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blu Februar 2018

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6 BLU LIEBT „Das sind keine sicheren Zeiten für uns. Zickenkrieg hilft da nicht.“ INTERVIEW BARBIE BREAKOUT Schon seit der Jahrtausendwende gehört Barbie Breakout – obwohl sie sich einige Zeit lang von der Klubwelt etwas zurückgezogen hatte – zu den bekanntesten Diven Berlins. 2017 startete sie den „Transenstammtisch“ im Rauschgold, das ist aber noch nicht alles. Vor einiger Zeit hast du dir eine Art Auszeit von der Szene, zumindest als Dragqueen, gegönnt. Schön, dass du wieder loslegst, aber warum warst du „weg“? Ich hatte privat zwischen 2013 und Ende 2016 eine ziemlich taffe Zeit. Dazu kam, dass ich am Auflegen schon länger keinen Spaß mehr hatte und mich ansonsten in Arbeit begraben habe, um dem ganzen anderen Mist zu entfliehen. Ich habe mir nach meinem positiven Testergebnis 2006 geschworen, Dinge, die mich auf Dauer nicht glücklich machen, nicht mehr in meinem Leben zu dulden. In Beziehungen ist so was manchmal schwer umzusetzen, bei Drag war es aber ein simpler Prozess. Ich hab einfach beschlossen, mich erst wieder anzumalen, wenn ich wirklich Lust dazu habe, und nicht, weil Leute das von mir erwarten oder mit mir Geld verdienen wollen. Wie kamst du auf die Idee zum „Transenstammtisch“ – und vor allem auf den Namen ...? Ach, die Geschichte ist nicht besonders spannend. Zuerst mal: Wir haben den gemeinsam ins Leben gerufen. Melli und ich waren am Chatten, es wurde mal wieder eine unserer Transenschwestern durchs digitale Dorf gejagt, irgendwer hatte wieder einen Furz quersitzen und zettelte deswegen einen Shitstorm an. Melli schrieb: „Das macht mich alles so traurig, warum geht das denn nicht anders?“ Darauf fragte ich sie, ob sie wirklich was daran ändern wolle. Sie sagte Ja und ich schlug den Transenstammtisch vor. Der Rest ist Geschichte. Auf den Namen kamen wir, weil ich der Herrin in einer E-Mail schrieb: „Lass uns das Ding plump ‚Transenstammtisch‘ nennen.“ Als ich zum nächsten Stammtisch im Rauschgold erschien, stand da in großen Lettern „PLUMP, der Transenstammtisch“ an der Wand. Die Herrin hatte mich falsch verstanden. Irgendwie fanden wir’s dann alle gut und haben es dabei belassen. Mittlerweile haben wir ‚plump‘ wie folgt aufgedröselt: politisch labern, untenrum mit Penis.“ Als DJane sieht man dich kaum noch, oder? Gar nicht mehr. Ich habe im Dezember 2015 mein letztes Set gespielt und habe keine Absichten, das wieder anzufangen. Du bist aber vor allem als HIV-Aktivistin sehr aktiv und erfolgreich. Ja, das macht mich momentan sehr glücklich. Ich bin ja schon immer offen mit meiner HIV-Infektion umgegangen, aber gerade die ganze Aufregung um die PrEP hat mir mal wieder bewusst gemacht, wie viel falsche Informationen, moralische Vorurteile und Ängste doch tatsächlich noch im Umlauf sind. Man glaubt, die Stigmatisierung sei weniger geworden, aber in weiten Teilen selbst der schwulen Bevölkerung ist davon noch nichts zu merken. Auf Dating-Apps behauptet ein Großteil der Positiven, die selbst auf Medikation unter der Nachweisgrenze sind, negativ und auf PrEP zu sein, um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen, wie sie dann behandelt werden. Wie viele HIV-Positive Vorbilder kennst du, national oder international, die nicht zu einem Outing gezwungen wurden? Die Situation lässt nach wie vor viel Luft nach oben … Ganz abgesehen von der Arbeit mit der Szene und für die Szene: Worauf freust du dich 2018? Es stehen viele spannende Projekte in der Pipeline. Die Hälfte davon wird sicher nichts, aber wenn auch nur zwei oder drei im Laufe des Jahres Realität werden, bin ich sehr happy. Grundsätzlich wünsche ich mir, dass gerade wir Transen aufhören, uns gegenseitig zu attackieren, und uns stattdessen gegenseitig supporten, um die tatsächlichen Feinde, die uns Böses wollen, ins Visier zu nehmen. Das sind keine sicheren Zeiten für uns. Zickenkrieg hilft da nicht. *Interview: Michael Rädel Facebook: Barbie Breakout

LIVE: GLORIA GAYNOR Zusammen mit Diana Ross, Donna Summer und Amanda Lear bildet die stimmgewaltige Gloria das Quartett der Disco-Diven. Im Herbst 2018 kommt sie nach Deutschland auf Tournee. Die Liste ihrer Hits ist lang. Los ging es 1974 mit „Honey Bee“, es folgten über die Jahrzehnte Chart-Erfolge wie „Never Can Say Goodbye“, „I Am What I Am“, „Reach Out (I’ll Be There)“, „Last Night“ und natürlich „I Will Survive“. Im November 2018 ist Gloria Gaynor live unter anderem in Hannover und Berlin zu erleben! Zum Einstimmen empfehlen wir schon mal ihre Klubhits und Evergreens à la „Mighty High“, „First Be a Woman“ oder „Just Keep Thinking About You“. *rä Die genauen Tourdaten bekommst du hier: www.facebook.com/GloriaGaynor und www.gloriagaynor.com #HAPEKERKELING Er habe „so richtig geheiratet“ und sich „im Standesamt upgraden lassen“, verrät Deutschlands wohl beliebtester Moderator, Buchautor und Comedian Hape Kerkeling in der Gala. Nun sei Schluss mit der „halbgaren Ehe“, wie Hape die am 10.12.2016 geschlossene eingetragene Lebenspartnerschaft nachträglich nennt. Die blu Mediengruppe wünscht alles Liebe zum Bund fürs Leben! Von seinem Partner Dirk schwärmte Kerkeling auch schon in seinem Buch „Der Junge muss an die frische Luft“: „Er hat einfach immer gute Laune [...] Mir gefällt das. Und hat er mal schlechte Laune, dann handelt es sich bei ihm immer noch um eine abgespeckte Variante von guter Laune. Er ist ein Wunder für mich!“ *rä „SAG, DASS DU MICH LIEBST“ Eigentlich ist dieser Satz eine Zumutung, weil er eine unschöne Situation schafft: Liebe kann man nicht fordern. Wenn er aus Demi Lovatos Mund kommt, sagt man aber gerne Ja – zumindest in musikalischen Zusammenhängen. Ihr aktuelles Album „Tell Me You Love Me“ ist astreine und auf den – oft tanzbaren – Punkt gebrachte Popmusik, wie Mann sie sich wünscht. Durchaus logisch, dass die Popperin sich dann auch mit einem Disco-Bären ablichten ließ, denn nicht nur Besucher der Horse Meat Disco wissen: Bären lieben Disco. Die 25 Jahre junge Sängerin hatte zwar in den letzten Jahren mit Essstörungen und Häme zu kämpfen, jetzt ist sie aber zurück mit Power, Beats und Bär. Sehr schön, das. *rä VIP 7 MISTER GERMANY 2018 Ende 2017 fand in Linstow bei Rostock das Finale der Wahl zum Mister Germany 2018 statt. Mit dabei war auch Julian F. M. Stöckel – aber man muss jetzt nicht stutzig werden, er saß nur in der Jury. Gewonnen hat Pascal Unbehaun (Polizist, 1,90 m groß und 21 Jahre alt) aus Erfurt. Wir gratulieren! Worauf der begeisterte und erfolgreiche Sportler sich jetzt freut? „Mein großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2020.“ Klingt gut. *rä EIN SEXY KERL Auf YouTube, Twitter oder auch Facebook ist dieser tätowierte Bursche ein sexy Geheimtipp mit stetig wachsender Fangemeinde. Wir können und wollen jetzt gar nicht behaupten, dass das, was er tut, große Kunst wäre, aaaaber TattedGingy ist einfach ein Hingucker mit seinem ganzen Rumgeprolle und seinen mitunter amüsanten Videos auf YouTube. *rä twitter.com/TattedGingy KLATSCH & STERNE JACK STRIFY + RICARDO SIMONETTI Die beiden populären Influencer hatten Spaß und Zeit fürs edle Posen im „Irrenhouse“. Schöne Haare! *rä FOTO: M. RÄDEL

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