Aufrufe
vor 2 Jahren

blu Juni 2016

  • Text
  • Berlin
  • Mehringdamm
  • Szene
  • Einlass
  • Schwule
  • Musik
  • Dresscode
  • Wriezener
  • Cruising
  • Eisenacher

Musik Sie ist immer noch

Musik Sie ist immer noch erst 22, stammt von der Ferieninsel Nantucket und gewann vor allem dank ihrem Doo- Wop-Superhits „All About That Bass“ in diesem Jahr den Grammy als „beste neue Künstlerin“. Für ihr zweites Album „Thank You“ hat sich Meghan Trainor jetzt einen ganz anderen, moderneren Sound überlegt: „Better“ ist eine lässige Reggae-Ballade, „Watch Me Do“ erinnert an „Uptown Funk“ von Mark Ronson und Bruno Mars, „I Love Me“ könnte auch von der 90s-Girlband TLC sein, und die neue Single „No“ ist so cool und souverän lässig wie „Independant Woman“ von Destiny’s Child. Wir sprachen mit Meghan, die im Interview ausgesprochen extrovertiert, forsch und auf so eine amerikanische Art schnell vertraulich wird oder zumindest vertraulich zu werden scheint, im Londoner Büro ihrer Plattenfirma. MEGHAN, „NO“ IST EINE KESSE MACH- MICH-NICHT-DUMM-AN-HYMNE. WAS MUSS DENN PASSIEREN, DASS DU „YES“ SAGST, WENN EIN TYP DICH AN- SPRICHT? Der Typ muss heiß sein! Außerdem freundlich, nett und witzig. Was das Aussehen angeht, bin ich nicht festgelegt. Ich mag die Männer eigentlich alle, so wählerisch bin ich nicht. Nur: Es gibt ein riesengroßes Problem. WELCHES? Die Männer fürchten sich vor mir. Wirklich. Niemand spricht mich an, es ist tatsächlich zum Verzweifeln. Irgendetwas habe ich an mir, das die Jungs echt abschreckt. WAS KÖNNTE DAS SEIN? Frage ich mich auch. Vielleicht bin ich denen zu forsch, zu wenig schüchtern. Ich bin die Sorte Frau, die gleich beim ersten Date alle ihre Geheimnisse ausplaudert, selbst die echt üblen und allerpeinlichsten. Wenn ich denn ein Date hätte. Mein Liebesleben ist wirklich traurig, ich müsste dringend mal wieder mit einem Mann ausgehen. TINDER? Nix für mich. Echt nicht! Ich setzte auf Geduld und auf meine Überzeugung, eines Tages den Richtigen zu treffen. Ich bin kein Fan von solchen schnellen Abenteuern. Ich hatte nicht viele Freunde bis jetzt. Einfach schnell Sex zu haben und dann wieder seiner Wege zu gehen, das ist nicht meine bevorzugte Form der Romantik. WIE VERBRINGST DU DANN DEINE FREIEN TAGE? Freie Tage? Die sind verdammt selten geworden. Wenn ich Zeit habe, gammele MEGHAN TRAINOR ich total. Ich sitze dann in so einem Ganzkörperschlafanzug mit meiner besten Freundin Jojo, die auch meine Assistentin ist und mit meinen zwei Brüdern und mir zusammenwohnt, auf dem Sofa, stopfe Käse in mich rein und gucke Mädchenfilme. Wir haben wirklich viel Spaß zusammen. Und mein kleines, drei Pfund leichtes Hündchen Biggy ist natürlich noch dabei. „Männer fürchten sich vor mir“ IST „NO“ EIN FEMINISTISCHER SONG? Logisch. Ich will mit dem Lied der ganzen Welt sagen, dass es erstrebenswert ist, selbstbewusst, stark und niemals unterwürfig zu sein. Das ist keine neue Botschaft, und ich habe sie auch nicht erfunden. Trotzdem muss man Frauen immer wieder daran erinnern, wie stark sie wirklich sind. DU BIST ERST 22. WARST DU SCHON IMMER SO EINE STARKE PERSON? Nein. Als Teenager war ich total gehemmt. Ich dachte, ich bin zu fett, und manchmal bekam ich das an der Schule FOTO: SONY MUSIC auch gesagt. Die Frauen in den Modemagazinen zu sehen, das hat mich fertiggemacht. Ich habe mich immer gefragt, wie diese Mädchen es schaffen, so perfekt auszusehen. Inzwischen bin ich stolz auf meinen Körper. Ich habe gelernt und erfahren, wie schön ich wirklich bin. Früher hatte ich ja nie ein Fotoshooting oder einen Videodreh. Ich habe durch meinen Job gelernt, mich selbst anders zu sehen, positiver. HAST DU DIR GEDACHT „DEN LEUTEN ZEIGE ICH ES UND WERDE EIN POPSTAR“? Den Traum hatte ich sehr lange. Ich war ja erst das Mädchen aus der zweiten Reihe, eine Songschreiberin für andere. Dann schrieb ich „All About That Bass“. Ich hätte nie gedacht, dass der Song so explodiert und dass er so vielen anderen Menschen hilft, sich zu akzeptieren und sich ebenfalls wohl in ihrem Körper zu fühlen. Darauf bin ich extrem stolz. EINES DER NEUEN LIEDER HEISST „I LOVE ME“. IST SELBSTLIEBE WICHTIG? Selbstliebe ist der Schlüssel zu Glück und Zufriedenheit. Bei mir hat es lange daran gehapert. Der Erfolg von „Bass“ war der Turbo, den ich brauchte, um mir selbst zu vertrauen. Ich bin heute viel, viel glücklicher als noch zu Schulzeiten. HAST DU EIN LIEBLINGSLIED AUF DEM „THANK YOU“-ALBUM? „Just a Friend to You“. Das ist ein sehr ehrlicher Song, auf dem ich Ukulele spiele und der davon handelt, wie ich mich mal in meinen besten Freund verliebt habe. Ganz schlechte Idee. Er hat übrigens nie etwas davon mitgekriegt, bis ich ihm jetzt alles erzählt habe. War wirklich rührend, wie süß er reagiert hat. Natürlich teilte er meine Gefühle nicht mal ansatzweise. DAS NEUE ALBUM KLINGT GANZ AN- DERS ALS DEIN ERSTES. DU MACHST KAUM NOCH DOO WOP UND RETRO- MUSIK, SONDERN COOLEN R ’N’ B UND POP, DER AN DIE NEUNZIGER ERINNERT. WIE KOMMT’S? Ich kann zwanzig weitere Doo-Wop- Songs im Schlaf schreiben, aber das wäre doch langweilig. Ich wollte etwas ganz anderes machen, nämlich die Sorte von Musik, die ich im Moment im Radio vermisse: solche Nummern wie sie Destiny’s Child, Britney oder NSYNC früher gemacht haben. NSYNC war meine Lieblingsband, als ich ein Kind war. WER WAR DEIN LIEBLING BEI NSYNC? Was für eine Frage. (lacht) Justin Timberlake natürlich! •Interview: Steffen Rüth

Musik FOTO: PIP WIEDER ZURÜCK: RICK ASTLEY Neben Kylie Minogue und Jason Donovan war Rick einer DER Stars aus dem Hause des Produzententeams Stock Aitken Waterman. Jetzt ist er zurück. Mit weit über 40 Millionen verkauften Platten, darunter Hits wie „Together Forever“, „Hold Me in Your Arms“, „Never Gonna Give You Up“, „Cry for Help“ und das 2002 mit Gold ausgezeichnete „Greatest Hits“ ist er wahrlich ein Star. Er gehörte mit seinen Liedern und Videos (MTV war damals überall zu empfangen und sendete Musikvideos (!)) fest zum Soundtrack aller Teenager der späten 1980er und frühen 1990er – außer man stand auf Rock und Grunge, die einzigen Musikarten, die nicht kompatibel mit seinem Pop sind. 1993 gründete „der Junge mit der souligen Stimme“ eine Familie, konzentrierte sich auf das Privatleben, und die im selben Jahr erschienene Platte wurde daher ohne große Promotion nur ein kleiner Erfolg. Sieben Jahr später meldete sich Rick dann zurück: Mit „Keep It Turned On“ schaffte er es wieder in die deutschen Charts, 2002 kam dann seine sehr „Take me to your heart/ Never let me go/ If you knew what I’m feeling/ You would not say no“ erfolgreiche „Greatest Hits“. Er gab ab und an Konzerte und landete 2005 mit dem Album „Portait“ dann auch wieder in UK in den Top 30. 2008 gab es einmal mehr eine Auszeichnung: Herr Astley wurde mit dem MTV European Music Award in der Kategorie „Best Act Ever” ausgezeichnet, über zwei Jahrzehnte nach seinem ersten Hit! Seine Musik sowie er als Künstler gehörten also auch im 21. Jahrhundert noch dazu, zum Pop-Zirkus. Und jetzt, 2016, meldet sich Rick Astley erneut zurück mit dem Album „50“. „50 markiert sowohl ein neues Kapitel meiner künstlerischen Laufbahn als auch eine Rückkehr zu der Musik, in die ich mich zuerst verliebt habe. Ich freue mich unglaublich darauf, das mit meinen Fans zu teilen und diese Songs, an denen ich über Jahre gearbeitet habe, aus dem Studio zu holen und auf die Bühne zu bringen“, verrät Rick sichtlich vorfreudig dazu. Ein großartiges, souliges, erwachsenes und reifes Album. Das beste seiner Karriere. Unser Anspieltipp ist der Vorab-Hit „Keep Singing“. Willkommen zurück, Rick! •rä

Magazine

gab Juli 2016
hinnerk Hamburg Juli 2016
blu Juli 2016
hinnerk Bremen/Hannover Juli 2016
Regionalseiten
blu.fm Webseite

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.