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blu Dezember 2016

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KUNST „Innere Demut“

KUNST „Innere Demut“ FOTOS: WERNER KMETITSCH Interview JÖRG WEINÖHL BALLETTDIREKTOR Hohe Kunst! Jörg Weinöhl tanzte unter anderem als Solist im Ballett am Rhein in Düsseldorf/Duisburg, wurde mehrmals als Tänzer des Jahres in der Zeitschrift „tanz“ genannt und wirkt seit der Spielzeit 2015/16 als Ballettdirektor an der Oper Graz, wo er gerade an seiner neuen Choreografie „Nussknacker und Mäusetraum“ arbeitet. Für uns fand er trotzdem Zeit. WIE KAMST DU ZUM TANZ? Das ist eine relativ lange Geschichte ... (lächelt) Als ich fünf Jahre alt war, wurde meiner Mutter gesagt, sie solle unbedingt mit mir in eine Ballettschule gehen. MIT FÜNF? Ich habe mich damals schon sehr gerne bewegt und ab und zu für die anderen Kinder getanzt. Also gingen wir in eine private Ballettschule und schauten uns dort den Unterricht an. Der gefiel mir gut und es hätte mich auch gar nicht gestört, dass ich der einzige Junge gewesen wäre. Dass ich dann doch nicht wollte, lag einzig daran, dass mir der Lehrer, hm, irgendwie suspekt war. Somit war Ballettunterricht dann kein Thema mehr. ABER TANZ HAT DICH WEITERHIN INTE- RESSIERT? Na ja, ganz ehrlich, ich habe gerne für mich alleine getanzt und mit Bewegungen improvisiert. Meine große Liebe galt jedoch dem Musizieren und der Oper! Mit 16 Jahren habe ich auf einen Vorschlag der Mutter eines Freundes hin – eher skeptisch – eine Vorstellung des Stuttgarter Balletts besucht. Ich war davon unmittelbar zutiefst berührt. Nach der Vorstellung konnte ich fast nicht mehr aufstehen. Tief in mir spürte ich, dass ich, wenn ich könnte, gerne Balletttänzer werden würde. Gleichzeitig wusste ich aber auch, dass man eine solche Ausbildung viel früher anfangen sollte. Aber mein großer Herzenswunsch war nun lebendig. Die nächste glückliche Fügung folgte, als an meiner Schule eine Oper aufgeführt werden sollte und Jungs gesucht wurden, die gerne tanzen. Da habe ich mich sofort gemeldet, und gemeinsam mit der Gymnastiklehrerin Tänze entwickelt. Etwas naiv versuchte ich das umzusetzen, was ich auf der Bühne in den Ballettvorstellungen gesehen hatte. (lacht) WIE GING ES WEITER? Eine Ballettlehrerin hat mich dann bei einer der Opernaufführungen entdeckt, mich zur Seite genommen und gefragt, wo ich denn tanze ... Überglücklich wurde ich in ihrer privaten Ballettschule aufgenommen. Auf ihren Rat hin meldete ich mich dann mit 18 Jahren zu der Aufnahmeprüfung an die John Cranko Schule in Stuttgart an. Zu meinem großen Erstaunen und Glück wurde ich dort aufgenommen. Als Auflage meiner Eltern musste ich zwar noch mein Abitur machen, dann aber konzentrierte ich mich voll auf den Tanz. Die damalige Direktorin des Stuttgarter Balletts, Marcia Haydée, sah mich während meiner ersten Schulvorstellung tanzen und gab mir daraufhin die Möglichkeit, noch während meiner

Ausbildung in Aufführungen mit dem Stuttgarter Ballett mitzuwirken. Im direkten Anschluss an meine Ausbildung erhielt ich einen Vertrag unter ihrer Direktion. GANZ SCHÖN VIEL LOB FÜR EINEN TEENAGER, ODER? WIE GEHT MAN DAMIT UM? Ich war überglücklich, meine Berufung verwirklichen zu können, und bin auch heute noch tief dankbar dafür. Damals hatte ich die großartige Möglichkeit, mit Weltstars wie Birgit Keil und Richard Cragun und eben Marica Haydée zu arbeiten. Sie vermittelten mir ihr großes Wissen und waren lebendige Beispiele, mit einer inneren Demut zu tanzen. DU HAST DANN SEHR ERFOLGREICH UNTER ANDEREM IN DÜSSELDORF GETANZT. JETZT BIST DU BALLETTDIREK- TOR IN GRAZ, ABER NICHT MEHR TÄNZER. Während der Proben tanze ich ja immer noch mit meinen Tänzern, wenn wir Schritte und Bewegungen entwickeln. Meinen Abschied als aktiver Tänzer auf der Bühne hatte ich ganz bewusst gewählt. Heute freue ich mich sehr, meine gesammelten Erfahrungen an junge Tänzer weiterzugeben, für sie da zu sein. Mehr als nur Sauna! Entspannung pur Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 12:00 bis 6:00 Freitag 12:00 bis Montag 6:00 durchgehend Mehringdamm 34 / Berlin Kreuzberg T e l .: 030 - 57707175 Mehringdamm (U6/U7) WIE LEBST DU IN GRAZ? Ich bin sehr glücklich, an diesem besonderen Ort zu leben und zu wirken. Die Stadt ist sehr schön, bietet ein reiches und vielfältiges kulturelles Angebot, und ich erlebe den Austausch und Dialog mit den verschiedenen Kulturinstitutionen als lebendig und inspirierend. Die Steiermark hat zudem eine vielfältige Landschaft und trägt nicht umsonst die Bezeichnung „Genussregion“! WIE TOLERANT SIND DIE GRAZER? Das Publikum erlebe ich als aufgeschlossen und neugierig. Dass ich mit meinem Partner an meiner Seite durchs Leben gehe, ist in der Stadt kein Geheimnis. Je selbstverständlicher man sein Leben lebt, umso selbstverständlicher kann das Gegenüber damit umgehen. Auch wenn ich in meiner Funktion als Ballettdirektor vielen Menschen bekannt bin, kann ich ungestört auf dem Bauernmarkt auf dem Kaiser-Josef-Platz gleich beim Opernhaus einkaufen, um dann zu Hause einer meiner Leidenschaften nachzugehen: Ich liebe es zu kochen und zu essen! •Interview: Michael Rädel www.oper-graz.com Specials Donnerstag, 8.12. 19 Uhr: Wohlfühlabend mit leckeren Bratäpfeln 24.12. – Heilig Abend Jeder Gast erhält eine Weihnachstüberraschung 16 Uhr: Kaffee- und Kuchen-Buffet 19 Uhr: Kartoffelsalat und Würstchen 31.12. – Sylvester 19 Uhr: Docking UnterTage mit großem Sylvester-Buffet 23 Uhr: DJ KITT: Tanzen ins Neue Jahr 1.1.2017 – Neujahr Standardeintritt: 21 € Exklusiv 100 Tickets (Einlass ab 14 Uhr) im Vorverkauf ohne Warteschlange: 26 € VVK im Boiler oder Code 14 Uhr: Docking UnterTage 16 Uhr: DJ Fusion: House, Electro + Minimal www.boiler-berlin.de

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