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blu Juli / August 2019

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34 CSD INTERVIEW ALLE

34 CSD INTERVIEW ALLE FARBEN: „... zeigen, dass queer cool ist ...“ FOTO: HANNES CASPER Als 2014 sein Debütalbum „Synesthesia“ erschien, dachten viele, dass der DJ und Produzent den Deep- House-Eurodance-Sommertrend nicht überleben würde. Die lagen falsch! Seit fünf Jahren liefert Alle Farben Hit auf Hit ab. Jetzt hat er ein neues Album am Start: „Sticker on My Suitcase“. Höchste Zeit, mit ihm zu sprechen! „The Sad Cat“ auf deinem neuen Album ist mein Favorit. Der Name ist ungewöhnlich ... Ich hatte sehr lange Katzen, die ich leider abgeben musste – ist besser für sie gewesen, da ich zu viel unterwegs bin. Das Lied ist in dieser Stimmung entstanden. Es ist ziemlich technoid. Ich bin ein großer Technofan! Der Synthesizer klingt etwas verstimmt, das habe ich via Parameterveränderung erreicht, damit habe ich dann gearbeitet. Die Musik von Alle Farben ist eher Pop, aber ein paar Tracks mache ich immer dazu, die mehr nach Klub klingen. Ich mag beide Musikarten, aber wenn ich privat ausgehe, dann bin ich eher auf Technopartys und im Berghain. Wenn man sich deine Veröffentlichungen anschaut, merkt man, dass du gerne mit anderen Künstlern zusammenarbeitest. Ja, ich bewege mich mit Alle Farben eher im popkulturellen Bereich. Für mich ist die Melodie im Vordergrund ganz wichtig, sei es durch den Gesang oder mit Instrumenten. Ich habe einst mit House angefangen – Moloko zum Beispiel finde ich gut oder auch Jamiroquai –, habe mich dann aber zu Techno hin entwickelt. Und jetzt etwas hin zu Pop im elektronischen Gewand. Es sind packende Lieder, es steckt immer etwas Melancholisches drin ... Auch „Please Tell Rosie“ hat ja etwas Trauriges im Text. Wie kamst du eigentlich auf den Albumnamen? Das Cover ist mein alter Koffer! Er ist voller Sticker von all den Reisen, die er mit mir gemacht hat. Aber leider sind seine Rollen so kaputt, dass ich jetzt einen neuen

mitnehme. Reisen ist das größte Thema in meinem Leben neben der Musik. Aber ich liebe Berlin als meine Base! Ich habe hier meine Familie und meine Freunde, das erdet mich auch. Ich merke, was es mir gibt, nach Berlin zu kommen. Auch mit der Szene verbindet dich eine Freundschaft. Mein Beginn war in der Szene, meine ersten Gigs! Du legst auch beim CSD auf. Warum sollte man auf einen Pride gehen? Nach wie vor muss man Gesicht zeigen, zeigen, dass queer cool ist, dass Anderssein normal sein sollte! Für viele ist es das aber noch nicht, daher sollte man zum CSD! Ist es schwierig, beim CSD aufzulegen? Man muss einfach wissen, dass es immer wieder mal springt. Bei jedem zweiten Lied! (lacht) Aber das gehört dazu. Da darf man sich nicht stressen lassen. Was ich mag, ist, dass man dasselbe Lied in verschiedenen Versionen auflegen kann – und mehr Lieder, da ich dort eher knackig auflege, also mehr Lieder als bei einem Set im Klub. Und ich kann da auch mal Lieder ausprobieren, die ich im Klub nicht als Alle Farben spielen würde. Weil? Weil die richtig Techno sind. Unter dem Projektnamen Mono Schwarz habe ich eine ganze Schublade voller Lieder, die fertig sind. *Interview: Michael Rädel www.alle-farben.com INFO Alle Farben CSD 35 Die Hitmaschine wurde Mitte der 1980er geboren, seit 2012 schaffen es Produktionen wie „She Moves (feat. Graham Candy)“, „Bad Ideas“, „Supergirl (feat. Anna Naklab & YOUNOTUS)“, „Fading“ (zusammen mit Ilira) oder „Please Tell Rosie (feat. YOUNOTUS)“ hoch in die Charts. Längst ist der Berlin-Kreuzberger Frans Zimmer aka Alle Farben kein Geheimtipp mehr – und seine Wurzeln in der queeren Klubszene Berlins hat er nicht vergessen! Jetzt erscheint sein drittes Album „Sticker on My Suitcase“. Auf seinen Künstlernamen kam Alle Farben übrigens durch den Maler Friedensreich Hundertwasser. *rä www.instagram.com/ allefarben_official

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blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.