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blu Januar/Februar 2019

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MUSIK INTERVIEW JOANNE

MUSIK INTERVIEW JOANNE SHAW TAYLOR Vom Leben und Glück in der Nische Wenn man eine erfolgreiche Musikerin ist und an jeden Ort der Welt ziehen könnte, wenn man sich ein zweites Zuhause herauspicken dürfte, in dem man neben seiner Heimatbasis in England wohnt – warum würde man sich dann ausgerechnet Detroit aussuchen? „Es war reiner Zufall“, lacht Joanne Shaw Taylor. „Ich habe damals auf meiner USA- Tour eine Band aus der Stadt gebucht, und wenn wir nicht unterwegs waren, kehrten wir immer wieder hierher zurück. Ich war 21, liebte den Blues und ich war immer von amerikanischen Musikern beeinflusst. Detroit passte da einfach …“ Ergibt Sinn, denn wenn es eine Region gibt, die den Blues zu Recht hat, dann diese ehemaligen Industriezentren der USA. „Detroit ist schon lange nicht mehr das, was es gewesen ist, nämlich eine der mächtigsten Industriestädte der Welt. Als die Autoindustrie den Bach runterging, folgte ihr die Stadt.“ Was aber ironischerweise genau der Grund ist, warum es jetzt der richtige Ort ist, um sich als Kreativer anzusiedeln. „Die Stadt kommt langsam wieder zurück. Es herrscht heute eine wundervolle Atmosphäre und das hat etwas damit zu tun, dass so viele Menschen kommen. Es wurde nämlich wahnsinnig günstig, hier zu leben. Musiker und Künstler machen sich von überall her auf, denn woanders steigen die Mieten nur, wie in Nashville. Hier aber kann man ganze leere Lagerhäuser für wenig Geld kaufen! Überall tauchen Galerien auf, überall neue Klubs …“ Detroit 2019 ist ein Ort, an denen neue Szenen gedeihen können und alte ein Obdach finden. Genau wie Joannes Art von Blues-Rock. Die Gitarristin, die mit 16 von Dave Steward entdeckt und mit auf Tour genommen wurde, hat sich schon mit ihrem ersten Album vor zehn Jahren in der Blueswelt etabliert, was neben ihrem Talent auch an den speziellen Eigenschaften dieser Szene liegt. Denn eigentlich ist diese ein in sich geschlossener Kosmos für die echten Fans. „In den USA gibt es immer wieder Crossover-Künstler, John Mayer ist ja zum Beispiel ein großartiger Botschafter des Blues im Mainstream. Aber es ist eine Nische – was ich auch immer geliebt habe. Dadurch ist es wie in einer großen Familie. Und auch das Publikum ist treu, sie gehen alle Wege mit dir für die Musik.“ Denn Blues verbindet auf eine ganz eigene Art, und Blues ist kein Wettbewerb. „Ich habe einfach wunderbare Freunde in der Szene. Wir halten zusammen.“ Was daran liegt, dass der Blues von seiner Ehrlichkeit und Echtheit lebt. Es werden keine Spiele gespielt, keine Charaktere erschaffen. Die Musik und die direkten Texte sind ein ungefilterter Ausdruck. „Das kann man genau so sagen! Wir haben uns wirklich in diese Musik verliebt und wir sind alle glücklich, dass wir den Blues gefunden haben. Er erlaubt, dass wir uns ausdrücken können. Es ist so schön, dass es wirklich nur um die Musik geht – und wir dürfen sie spielen!“ Deswegen ist echte, neue Bluesmusik auch an sich etwas, das eher selten auf Major Labels stattfindet, da man außerhalb der Szene selten neue Märkte eröffnen kann. Doch zu Joannes eigener Überraschung hat Sony sich ihres neuen Albums angenommen. „Ich habe schon fünf Alben veröffentlicht, aber jemand von ihnen tauchte auf einem meiner Gigs auf – und zwar einer, der eine enge Verbindung zum Blues hat. Und er sprach mich an. Ich suche immer nach Veränderung, da erschien es plötzlich wie der logische nächste Schritt.“ Sony hat gut daran getan, Joanne die Tür in die Popwelt zu öffnen, und man hört, dass sie Vertrauen in ihre Musik haben, denn nach „major“ im Sinne von „für die Massen zurechtgeformt“ klingt nichts auf „Reckless Heart“. Hier herrscht ein rauer Sound, die Lieder klingen fast wie aus einer Jamsession oder als wären es Liveaufnahmen. „Ja, wir haben es auch praktisch so aufgenommen, was mit den großartigen Musikern, die ich habe, sehr einfach ist. Mit diesen Menschen ist eine Jamsession eigentlich gar keine! Sie brauchen nur einmal eine Idee zu hören und spucken sie wieder aus, als wäre es ein alter Klassiker, den sie schon seit Jahren im Repertoire haben.“ Deswegen ist es kein Album ausschließlich für Puristen, sondern für alle, die jenseits des Hochglanzpop wandeln wollen. Oder die dabei sind, nach Detroit umzuziehen. *fis

CHILL-OUT Tina Turner: Yoga und Buddhismus „Chanten ist ein wichtiger Teil meines Lebens, und die Arbeit mit Regula Curti gab mir Gelegenheit, meiner Spiritualität mit meiner Stimme Ausdruck zu verleihen“, verrät Tina Turner. „Insgesamt entstanden auf diese Weise vier BEYOND- CDs. Ich freute mich, eine spirituelle Botschaft übermitteln zu können.“ „Ich habe durch Yoga Zugang zu meinem kreativen Potenzial gefunden, zu meiner inneren Kraft und Ruhe und zu meiner Lebensaufgabe. Die BEYOND-Musikprojekte sind das Resultat meiner täglichen Meditations- und Yogapraxis. Ohne diese Disziplin würde ich den Anforderungen meines vielseitigen Lebens nicht genügen. Das Geschenk des Yogas sind ein ruhiger, klarer Geist, ein spannkräftiger, beweglicher Körper und Zugang zu meiner Seele und ihrem Auftrag“, so ihre Freundin und Yoga-Lehrerin Regula Curti, die wir im Soho House Berlin trafen. BEYOND ist ein Friedensprojekt – 2008 von Tina Turner, Regula Curti und Dechen Shak-Dagsay gegründet –, um Menschen verschiedener Kulturen und Glaubensrichtungen näher zusammenzubringen. Gerade erst erschien die „BEYOND Collector’s Box“ und ist auf allen Streaming- und Downloadportalen zu bekommen. *rä www.beyond-foundation.org MUSIK Seit den 1980ern steht der Musiker für beste Beats und wilde Klangspielereien. Egal ob als Produzent, DJ oder Musikus, Sven Väth liebt das Ungewöhnliche. KLUBMUSIK Sven Väth mischt meisterhaft Und daher ist auch sein aktueller Wurf kein gewöhnliches Mixset. Nein, der Legendäre mischt bei „The Sound of the 19th Season“ unter anderem Nightmares on Wax, Adam Port, Patrice Bäumel, Red Axes, Nicolas Masseyeff, Fabrice Lig, Robag Wruhme und Radio Slave mehr als gekonnt und schafft mit den Tracks etwas vollkommen Neues. Stichwort NEU: Einen Neuanfang hat er auch auf seiner Partyinsel Ibiza hingelegt. Nach 18 Jahren zog er aus dem Amnesia um ins Pacha. Die Veränderung tat ihm gut! Fun Fact: Sven Väth war einst auch Sänger eines von SNAP! („The Power“, „Rhythm Is a Dancer“, „The First, The Last, Eternity“, „Exterminate!“ ...) produzierten Projekts namens OFF – beides Frankfurter Legenden. *rä SOUL Jacob Banks beeindruckt Diese Stimme! Einfach wow! Gerade veröffentlichte Jacob Banks sein Debütalbum „Village“. Hochwertiger Soul mit starken Gospeleinflüssen, etwas Pop, Blues und daher Musik mit viel Seele, so kann man sein Debüt beschreiben. „In Village geht es darum, die Dinge zu feiern, die uns zu dem Menschen machen, der wir sind: das Gute, das Schlechte und das Fragwürdige“, verrät der 27 Jahre junge Sänger mit nigerianischen Wurzeln über das Album. Entstanden ist es zusammen mit Paul Epworth (produziert u. a. Adele) und Malay (produziert u. a. Frank Ocean, Sam Smith, Lorde). Unsere Anspieltipps sind „Love Ain’t Enough“, „Prosecco“ und „Be Good To Me (feat. Seinabo Sey)“. *rä KLUBMUSIK Goldie 2019 Der DJ, Produzent, bildende Künstler und Schauspieler Goldie veröffentlicht jetzt sein erstes Album bei Sony Masterworks, „Act One – Music For Inanimate Objects“. Das Werk, das mit dem Produzenten James Davidson entstanden ist, verbindet atmosphärische Ambient-Klänge mit Weltmusikeinflüssen, Drum-and-Bass-Beats und Soul-Melodien. „Es war wirklich aufregend, dem, was wir geschrieben haben, keine Grenzen zu setzen; keinen Gedanken einzuschränken. Wir gingen einfach überall hin, wo ein Lächeln war“, so Goldie. FOTO: UNIVERSAL MUSIC

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