Aufrufe
vor 5 Monaten

blu Juli / August 2019

  • Text
  • Queer
  • Bornholmer
  • Lychener
  • Amalgam
  • Berliner
  • Kultur
  • Szene
  • Schwule
  • Mehringdamm
  • Berlin

MUSIK NACHGEFRAGT MARK

MUSIK NACHGEFRAGT MARK RONSON: Das traurigste Album der Welt? Als Mark sein neues Album „Late Night Feelings“ schrieb, ging es ihm beschissen. Ein starkes Stück ungewohnt moderner Popmusik ist ihm trotzdem gelungen. Er guckt aber auch schon so traurig. Wie ein herrenloses, vom Leben gebeuteltes Hündchen sitzt Mark Ronson auf einem Sofa des, wenn man mal genauer hinguckt, ganz schön abgewohnten Hotels Adlon und lässt die Augen, ja das ganze Gesicht, ja eigentlich die gesamte Person so ein bisschen herunterhängen. Körperspannung geht anders. Vielleicht ist er auch nur müde vom langen Flug, von der Modenschau in Mailand, der er zuvor beiwohnte, von diesem anstrengenden DJ/Produzenten/Jetsetter- Leben als solchem, jedenfalls: Wenn man Mark Ronson, diesem mit 43 Jahren immer noch schönen, vollschwarzhaarigen und im Gesicht filigran geschnittenen Mann eines abnimmt, dann ein Album voll mit traurigen, tieftraurigen und todtraurigen Liebeskummerliedern, von dem er behauptet, es sei sein bisher persönlichstes und bestes. Ein Album also wie „Late Night Feelings“. „Ich hoffe, es zieht dich nicht zu sehr runter“, sagt Ronson und macht einen Laut, den man als selbstsarkastisches, kurzes Auflachen beschreiben könnte. Grund für Mark Ronsons Schaumbad in der Melancholie ist vor allem seine Scheidung von der Französin Josephine de La Baume, Schauspielerin und Model von Beruf, nach sechs Jahren Ehe. „Ich habe das nicht richtig kommen sehen“, blickt Mark auf die Trennung Anfang 2017 zurück, […] für die er übrigens die Hauptverantwortung (zu viel an die Arbeit gedacht, zu sehr die Zweisamkeit vernachlässigt, man kennt das) übernimmt. „Eigentlich arbeitete ich an einem ganz anderen Album, aber als sich unsere Ehe aufgelöst hatte, kamen nur noch diese traurigen, desillusionierten Songs dabei heraus, sobald ich mich ans Klavier setzte oder die Gitarre nahm.“ Nicht, dass die Musik selbst einen niederschlägt. „Late Night Feelings“ ist bei Weitem nicht frei von Upbeat-Stücken, man kann absolut dazu tanzen. Auch sind die neuen Songs die modernsten, will sagen: un-retrohaftesten, die Ronson wohl je aufgenommen hat, was auch an seiner Kollaboration mit Diplo – gemeinsam nennen sie sich Silk City – zusammenhängt. „Ich wollte mich einem zeitgemäßeren Sound nicht verschließen. Meine Musik ist halt beeinflusst von den 23 Jahren, die ich schon in Nachtklubs auflege“, so der in London geborene, in New York in jeder Hinsicht groß gewordene und seit drei Jahren wegen der Arbeit (mit Bruno Mars oder den Queens Of The Stone Age) in Los Angeles lebende und sich mit „Grünkohl uund gesunden Säften“ allmählich anfreundende Ronson. Aber die Texte wie der von „Spinning“, der von „Don’t Leave Me Lonely“ oder auch jener der vorab schon erfolgreichen Single „Nothing Breaks Like A Heart“, gesungen von Miley Cyrus, offenbaren tiefe Verzweiflung, Einsamkeit und Unsicherheit. Dabei ist es nicht Marks Stimme, die man hört, sondern unter anderem jene von Yebba, Lykke Li oder Alicia Keys. „Ich habe mir Sängerinnen ausgesucht, die meine Emotionen verstehen und umsetzen konnten“, sagt er. Die erschöpften Augen wandern ein wenig umher, ohne irgendwo, auch nicht im Gesicht des Gesprächspartners, wirklich Halt zu finden. Nun erzählt Mark Ronson ausführlich, wie sehr er sich immer über alles sorge und nie richtig glücklich sei, zumindest nicht dauerhaft. Nach dem Monstererfolg mit „Uptown Funk“ mit Bruno Mars? Dem Grammy für „Shallow“? „Habe ich vielleicht mal eine Nacht Champagner getrunken und gefeiert. Am nächsten Tag war die Realität wieder da.“ Vielleicht sei seine Musik deshalb so gut, weil er immer so viel hadere und grüble, dennoch hat sich Mark seit einiger Zeit einem Hobby zur Lebenslagenaufhellung verschrieben. Eigentlich zwei. Er meditiert fast jeden Morgen für mindestens zwanzig Minuten. „Und ich habe zwei mittelgroße und wirklich von Natur aus komische Hunde adoptiert.“ Auch eine Freundin hat er wieder, und wer weiß, vielleicht ist auf dem nächsten Album das Discokugelherz ja nicht mehr zerbrochen, sondern wieder verheilt. „Ich habe keine Ahnung“, sagt Mark Ronson, „aber mir gefällt der Gedanke.“ *Steffen Rüth

FOTO: NONAPHOTOGRAPHY SCHLAGER Kerstin Ott live LIVE! JETZT TICKETS SICHERN: ADEL-TAWIL.DE Die Sängerin von „Die immer lacht“, die bei der „Helene Fischer Show“ ein mutiges Statement setzte, kommt auf Tour! „Im Grunde sind wir alle nur Menschen, die nach dem gleichen Ziel streben: glücklich zu sein“, so Kerstin Ott über die universelle Botschaft von „Regenbogenfarben“. Es ist ein „lautes Ja zu Diversität und Menschlichkeit. Denn das Leben ist bunt – regenbogenfarbenbunt!“ Alle Termine findest du hier: www.semmel.de. ROCK Heather Nova: „Pearl“ Willkommen zurück! 25 Jahre nach ihrem Chart-Debüt „Oyster“ ist Heather Nova mit einer Wucht von Album zurück, das „Oyster“ als Lieblingsalbum ihrer Fans ablösen könnte. Nova ist als Künstlerin weit gereist, um nun ein solches Statement in Form eines neuen rohen, schönen, leidenschaftlichen Stücks Rockmusik zu veröffentlichen, das jeden ihrer bisherigen Fans und Zuhörer begeistern wird. DVD Eurovision Song Contest Hier kannst du den 2019er „Eurovision Song Contest“ nochmals Revue passieren lassen, mitsingen, mitlachen und sogar dazu tanzen. Ja, man hat das Gefühl, die ganze Welt rückt jedes Jahr am Abend vom Eurovision Song Contest zusammen, vor dem Fernseher, dem Computer oder am iPad. Wann sonst kann ein Transvestit, eine Trans*, eine Lesbe, ein Schwuler unter dem Schutz der „westlichen Welt“ im Scheinwerferlicht sein Innerstes ausleben?! *rä JETZT ÜBERALL DAS NEUE ALBUM

Magazine

Abrigo
blu Gesundheit 2017
After-Show-Dinner von und mit Ricardo M.
27. Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg • Programmheft
STIGMAfighter im Einsatz gegen Ausgrenzung
hinnerk August 2016
hinnerk Hamburg Juli 2016
hinnerk Bremen/Hannover Juli 2016
gab Juli 2016
blu Juli 2016
blu Mai 2015
Regionalseiten
blu.fm Webseite

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.