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blu Januar/Februar 2020

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8 STADTGESPRÄCH

8 STADTGESPRÄCH INTERVIEW FOTO: DONALD PILON, ARCHIV LUBA BAREART-COMICS Wir sprachen mit Arkadiusz Łuba, geboren 1977 in Olsztyn in Polen, dem Mann hinter diesem neuen Comic-Blog: bookcomicart.wordpress.com. Du konzentrierst dich vor allem auf anspruchsvolle Comics, was genau verstehst du darunter? Nun, eben nicht immer nur Mickey Mouse oder Donald Duck. Die sind gut und können auch definitiv sorgfältig gezeichnet werden, aber ich rezensiere eine andere Art. Mehr Kunst, mehr Politik, mehr Gesellschaft von Autoren wie Pedrosa, Mizuki, Kleist, Schmolke, Hommer, Keko und Altarriba, Vivès, Gnehm, Wyrzykowski, Christa. Wie sieht das aus? Auf der Seite gibt es Audiopodcasts, Bilder, Ausschnitte aus den Comics und natürlich meine Besprechung. Aber keine reine Textwüste. Hauptberuflich bist du Journalist. Ja, beim Deutschlandfunk (www.deutschlandfunkkultur.de) und als Berliner Korrespondent für den Auslandsdienst des Polnischen Rundfunks (www.auslandsdienst. pl), zudem betreue ich immer wieder andere Projekte. 2019 etwa machte ich die Pressearbeit für das polnische Filmfestival „filmPOLSKA“. Und ich moderiere verschiedene (Literatur-)Veranstaltungen. Du bist Jude. Wie beeinflusst deine Religion dein Leben und Arbeiten? Ach, gleich diese Kennzeichen. Als ob der katholische oder evangelische Glaube ein Leben komplett definieren oder bestimmen würde ... (lacht) Ich bin im Katholizismus aufgewachsen, ohne über meine Wurzeln im Judentum vorher zu wissen, eine komplizierte Geschichte. Wie das meine Existenz beeinflusst? Nicht besonders viel, außer ich wäre orthodox, das bin ich aber nicht. Man geht halt in eine Synagoge statt in eine Kirche, hat samstags den Sonntag, denn am Sonntag beginnt schon Typex - Rembrandt, Carlsen Verlag, 2019 eine neue Woche. Sonst würde ich bei meinem Umgang mit verschiedenen Lektüren die im Judentum bekannte Exegese erwähnen, also diese besondere, tiefe Erklärung und Auslegung eines Textes. Ich wollte mal Pathologe werden, da ich gerne Dingen auf den Grund gehe. Dieses Tiefgründige hat aber eher mit meinem Charakter was zu tun als mit meinem Glauben. Und um es auf den Comic zu beziehen, so sind viele der Comicpioniere der späten 30er- und 40er-Jahre jüdischer Abstammung. Nehmen wir beispielsweise die Superman-Erfinder Jerry Siegel und Joe Shuster oder auch Joe Simon und Jack Kirby, die Erfinder von Captain America. Sie waren entsetzt über die Judenverfolgung im Dritten Reich, den Vernichtungskrieg in Europa und die Aufmärsche von Deutschamerikanern in den USA, die mit Hitler sympathisierten. Anders als viele Amerikaner zu dieser Zeit wollten die Zeichner also, dass die USA gegen das Dritte Reich in den Krieg ziehen. Ihre Comics waren eine Art Kriegspropaganda und wurden massenhaft gelesen. Und deine Sexualität? Meine Sexualität wird vom Judentum auch nicht beeinflusst. (lacht) Jede Religion versucht, Sexualität zu einer Peitsche zu machen. Aber wir leben als moderne Menschen uneingeschränkt von Religionen. Die Religion ist eine Definition von Tradition und keine Norm. Was zum Beispiel dazu führt, dass wir keine Ehebrecherinnen mehr steinigen, wie es noch vor einiger Zeit üblich war. *Interview: Michael Rädel bookcomicart.wordpress.com

NACHGEFRAGT LOTTO-Stiftung Berlin – ein Gewinn für die Community STADTGESPRÄCH 9 Berlin hat zahlreiche queere Projekte, die unterstützt werden wollen. Viele davon werden indirekt von den Berlinern selber finanziert, indem sie Lotto spielen, denn von jedem eingesetzten Euro gehen 23 % in den Topf der LOTTO-Stiftung Berlin. Die Stiftung ist übrigens eine Anstalt öffentlichen Rechts sowie eine Non-Profit-Organisation. Zeit für uns, mit der Vorständin der Berliner LOTTO-Stiftung zu reden. *sea Frau Dr. Bleß, über welche Summe kann die Stiftung verfügen? 55 Millionen bis 70 Millionen im Jahr werden für Berliner Projekte ausgeschüttet. Damit werden pro Jahr über 100 Projekte gefördert. Und wie viele queere Projekte wurden in den letzten Jahren unterstützt? In den letzten fünf Jahren wurden insgesamt zwölf LGBTIQ*-Projekte gefördert, dazu kommen noch sechs Projekte aus dem Bereich HIV/AIDS. Insgesamt gingen an diese Projekte 4,5 Millionen Euro. Können Sie mir ein paar Beispiele nennen? Für uns ist es wichtig, dass es nachhaltige Projekte und Einrichtungen sind, wie zum Beispiel die Berliner Aids-Hilfe. 80.000 Euro gingen an das Seniorenprojekt von Mann-O-Meter, das Denkmal am Hirschfeld-Ufer wurde mit 180.000 Euro gefördert, und die Lesbenberatung hat für ihr LGBTIQ*-Refugees-Projekt 150.000 Euro erhalten. Welches geförderte Projekt liegt Ihnen am meisten am Herzen? Das ist zum einen „ZIK – zuhause im Kiez“, weil es sehr wirkungsvoll ist, zum anderen ein Projekt zum Schutz von LGBTIQ*-Geflüchteten, die dringend darauf angewiesen sind. Hier sind die Lotto-Gelder bestens angelegt. FOTO: EVENTPRESS RADKE

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