsitzen und Nichtstun. Nach einem sehr anstrengenden Dreh hocke ich gerne mal ein Wochenende auf dem Sofa oder verabschiede mich für eine Woche in den Urlaub. Aber das reicht meistens auch schon. Wo Sie gerade Ihren kleinen Sohn erwähnten: Wie gut sind Sie im Wickeln? Ziemlich gut, würde ich sagen. Wobei ich es leider nie geschafft habe, den Kleinen in der einen Hand zu halten und mit der anderen zu wickeln. Das habe ich online mal gesehen und war von so viel Heldenhaftigkeit echt beeindruckt. (lacht) Aber insgesamt kann sich auch meine Technik sehen lassen, denke ich. Zumindest bin ich flott. Klingt, als seien Sie als Vater ein Naturtalent. War die Erfahrung trotzdem erst einmal überwältigend? Ich hatte mit Kindern vorher eigentlich keine Erfahrungen, aber ich bin von Natur ziemlich anpassungsfähig. (lacht) Und wahrscheinlich tun doch erst einmal alle jungen Eltern so, als wüssten sie, was sie da machen, bevor sie nach und nach lernen, worauf es wirklich ankommt. Aber klar, trotzdem ist es überwältigend, wenn man plötzlich ein Kind hat. Mit einem Mal hat man einen neuen, fremden Mitbewohner, der dir nicht mitteilen kann, was er will oder was mit ihm los ist. Und trotzdem kann man nicht anders, als ihn aus tiefstem Herzen zu lieben. Das verändert das ganze Leben. Apropos Veränderung: Dieses Jahr werden Sie dreißig Jahre alt. Ist das eine große Sache für Sie? Oh ja, irgendwie schon. Im Moment ist das noch recht weit weg, aber ein bisschen steht mir das bevor. Dreißig ist halt schon ein richtiges Alter. Nicht dass ich Schiss hätte oder so. Aber auf jeden Fall ist das so eine Gelegenheit, wo man über die Zeit nachdenkt, die vergangen ist, und vor allem über die, die noch kommt. Das ist so eine Art neuer Lebensabschnitt. Allerdings freue ich mich auch sehr darauf, schon allein, weil viele von mir bewunderte Kollegen in ihren Dreißigern beruflich die Zeit ihres Lebens hatten. Es wird also spannend. *Interview: Jonathan Fink „X-Men: Dark Phoenix“, ab 6. Juni im Kino, „Tolkien“, ab 20. Juni im Kino, „The Favourite“, ab 30. Juni auf DVD & Blu-Ray KINO Elton Johns Leben als Kinofilm FOTO: DAVID APPLEBY Unter anderem Starfotograf David LaChapelle ist mitbeteiligt an dem im Mai startenden (Musical-)Film „ROCKETMAN“, einem Elton-John-Biopic. Der Film von Regisseur Dexter Fletcher, der auch „Bohemian Rhapsody“ drehte, lässt uns Elton Johns Leben miterleben. Der wortwitzige Musiker, der der Welt Hits wie „Candle in the Wind“, „Your Song“, „Don’t Let the Sun Go Down on Me“ (mit George Michael), „I Guess That’s Why They Call It the Blues“ und eben „Rocket Man“ schenkte, wurde gegen den Willen seines Vaters und in einer höchst homophoben Zeit zu einem DER queeren Künstler überhaupt. „Das Großartige am Rock ’n’ Roll ist, dass jemand wie ich ein Star sein kann.“ Sir Elton John wird in dem Film von Taron Egerton („Kingsman: The Golden Circle“, „Robin Hood“) gespielt, als sein Songwriting-Partner Bernie Taupin ist Jamie Bell zu sehen – singend. Der Kinostart ist am 30. Mai. *rä

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