Aufrufe
vor 13 Monaten

blu Dezember2018

  • Text
  • Berlin
  • Mehringdamm
  • Amalgam
  • Lychener
  • Berliner
  • Schwule
  • Bkatheater
  • Cruising
  • Musik
  • Wriezener

14 PARTY Party-Tipps

14 PARTY Party-Tipps NACHGEFRAGT FOTO: M. RÄDEL BEARGROUND IM UNTERTAGE Nicht nur im Klub Gretchen, auch im UnterTage tummeln sich partytechnisch die behaarten Jungs in Kreuzberg! „UnterKerlen, UnterBären, UnterTage“, so der Claim der Party BearGround, ist ein Fest für alle Otter, Bären, Wölfe und deren Freunde. Musikalisch setzt u. a. DJ FunkyBear (XXL London) auf Klubmusik mit einem fetten Schuss Elektro. Einen Kuschelbereich gibt es auch ... *rä 29.12., BearGround, Unter- Tage, Mehringdamm 32, U Mehringdamm, 22 Uhr BARBIE BREAKOUT, HIV-Aktivistin Die Dragqueen, Influencerin und Buchautorin ist eine der schönsten Stimmen im Kampf gegen Aids. Und sie hatte Zeit für uns! ELEKTRO: NIKOLAJ TANGE LANGE LIVE Der Wahlberliner aus Dänemark legt live im Suicide Circus los! Natürlich bei „Chantals House of Shame“ – natürlich am Nikolaustag. „Holler boller Rumpelsack, Nikolaj trägt sie huckepack ...“ Okay, dieses Gedicht ist doch schwerer umzudichten, als wir dachten. Das Dichten und Reden überlassen wir daher lieber der Gastgeberin Chantal: „Liebelein ...“. Freu dich auf ein raviges Elektro- Punk-Gewitter und eine krasse Show! *rä 6.12., Chantals House of Shame, Suicide Circus, Revaler Str. 99, S+U Warschauer Straße, ab 23:15 Uhr FOTO: M. RÄDEL Was bedeutet für dich der 1. Dezember? Für mich hat der erste Dezember eine recht vielschichtige Bedeutung. Einerseits ist es für mich der Tag im Jahr, an dem ich verstärkt an all unsere verlorenen Freunde und Mitstreiter denke. Es ist ja immer ein bisschen eine utopische Idee, aber dennoch: Wo wären wir, wer wären wir in Deutschland, wären nicht Generationen von uns umgebracht worden oder an Aids gestorben? Das Dritte Reich hat gezielt queere Menschen inhaftiert und getötet – und das generationsübergreifend. Als die Lager befreit wurden, haben die meisten Gefangenen die Freiheit wiedererlangt und durften ein neues Leben beginnen, sofern das mit all den erlittenen Traumata überhaupt möglich war. Für die meisten von uns jedoch wartete nach dem Lager der Knast. Über die nächsten vierzig Jahre erkämpften sich die wenigen verbleibenden und nachwachsenden mutigen Homos so etwas Ähnliches wie ein Existenzrecht, eine Daseinsberechtigung in der Parallelgesellschaft. Dann kam in den 1980ern Aids und raffte die sich gerade erholende queere Identität generationsübergreifend dahin. Wir hatten Anfang der 1990er – seit 60,70 Jahren – keine älteren Vorbilder, keine Leitfiguren, die einem das schwule Altern oder Beziehungen hätten vorleben können. We have to make it up as we go. Zum Zweiten ist der erste Dezember auch nach all den Jahren und dem medizinischen Fortschritt immer noch der Tag, an dem man den jüngeren Generationen Safer Sex erklären muss, verstärkt Aufklärung über das Leben mit HIV betreibt und hofft, dass etwas davon hängenbleibt. Hast du Freunde an Aids verloren? Natürlich habe ich Freunde an AIDS verloren. Das muss aber nicht immer heißen, dass sie direkt vom Virus getötet worden sind. Manche haben sich nach der Infektion mit Drogen zugrunde gerichtet, bei anderen hat die Leber nach mehreren Hepatitis-Behandlungen parallel zur HIV-Medikation den Geist aufgegeben. Andere haben sich das Leben genommen. Direkt an Aids gestorben ist seit Mitte der 1990er keiner meiner Freunde mehr. Was wünschst du dir von der Szene, von der Gesellschaft? Das ist recht simpel: Ich wünsche mir vor allem von der jungen Generation, dass sie sich aktiv informieren, damit sie zum Thema Safer Sex bewusste, informierte Entscheidungen treffen können. Allgemein gesprochen wünsche ich mir als HIV-Positive, dass wir weiterhin daran arbeiten, die Stigmatisierung uns gegenüber abzubauen. Das funktioniert, wie so vieles, am besten über Bildung und Information. *Interview: Michael Rädel www.instagram.com/barbiebreakout

PARTY 15 DREI FRAGEN Nina Queer zum Jahreswechsel: „Ich möchte die ganze Menschheit retten“ Ohne Zweifel wird Ninas Silvesterparty wieder eine der erfolgreichsten der Stadt werden. Anlass genug, dem umtriebigen Superstar drei kleine Fragen zu stellen. kleinen Preis, und ich schenke den Gästen ein Glas Sekt um Mitternacht, ein gratis Buffet und eine tolle Show. Jeder, der im Irrenhouse bei und mit mir feiert, wird immer das Gefühl haben, Silvester genau am richtigen Ort zu sein. FOTO: M. RÄDEL Worauf freust du dich mehr: auf den besinnlichen Advent, fröhliche Weihnachtstage oder ein buntes Silvester? Auf alles. Weihnachten ist für die Familie da. Ich gebe mir bei Familienfesten genauso viel Mühe wie bei meinen großen Partys. Alles muss perfekt sein. Silvester werden dann die überflüssigen Pfunde wieder abgetanzt und die Wünsche fürs neue Jahr in den Himmel geschrien. Worauf legst du wert bei deinem Silvester-Irrenhouse? Dass die Gäste nicht abgezockt werden und trotzdem eine perfekte Party haben. In den letzten Jahren kam es hier in Berlin immer wieder zu Wucher und organisatorischen Skandalen. Es scheint so, als würde die Partyszene nur noch von Trotteln dominiert. Bei mir gibt es eine gehaltvolle Party zum Und welcher Brauch ist dir eigentlich der liebste zum Jahreswechsel? Nachdem ich mit meinen Gästen angestoßen habe, verziehe ich mich kurz nach Mitternacht immer in eine ruhige Ecke, mach mir eine eiskalte Flasche Champagner auf und danke Gott für mein schönes Leben. Da fließen auch schon mal Tränen. Dann schaue ich durch ein Fenster hoch zum Himmel und wünsche mir, diesen Job noch viele, viele Jahre machen zu dürfen. Ich möchte die ganze Menschheit retten und erhoffe mir, dadurch selbst gerettet zu werden. So ganz uneigennützig ist es also nicht. *Interview: Michael Rädel 31.12., Silvester-Irrenhouse, Musik & Frieden, Falckensteinstr. 47, U Schlesisches Tor, 23 Uhr KULT Unterschätzt und belächelt Ohne Frage eine Band, die man auf der ganzen Welt kennt. Und über die JEDER eine Meinung hat. Und wahrscheinlich nicht die Beste, oder? Doch deren Musik ist ideal für Silvesterpartys. „Macho Man“, „Y.M.C.A.“, „In the Navy“ oder auch „Go West“* sowie „Hot Cop“ sind eben auch Voll-auf-die-Fresse- Disco-Mitsing-Gassenhauer ohne laszive Erotik à la Donna Summer oder Eartha Kitt und ohne ungewöhnlichere Grooves wie etwa bei Sister Sledge oder auch Amii Stewart. Oft machten die Village People Musik zum Spaßhaben. Sofort. Die von Jacques Morali und Henri Belolo zusammengestellte Band spielte mit schwulen Stereotypen (Ledermann, Bauarbeiter …), war aber nicht rein schwul – die eine Hälfte der Produzenten (Jacques) und die meisten der immer mal wieder wechselnden Bandmitglieder jedoch schon –, besang aber fast durchweg schwule Themen. Und das auf den Alben auch durchaus funkiger und intelligenter, als es die großen Hits vermuten lassen! „Fire Island“ und „San Francisco (You’ve Got Me)“ etwa erreichten Platz eins der US-Dancecharts, „Key West“ und „I Am What I Am“** immerhin Platz vier. Ihre erfolgreichste Phase hatte die Band zwischen 1977 und 1985, als sie mit Hits wie „Sex Over the Phone“, „Can’t Stop the Music“ und den anfangs genannten abräumte – wenn auch der Erfolg in den USA in den 1980ern ausblieb. Ohnehin gab es Veränderungen: Aids forderte immer mehr Opfer, die Stimmung war nicht mehr Hedonismus pur, sondern sorgenvoll. Die Umweltverschmutzung, all die Kriege, Atomenergieproteste und Angst vor HIV. Das Virus machte auch vor der Band nicht halt: Jacques Morali starb 1991 an den Folgen von Aids, schon zuvor lag das Projekt aber auf Eis. Mittlerweile gibt es sie wieder, live äußerst erfolgreich unterwegs – und einen Charthit hatten sie 1994 auch noch: „Far Away in America“ zusammen mit der deutschen Fußballnationalmannschaft. Aber das Lied hatte mit den Originalen nur noch wenig zu tun. *rä * Das Lied wurde 1993 von den Pet Shop Boys erfolgreich gecovert ** Hierbei handelt es sich NICHT um das Lied, das auch Gloria Gaynor sang Fun Fact: Im 1980er-Film „Can’t Stop the Music“ der Village People ist auch Caitlyn Jenner (damals noch Bruce) zu sehen.

Magazine

Abrigo
blu Gesundheit 2017
After-Show-Dinner von und mit Ricardo M.
27. Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg • Programmheft
STIGMAfighter im Einsatz gegen Ausgrenzung
hinnerk August 2016
hinnerk Hamburg Juli 2016
hinnerk Bremen/Hannover Juli 2016
gab Juli 2016
blu Juli 2016
blu Mai 2015
Regionalseiten
blu.fm Webseite

Unsere News

About us

blu, hinnerk, gab, rik, Leo – die Magazine der blu Mediengruppe erscheinen monatlich in den Metropolen Deutschlands. Die nationale Reichweite der Magazine ermöglicht den reisefreudigen Lesern Zugriff auf alle Informationen immer und überall. Themenschwerpunkte sind neben der regionalen queeren Szene, Kultur, Wellness, Design, Mode und Reise. Unsere Titel sind mit der lokalen Community jahrzehntelang gewachsen und eng verbunden, was durch Medienpartnerschaften mit den CSD-Paraden in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt sowie zahlreiche Kooperationen, wie der Christmas Avenue in Köln, seinen Ausdruck findet.